JimmyRustleton

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About JimmyRustleton

  • Birthday 03/10/1988

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    Jimmy Rustleton

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  1. Während ich noch an einer Fortsetzung arbeite bzw. solange mir keine Fortsetzung einfällt dachte ich es ist vielleicht eine gute Idee ein paar Fillers zu schreiben, in denen Chars, Orte usw. etwas durchleuchtet werden um allem ein bisschen mehr Kontext und Inhalt zu geben. Minka war wieder mal ein Schatz und hat alles fleissig lektoriert. An dieser Stelle wieder ein großes Lob! <3 Spin Off I: Der alte Man und das All Der alte Mann starrt aus dem großen Panoramafenster. Vor ihm die Untiefen des unendlichen Weltraums, mit seinen Sternenbildern die schon damals reisenden Seefahrern beim Navigieren in unbekannten Gewässern halfen den rechten Weg zu finden. Mit seinen rauen Fingern streift er sich gedankenverloren den weißen Bart glatt. Nicht einen wie ihn weise Männer tragen. Eher wie ein in die Jahre gekommener Krieger. Nein, eher wie der Bart eines alten Kapitäns. Denn das ist er ja auch. Nun, gewissermaßen. Oberst Leutnant Edvard Mosken ist ein alter Offizier und hat das Kommando über das Dritte Armee Korp oder vielmehr über das was von der einst so starken Armee seiner Heimat übrig geblieben ist. Edvard ist ein alter, erfahrener Offizier der sich, im Gegensatz zu so manch anderen Schreibtischhelden, seine Orden redlich verdient hat. Ein harter Hund, würde so mancher sagen. Trotz seines fortgeschrittenen Alters ist seine Statur immer noch beeindruckend, gehärtet durch etliche Einsätze und blutigen Feldzügen in denen er Mut und Kampfgeist -und bewies. Aber vor allem zeichnete er sich durch seine Kaltblütigkeit aus. Edvard war kein Soldat der Gefangene machte. Er war ein Krieger und mit dem Feind kennt ein wahrer Krieger keine Gnade. Er war ein eiskalter Killer, skrupellos und durchtrieben aber er war auch ein berechnender Stratege. Das fiel auf und so arbeitete er sich die Karriereleiter hinauf, erntete sowohl Beifall als auch Misfallen bei seinen Vorgesetzen. Edvard Mosken, mehrfach dekorierter Kriegsheld war das Ebenbild eines perfekten Soldaten. Aber die Fassade bekam bald Risse. Denn vielmehr als seine eiskalte Art war seine Gier ein Laster was Kratzer auf der Medaille hinterließ. Bei Feldzügen kam es wiederholterweise zu Plünderung und Brandschatzungen, willkürlicher Gewalt und Schlimmerem. Er befehligte sein Armeekorp wie ein Freibeuter und ließ seine Soldaten wie die Soldateska wüten und plündern und bald war das respektierte Dritte Armeekorp zu einem gefürchtetem Haufen gewandelt. Das einzige was die Tätigkeiten des Generals von der Piraterie unterschied war die Uniform und der Freibrief alles in seiner Macht stehende zu tun um die Interessen seiner Heimatwelt zu schützen und zu wahren. Es war ein skrupeloser Feldzug unter dem Deckmantel der heiligen Pflicht seinem Land zu dienen. Er hob die Mundwinkel zu einem schiefen Grinsen. Edvard Mosken war niemand den man sich zum Feind machen will. Und so blickte er weiter stur ins endlose Weltall wie einst Kapitän Ahab auf die Weiten der Meere, argwöhnisch nach seinem weißen Wal Ausschau haltend. Nur gab es in seiner Geschichte keinen Mobby Dick den es zu jagen galt. Sicher, man hatte ihm eine neue Aufgabe zugeteilt. Nach der Zerstörung seiner Heimat war das dritte Armeekorp tatsächlich zu sowas wie einer Piratenbande geworden. Eine durchaus mächtige, wohlgemerkt. Aber ohne Heimat in die man zurückkehren kann, keinem Land dem man dienen kann waren er und die knapp 620 000 Soldaten und Soldatinnen ohne Aufgaben und vor allem ohne Versorgung. Durch die etlichen Raubzüge war die kleine Streitmacht durchaus gut versorgt. Aber es würde nicht lange dauern und sie müssten bald auf Kapperfahrt. Das Blatt wendete sich jedoch -als durch einen seiner Majore, einen merkwürdigen Sonderling namens James Rustleton, der Kontakt zur neuen Republik hergestellt hatte. Die Republik war ein großer Zusammenbund aus teils föderierten, teils autonomen Welten der durch einen Senat regiert wurde. Politik waren nie Edvard's Stärken aber da die noch recht junge Republik einen starken Arm benötigte kam man recht schnell ins Gespräch. Das dritte Armee Korp hatte nun endlich wieder eine Aufgabe die einer Streitkraft würdig war und wurde damit zur republikanischen Garde. Das hieß selbst redend vorerst keine Kapperfahrten, aber konnte man einem opportunistischen alten Soldaten wie Edvard die unternehmerische Ader so ausschlagen? Aber der General hatte andere Sorgen. Ein Planet am Rande des republikanischen Sektor beanspruchte Welten die sich im Hoheitsgebiet der Republik befanden und attackierte und bedrohte regelmäßig Handelsschiffe und Transporter. Kurzerhand entschied sich Edvard dies auf seine Art zu regeln und entsandte, natürlich mit Befugnissen des Senats, die Garde in den weit entfernten Sektor. Doch die Kampagne entpuppte sich als Debakel. Mehrere Jahre nun lieferte er sich heftige Gefechte auf dieser kargen Felswüste von einem Planeten und hatte sich in einem trägen und mühseligen Stellungskrieg verbissen. Rückzug war keine Option. Die Garde stirbt, aber sie ergibt sich nicht! Jedoch schien jedes Vorankommen letztendlich an der besonders harten Witterung zu scheitern. Wie konnte man diese trostlose Welt eine Heimat nennen? Er selbst hatte natürlich nie die Heimat der Menschen besuchen können, die lange vor seiner Geburt zerstört wurde aber verbissen und hartnäckig wie die Einwohner es taten würde er niemals um diesen leblosen Felsbrocken kämpfen. Was der Planet aber durchaus zu bieten hatte waren Bodenschätze und davon gab es reichlich. Das war der Teil der für den alten Piraten besonders interessant war. Es war immer schon schwer die Beweggründe des Generals zu verstehen, er selbst gab sich recht verschlossen aber stille Wasser sind tief. Ein sanftes, melodisches Läuten kündigte einen Besucher an. Edvard gelang es sich aus seiner Starre zu lösen und sprach, jedoch ohne den Blick von der Aussicht abzuwenden mit rauer, tiefer Stimme. "Was gibt es?" "General Mosken, es...Es tut mir leid Sie zu stören aber..." sagte eine unsichere Stimme aus den in der Decke versenkten Lautsprechern blechern. "Jetzt sprechen Sie schon." Er sprach ruhig, aber die Stimme war befehlend und der dunkle heisere Timbre könnt so manch schüchternen Kadetten das Blut in den Adern gefrieren lassen. Und wenn es eine Sache gab die Mosken hasste dann waren es eingeschüchterte, junge Kadeten. "Wir... Wir haben ein Problem." Edvard seufzte resigniert und wandte sich an einen still in der Ecke stehenden Mann. Da er im Schatten stand erkannte man sein Gesicht nicht gut aber er trug die Uniform eines Offiziers. "Sagen Sie das Dinner für heute Abend ab. Und geben sie den Offizieren Bescheid dass ich in zwei Minuten auf der Brücke bin."
  2. Vorwort: Nach über einem Jahr Abwesenheit und Funkstille kommt endlich die Fortsetzung zur Lore des 77sten Infanteriebataillon. Ich hoffe ihr habt, trotz einiger Form- und Rechtschreibfehler, Spaß beim Lesen (korrigierte Version kommt hoffentlich bald! Teil I: Grabenratten Kapitel 2: Feuertaufe Zuerst konnte er nur ein Pfeifen wahrnehmen. Nicht etwa ein Pfeifen wie von einem Teekessel oder einer Trillerpfeife. Es war in etwa wie ein sehr hoher Sinuston: durchgehend, eintönig und auf hoher Frequenz. Seine Sicht war verschwommen und er musste blinzeln um die Schärfe wieder herzustellen. Doch vergebens. Es war dunkel um ihn herum und er bekam Panik beim Gedanken eventuell erblindet zu sein. Sein Puls ging dennoch langsam, alles schien in Zeitlupe zu geschehen. Sein Gehör schien beschädigt zu sein, denn alles drang nur gedämpft in seine Ohren, als wäre er unter Wasser. Er schnappte nach Luft und sog diese gierig ein. Sie brannte in seinem Hals und seinen Nasenhöhlen. Scheinbar war er doch nicht unter Wasser. Aber wo dann? Alle seine Sinne schienen durcheinander geraten zu sein. Er versuchte sich zu rühren, aber seine Gelenke und Glieder, seine Muskeln und Sehnen schienen nicht zu reagieren. Der Befehl war klar aus seinem Hirn in sein Nervensystem gedrungen, schien aber unterwegs verloren gegangen zu sein, als ob seine Gedanken selbst nicht mehr wüssten wohin. Was war geschehen? Verwirrung und Unbehagen machte sich in seinen Gedanken breit. Benommen tastete er die Umgebung ab. Er lag auf harten Boden, auf dem Rücken wie ein Käfer und konnte sich nicht bewegen. "Verdammt!" Entfuhr es ihm. Er musste schwer keuchen und husten. Die stickige warme Luft drang brennend in seine Lungen durch seinen Mund und seine Nase und hinterließ einen eisenhaltigen Geschmack auf der Zunge. Er taste sich selbst ab. Langsam fing sein Körper wieder an ihm zu gehorchen und er spührte seine Zehen und Fingerspitzen. Scheinbar war noch alles dran. Er blinzelte erneut um etwas zu erkennen und erkannte irgendetwas wie leuchtende Streifen die sich in langen Parabeln am pech schwarzen Himmel abzeichneten. Offenbar war er auch nicht blind. Er winkelte die Knie an und versuchte sich zur Seite zu wenden um sich irgendwie aufzurappeln, doch ihm war noch zu schwindelig so dass er beim Versuch sich aufzurichten umkippte wie ein Besoffener und liegen blieb. Er ächzte auf und wand sich wieder auf dem Rücken wie zuvor und versuchte seine unregelmässige Atmung zu regulieren. Er schaute zu den Leuchtstreifen am Himmel und verfolgte deren Bahn. Sie erschienen im vorderen Rand seines Blickfeldes und verschwandet, gefolgt von mehreren Erschütterungen die die Erde beben liessen. Irgendwas rieselte aus seinen Ohren. Er entfernte die ledernen Handschuhe und tastete mit der Fingerspitze die Innenseite seines Ohres ab und hielt sich diese anschliessend vor die Augen. Er konnte immer noch nicht viel erkennen denn die Schärfe hatte sich nicht eingestellt aber er konnte erkennen dass seine Fingerkupe feucht war. War das Blut? Anscheinend ist sein Trommelfell geplatzt. Er verzieht sein Gesicht zu einer Grimasse und schaute, keuchend und hustend am Boden liegend, dem Feuerwerk über ihm zu. Ihm war schlecht von dem Schwindelgefühl. Alles drehte sich in seinem Kopf und er hatte ernsthafte Schwierigkeiten damit einen klaren Gedanken zu fassen. Er versuchte sich zu erinnern. Wer war er? Wie hieß er, wo war er und warum? Er wendete den Blick nach rechts und betrachtete den Boden. Der Boden war teils mit Bretten und Holzplatten ausgekleidet. Er erkannte Seitenwände die ebenfalls mit Bretten und Holz verkleidet und verstärkt waren. Es war aber kein Dach über ihm und er war im Freien. Er suchte weiter die Umgebung ab und erkannte an einer seiner eine Kiste mit einer Beschriftung. Große weiße Buchstaben erklärten ihm dass es sich um eine Munitionskiste handelte. Ein Siegelprankte auf der Seite, eine Art Lorbeerenkranz. Er runzelte die Stirn und kniff die Augen zusammen. Auf der Kiste lag eine Waffe. Ein langes Gewehr aus Carbon, mit aufgesetztem Zielfernrohr, ganz in schwarz. Er konnte das erkennen da die Leuchtstreifen am Himmel die Umgebung kurzfristig erhellten ehe alles wieder in Dunkelheit getaucht wurde. Er drehte den Kopf in die andere Richtung. Er erkannte einen ebenfalls unbedachten, mit Holzplatten und Brettern verkleideten Korridor der sich in der Finsternis verirrte. An dessen Anfang erkannte er ebenfalls zwei Stiefelsohlen. Ein lebloser Körper lag dahinter, spannungslos und erschlafft. Die Übelkeit überkam ihn und er musste würgen. Und wand sich wieder gen Himmel und dachte konzentriert nach. Langsam fügten sich die Eindrücke wie von selbst zusammen und ergaben ein Muster. Er lag auf dem Boden eines Schützengrabens und die Leuchtstreifen über ihm waren kein frohes Feuerwerk, sondern Artilleriegranaten die von der anderen Seite aus geschossen kamen. Die andere Seite.. Der Feind. Der Krieg! 'Verdammt, die beschiessen uns!' sagte er zu sich selbst, die Panik und Hilflosigkeit schlugen ein und er begann sich nervös zu winden. Er musste hier sofort weg! Die Einschläge kamen immer näher und auch die Erschütterungen wurden heftiger. Plötzlich erschien ein Gesicht in seinem Blickfeld. Direkt vor ihm. Es war auf einmal da, wie aus dem Nichts. Es war das Gesicht einer jungen Frau, etwas blass und von Sommersprossen gespickt. Ihre Augen, unter denen schwere, dunkle Tränensecke hingen blickten ihn flehend an. Einzelnde Haarstränen hingen ihr wild im Gesicht und ihr Mund formt Worte, aber sie drangen nicht zu ihm durch. Verwunderung machte sich in seinem Gesicht breit und er blinzelte sie verdutzt an. "Was zum-.. Wer..?" stammelte er benommen. Seine Stimme klang rau und heißer. Er brauchte dringend Wasser. Wasser war auf einmal das Wichtigste. "Major!" schrie die junge Dame ihn fast schon bettelnd an. "Wir.." Ihr Satz wurde von einer starken Erschütterung unterbrochen. Sie sah sich nervös um bevor sie wieder ansetzen und weiter eindringlich auf ihn einredete. "Major! Kommen Sie zu sich! Wir müssen sofort hier weg! Unsere Stellungen werden auf allen Fronten gleichzeitig angegriffen. Uns bleibt nicht viel Zeit wir...!" Ein erneuter Anschlag ließ die Erde erneut deutlich stärker zittern. Das schien ziemlich nahe gewesen zu sein. Doch er schaute sie weiter völlig verwundert an ehe sich die Synapsen in seinem Gehirn in Gang setzen. Alles kehrte auf einmal zurück, seine Sinne und seine Wahrnehmung. Er wußte wieder wo er war und was er hier tat. Er war Major James Rustleton. Soldat im dritten Infanterie Korp der republikanischen Garde und steckte in verdammt großen Schwierigkeiten. Die Erschütterung intensivierten. Er blickte die junge Frau erneut an. Er erholte sich recht schnell von dem Granatschock. Er. Der Soldat. Elwood. Der Schuss. Die Schüsse... Das Blut. 'Fuck' dachte er und zog eine schiefe Grimasse. "Elwood... Er... Wir können nicht ohne ihn..." sagte er, nach Luft ringend. Immer noch hustend und keuchend. "Verdammt, Major! Wir haben keine Zeit für sowas. Wir müssen hier verflucht nochmal verschwinden und zur Basis zurück!" Sagte sie mit drängendem Ton, während sie sich immer unruhiger und nervöser umblickte. In ihrer Stimme schwang Angst und Entsetzen mit. Sie hatte den Major mittlerweile an seinen Lederriemen hochgehieft und in eine bequeme Position gebracht. "Hier geht gerade die Hölle ab. Sowas.." sie wurde wieder von heftigen Einschlägen unterbrochen. Diesmal waren sie bedrohlich nahe. Erde und Gesteinsbrocken wurden aufgewirbelt und regneten über ihren Köpfen nieder. Die junge Frau hielt sich schützend ihre Hände über den Kopf und kniff die Augen fest zusammen. Wer war sie nur, was machte sie hier? Sie schien noch ein halbes Kind zu sein, kaum alt genug um in einer Bar ein Bier bestellen zu können und trotzdem war sie hier mit ihm. Und sie trug eine Uniform. Er musterte die dunkelblaue Kampfweste die unter dem Kevlar hervorragte. Auf der oberen rechten Seite der Schutzweste war ein Namensschild befestigt. Leutnant S. Jarih. Der Name. Er kannte ihn. Er dachte angestrengt nach ehe es ihm wieder einfiel. Er befehligte das 77ste Infanterie Bataillon und Shura Jarih war Leutnant unter seinem Befehl. "Shura!" Er fixiert sie mit festen Blick, schaute ihr tief in die Augen. "W-was?" Erwiderte sie und zuckte dabei leicht zusammen. Sie schien völlig aus dem Konzept gebracht worden zu sein. "Wir müssen hier sofort weg!" Perplex starrte sie ihn an und schüttelte den Kopf ehe sie sich neben ihn hockte und seinen rechten Arm packte und um ihre schmale Schulter legte. Das Mädchen schien keine 60kg auf die Wage zu bringen dennoch schaffte sie es, mit einigen Mühen den benommen Major, der ja nun auch nicht mehr der jüngste war, hoch zu stämmen so dass er sich aufrichten konnte. Gestützt von seinem Leutnant wollte er in den Gang humpeln den er schon vorher ausgemacht hatte, wurde aber gestoppt. "Den können wir nicht mehr nehmen." warf sie kopfschüttelnd ein und wand sich in die entgegengesetze Richtung in der sich ebenfalls ein Korridor befand. Der Frontabschnitt RR1 und RR2 sind überrannt worden und der Kontakt zum Hauptquartier ist auf sämtlichen Posten zusammengebrochen. Er gillt ein allgemeiner Rückzugbefehl. Alle Soldaten in den vordersten Frontabschnitten sollen sich in die hinteren Linien zurückziehen und mit den Reservetruppen den Gegenangriff vorbereiten." erklärte sie ihm, ohne ihn dabei anzusehen. Shura's Blick ging entweder starr gerade aus oder nervös über ihre Schulter nach hinten. Man könnte meinen sie wäre verfolgt und irgendwie war dieses Gefühl ja auch recht. Die Granaten kamen immer näher an sie ran, versuchten sie aus der Luft auszumachen nur um sie knapp zu verfehlen. Und mit jedem Mal schien sich ihre Zielsicherheit zu verbessern. Sie waren nur knapp dreißig Meter gegangen als eine weitere Granate genau an der Stelle einschlug an der sich sich eben befanden. Shurah und der Major schauten sich darauf hin kurz an ehe sie weiter hetzten ehe sie das Ende des Grabens erreichten. An dessen Kopfseite war eine wackelige Metalleiter montiert. Oben auf der Leiter stand ein nervöser Infanterist der sich, wie Shura eben, nervös umschaute, als könnte er es nicht erwarten hier endlich wegzukommen. Er richtete den Lauf des Gewehrs mal hier hin, mal dort hin und als der Leutnant und der Major hickend und schnaufend in seinem unteren Blickfeld erschienen richtete er instinktiv und aufgekratzt wie er war das Gewehr in ihre Richtung. "He, He! Sullivan, Ich bin's, Ich bin's... Leutnant Jarih!" Sie hob beschwiftigend den freien Arm hoch und winkte ihm zu. "Nicht schiessen Ich.. Ich hab' den Major gefunden!" "Major, sind Sie das?" Der Blick des Infanteristen Namens Sullivan wirkte skeptisch und unruhig. Er kniff die Augen zusammen und musterte den Mann vor sich. Dieser hatte eine normale Größe und trug die Uniform eines höheren Offiziers. Die goldenen Schulterklappen und die aufgenähten Rangabzeichen an seiner Schulter wiesen ihn in der Tat als Major der Infanterie aus. Das war auch alles was an ihm den Anschein eines Offiziers machte. Seine Haare waren zerwühlt und sauber an der Schläfen rasiert wie es eigentlich nur die Mannschaften machten. Seine bernsteinfarbenen Augen funkelten wild aus ihren Höhlen. Ein ungepflegter Bart zierte sein -Gesicht- markantes Gesicht. Zur Krönung zog sich eine breite, rosa Narbe von seinem Jochbein bis zum Nasenrücken quer durch seine linke Gesichtshälfte. Rote Äderchen in den Augenrändern zeugten von wenig Schlaf und starken Alkoholkonsum. All das gab ihm durchaus eine verwegene Allüre und ließ ihn so garnicht wie einen Offizier wirken. Im Grunde wirkt er nicht mal wie ein Soldat. Eher wie Söldner oder wie ein Vagabund... "Scheiße, Major.." kam es krächzend aus Sullivans Hals. "Ich hab'se fast über'n Hauf'n geballert, man!" Er lachte heißer in sich rein und schulterte das Gewehr. "Jetzt aber nichts wie weg hier! Diese Bastarde machen uns verdammt nochmal die Hölle heiß. Scheiße..." Er spuckte aus und wischt sich mit den Handrücken den Mund ab. "Ich wußte garnicht dass die Penner sowas können..." Der andere Soldat, der bisher regungslos mit verschränkten Armen, an die Wand gelehnt, unter halb der Treppe stand, gab ein bestätigendes Grunzen vor sich. Sein Gesicht konnte man nicht erkennen da er eine schwarze Gasmaske trug. Gekleidet war er mit einem verschmutzten, weißen Unterhemd unter dem sich ein trainierter Körper spannte. Seine Arme waren lang und muskulös und seine dunkle Haut mit etlichen Tätovierungen und Narben verziert. Er trug eine dunkelblaue Kampfhose der Infanterie und seine Kampfjacke hatte er sich mit den Ärmeln um die Hüften gebunden. Er wirkte bedrohlich und durch seine hühnenhafte Statur überragte er die meisten anderen Soldaten. "Wir sollten verschwinden, Wie Sully gesagt hat" Gab der Riese ruhig von sich. "Hier wird es langsam eng und heiß." Jimmy antwortete mit einem knappen Nicken und die kleine Gruppe setzte sich in Bewegung. Der Himmel über ihnen war mittlerweile von Suchlichtern und umherschwirrenden Leuchtspurgeschossen hell erleuchtet so dass es ihnen leicht gelang ihren Weg in der vernarbten Landschaft zu finden. Sie hechteten über Stacheldrähte und Trümmerteile, umgingen tiefe Granattrichter in denen sich Treibstoff und giftiges Gas sammelte. Tote und Verletzte lagen gleichermassen verteilt auf dem Schlachtfeld und feindliche Granaten schlugen weiterhin um sie herum ein. Heftige Explosionen rissen tiefe Krater in den felsigen Boden und schleuderten sowohl Erde, Gesteins- und Granatesplitter also auch Körper wirbelnd durch die Gegend. Die Luft war erfüllt von dem Geruch von verbranntem Fleisch, Schießpulver und geschmolzenem Metal gemischt mit brennenden Treibstoff und Giftgas. Eine chaotische Kakophonie aus Detonationen, Schreien und heulenden Mörsergranate erfüllte die Umgebung während der Boden dermaßen zitterte dass manche glaubten die Erde würde sich jeden Moment unter ihren Füßen auftun und sie alle verschlucken. Als sie vollkommen mit Dreck bedeckt und außer Atem den hinteren Teil der Frontlinie erreichten bot sich ein Bild der Verzweiflung: Überall war Material verteilt, Soldaten irrten verloren umher, jede bis jetzt aufrecht erhaltene Ordnung schien zusammenzubrechen. Verwundete schleppten sich humpelten und stolpernd mit letzten Kräften von überall heran, tote lagen wahllos am Boden verteilt. Einige Offiziere versuchten vergebens Befehle zu erteilen jedoch schien sich in der allgemeinen Panik keiner dafür zu interessieren: Jeder war damit beschäftigt seine eigene Haut zu retten und den Arsch aus dem Schussfeld zu schaffen. "Verfluchte Scheiße" brachte der Major hustend hervor. "Wir müssen schleunigst zum Landeplatz ehe dieser Abschnitt auch verloren geht!" Sein Blick schweifte über den rotglühenden Horizont von dem die Großoffensive gleich einer Feuerwalze heran rollte. Was war hier bloß los? Klar, in der Zeit in der das 77ste Bataillon hier stationiert war gab es einige harte Gefechte aber dies war mit keiner vorhergehenden Schlacht zu vergleichen. Die Gewalt, die sich plötzlich über und um ihn herum entfesselte versetzte auch hartgesottene Frontschweine wie den Major in eine besorgte Unruhe. Keiner hatte mit einer Offensive dieser Härte gerechnet und die Kampferprobten Soldaten des Dritten Armeekorps liefen wie aufgescheuchte Hühner herum, verzweifelt auf der Suche nach Deckung und einem Ausweg aus dieser Hölle. Jimmy betrachtete eine Weile die Szenerie und ihm wurde klar: Diese Schlacht war definitiv verloren, die Front brach an sämtlichen Abschnitten zusammen, die Armee befand sich auf einem ungeordneten Rückzug ohne Chance darauf sich in den hinteren Teilen neu zu formieren. Dies schien der Anfang vom Ende zu sein. Oder das Ende vom Anfang... (Fortsetzung folgt)
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  6. Das 77ste Infanteriebataillon (quasi vollständig) aka die Botbande Von links nach rechts: Master Sergeant Albert Pepper, Private Mike Sullivan, Lance Corporal Georges "Pink Guy" Miller, First Lieutenant Shura Jarih, Major James "Jimmy Jimbo" Rustleton, General Edvard "Looty McRansack" Mosken, Captain Carmen San Diego, Lieutenant Louis Elwood, Private Murielle "Miss Chievous" Dubois, Corporal Dave Robicheaux und Kowalski (Dienstgrad unbekannt).
  7. Starbound ist Chucklefish's ungeliebtes, vernachlässigtes Stiefkind. Und den Pyramidenkrempel können die sich echt an den Hut stecken. UNINTERESSANT!
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  9. Vorwort: Das ist nun endlich die Fortsetzung zu meiner Lore. Falls du den ersten Teil des ersten Kapitels noch nicht gelesen hast, solltest du den erstmal lesen damit du den Rest verstehst. Viel Spaß beim lesen. Minka wird bestimmt wieder so freundlich sein und den Text korrigieren *winker*. Seit nachsichtig mit mir, die Schule ist lange her bei mir TEIL I: GRABENRATTEN Kapitel 1: Der Horschposten (Fortsetzung) Fassungslos starrte der Major in die dunkle Leere die sich vor ihm ausbreitete. "Verflucht", schimpfte er. "Elwood! Komm verdammt nochmal zurück!" Er rief so laut nach ihm dass das Echo seiner Stimme wie eine Welle über den gefrorenen Boden brandete. Doch es war vergebens. Elwood war, flinkt wie eh und je, geräuschlos hinter einem Schutthaufen verschwunden und völlig außer Sicht geraten. Durch die Uniform mit weißen Tarnfleckmuster wäre er auch bei strahlendem Tageslicht im zerklüfteten und verschneiten Niemandsland schwer auszumachen gewesen, aber ihn in dieser menschenfeindlichen Finsternis auszumachen war hoffnungslos. "Elwood!", rief der Major erneut nach seinem Leutnant, diesmal aber etwas gedämpfter um nicht seine Position zu verraten. Sein Herz raste und pumpte warmes Blut in jeden Winkel seines Körpers, sodass er bald nur noch vor lauter Nervosität und nicht mehr vor Kälte zitterte. Und zum nervös sein hatte er allen Grund. Er hätte nicht nur den Verlust eines leichtsinnigen Rekruten, der jetzt tot und kalt in der Ecke lag, zu verschulden, sondern auch noch der Verlust seines besten Schützen. Außerdem war Elwood nicht irgendein frischer Rekrut der sich nachts aus Unachtsamkeit im Schützengraben eine Zigarette anzündet und dadurch von einem Scharfschützen ins Visier genommen wird. Elwood wäre eher der Schütze der den armen Teufel mit der Kippe ausgemacht und mit einem gezielten Schuss zwischen die Augenbrauen auf direkten Weg ins Jenseits befördert hätte. Dazu war er auch einer der wenigen Menschen den der Major einen Freund nennen konnte. Er sagte sich zwar dauernd dass es in der Armee keine Freunde sondern nur Kameraden gäbe, dass Bindungen und Gefühle einem auf dem Schlachtfeld nur im Weg stünden aber irgendwie hatte er den draufgängerischen Typen wider aller Grundsätze gern gewonnen. Er konnte sogar von sich sagen dass er seine Gegenwart sehr zu schätzen wusste. Natürlich gab es auch andere Soldaten und Offiziere mit denen er sich gut verstand. Hauptmann Shura Jarih zum Beispiel kannte er noch aus seinen Zeiten als junger und ehrgeiziger Feldwebel und Sergeant Pepper war ihm trotz (und vielleicht auch wegen) seiner eigenartigen Art ebenfalls irgendwie ans Herz gewachsen. Aber wäre er um ihr Wohlergehen genau so besorgt wie jetzt eben um das von Elwood? Bilder von kameradschaftlichen Nächten am Lagerfeuer, einsamen Nachtwachten und so manch durchzechter Nacht auf Fronturlaub tauchten verschwommen vor seinem inneren Auge auf und er bemerkte dass Elwood in fast jeder einzelnen Erinnungen vorkam. Vielleicht war der Major ja doch nicht so hart wie er dachte und hatte so etwas wie Freundschaft zugelassen. "Das kann doch alles nicht war sein! Sch****!" wütend schlug er gegen den Holzverhau vor ihm. Er ballte zornig die Faust um die sich der nasse Lederhandschuh geräuschvoll spannte. Er wollte gerade ein letztes mal nach Elwood rufen da bemerkte er ein Geräusch dass ihn in solchen Situationen immer in höchste Alarmbereitschaft versetze. Das Geräusch, das den Puls von jeden wachsamen Soldaten in stillen Nächten an der Front hochfahren und zum Gewehr greifen lässt. Das unerwartete Geräusch von unter schweren Lederstiefeln knischender Schnee. Sein eh schon hoher Puls schoss noch höher und sein nun trommelndes Herz schien seinen Brustkorb zum bersten zu bringen. Er griff nach der ein seinem Gurt hängenden Pistole und zog sie aus dem Holster. Es war ein klobiges, stählernes Monstrum das zwar in eine andere Zeit gehörte sich aber als äußerst zuverlässig erwies. Es war verglichen mit den hochmodernen Maschinengewehren mit denen die Infanteristen der Armee standardmäßig ausgerüstet wurden eine eher primitive Waffe. Sie besaß eine Trommel in der sieben .50Cal Patronen, die extra für Handfeuerwaffen angefertigt wurden, platz fanden. Ein Hahn musste gespannt werden der mit Hilfe eines Abzugmechanismus immer wieder betätigt werden konnte. Ein recht simples aber dafür um so verlässlicheres Prinzip. Der Griff war mit einem edlen Holz verkleidet und durch regelmässiges Ölen sah die Waffe immer wie neu aus. Der Major mochte diese Waffe. Während er sie zog wand er sich blitzartig um hundertachtzig grad und richtete den Lauf in die Richtung aus der er das Garäusch vermutete. Sein Finger verkrampfte sich über dem Abzug. Er kniff das rechte Auge zu und hielt den Atem an. Nun war es wieder völlig still. Er konnte das Blut in seinen Ohren rauschen hören und das Adrenalin ließ seinen Körper beben. Er spähte in die Dunkelheit und versuchte irgendetwas auszumachen, den Arm mit der Waffe am Ende immer noch ausgestreckt. Zuerst passiert nichts und als der Major schon dachte er würde sich nun auch Sachen einbilden vernahm er erneut das vertraute Geräusch schon knirrschendem Schnee. Es tauchten zwei Gestalten auf die sich mit gleichmässiger Geschwindigkeit auf ihn zu bewegten. "Verdammte Sch***! Warum gerade jetzt?" fluchte der Offizier leise in sich hinein. Er legte die andere Hand an den Griff der Waffe um mehr Stabilität beim Zielen zu bekommen. Die Gestalten waren nur noch einige Meter entfernt und schienen plaudernd und gemütlich auf ihn zu zugehen. "Jetzt kommt es darauf an. Ihr oder ich" dachte er sich. Sein ganzer Körper war gespannt wie eine Saite. Er atmete tief ein. Die beiden waren nun nahe genug um zwei sichere Treffer zu erzielen. Nun standen sie nur etwa 4 Meter von ihm entfernt. Sie blieben abrupt stehen. Wenn er sie sehen konnte, konnten sie ihn auch sehen und wenn sie ihn sahen, sahen sie wahrscheinlich auch den gezogenen Revolver der auf sie gerichtet war. In letzter Sekunde konnte er noch das für den Winterkrieg übliche weiße Tarnfleckmuster der Garde erkennen und nahm den eben noch verkrampften Finger vom Abzug. "M-Major..?" sagte eine zögernde Stimme. Der Major konnte förmlich spüren wie die Anspannung nachließ. Am liebsten hätte er sich vor Erleichterung in den Schnee fallen lassen und gelacht aber dafür war er immer noch zu aufgedreht. "Oh Gott, Jungs. Ihr habt mir einen Schrecken eingejagt" Er atmete vor Erleichterung geräuschvoll aus. Sein Herz hämmerte zwar immer noch in seiner Brust aber der Moment war überstanden. Vor ihm standen nicht zwei Marodeure der gegnerischen Truppen, sondern zwei ihn verdutzt anschauende Soldaten der Garde. Er erkannte die zwei als Gefreite seines Bataillons die ungläubig in den Lauf seiner immer noch gezogenen Waffe schauten. Anscheinend waren sie die Wachablösung. "Das ist aber gerade noch gut gegangen Jungs" Er merkte dass er den Revolver immer noch auf sie gerichtet hatte und steckte diesen ruhig zurück in den Holster. "Ihr müsst hier draussen vorsichtiger sein. Wir haben doch ein Passwort ausgemacht. Ich will nicht dass wir uns hier draußen aus lauter Nervosität gegenseitig über den Haufen schießen". Fuhr er die beiden unachtsamen Soldaten an doch während er das sagte glitzerte auf seiner Stirn eine dünner Film Angstschweiß. Sein atem ging immer noch schwer doch er schaffte es sich wieder zu beruhigen. "Sir, es- es tut uns leid, wir-" doch noch ehe der Gefreite seine Ausrede zuende stammeln konnte wurde er durch den Aufschrei des anderen unterbrochen der eben die Leiche seines Kameraden entdeckt hatte. "Oh Gott! Frank. Nein. Nein!" der Gefreite fiel vor dem Gefallenen auf die Knie und beugte sich über ihn. "Nein...Nein..." er schluchzte während er sich die Hände vor sein Gesicht hielt. Der Major schaute ihn nur an, nicht wissend wie und ob er den Soldaten Trost spenden sollte. Immerhin starben andauernd Soldaten im Krieg. Erst letztens wurde ein komplettes Bataillon dass weiter östlich Stellung bezogen hatte vollkommen aufberieben. Von zweihundertvierzig Soldaten hatten nur hundertfünfzig überlebt und da hatte man sich ja auch nicht die Zeit genommen jeden Einzelnen zu betrauern. Und dennoch, dieser Tod hier schien was persönliches zu haben. In dem Moment dachte er was wäre wenn anstelle des toten Gefreiten nun Elwood mit einem Kopfschuss da niederliegen würden. Der Gedanke verpasste ihm eine Gänsehaut. "Major, was... was ist passiert? Was ist mit Frank?" Der andere Gefreite schaute erst seinen trauernden Kameraden, dann seinen Offizier an. Eher er antworten konnte vernahmen alle drei hinter dem Major eine Bewegung gefolgt von dem Laut den man hört wenn ein Soldat mit Stahlkappenstiefeln auf den morschen Unterboden eines Schützengraben springt. "Er ist gefallen. Was denn sonst?" sagte eine dem Major sehr vertraute Stimme. "Sch***** passiert nun mal im Krieg. Finde dich damit ab" Der Major wand sich erneut um und schaute Elwood, der eine heroische Pose eingenommen hatte in die Augen. Mit geschwellter Brust stand er mit geschultertem Gewehr vor ihm. Hätte er noch einen Salto mit abschließender Pirouette samt Verbeugung gemacht wäre die Nummer perfekt gewesen. Er hatte den Zingerfinger seiner linken Hand gehoben an dessen Ende die Mütze eines feindlichen Offiziers baumelte. "Ich hab' dir doch gesagt da ist was" sagte Elwood und warf dem Major die Mütze zu. Dieser fing sie auf und betrachtete verwirrt das Loch in der Mitte der roten Kappe. "Scheiße, Elwood! Was soll der Mist?!" Der Major warf dem Leutnant wütend die Mütze zurück und funkelte ihn an. "Entspann' dich doch. Is' doch nix passiert, man. Easy.." sagte Elwood. "Der Penner wollt sich an uns ranschleichen, Man. Verstehste? Schau mal was der dabei gehabt hat." Er krammte einen seltsamen Bündel aus seiner Umhängetasche hervor und hielt es dem Major direkt vor das Gesicht und wedelte damit herum. "Was soll denn das sein?" Er zog ihm das komische Ding aus der Hand und betrachtete es. Es schien aus miteinander verbundenen Kupferrohren zu bestehen, die einen kleinen Behälter zu ummanteln schienen. Die Verarbeitung war äußerst primitiv. Der Major schaute Elwood fragend an. "Willst du mich-" Elwood schaute den Major an als könnte er es nicht fassen. "Bist du irgendwie bescheuert? Das ist eine Hinterwäldlergranate, man! Das Teil scheint zwar im Gegensatz zu unseren Waffen aus der Steinzeit zukommen aber die Typen bauen die Teile aus Schrapnell und anderem Zeugs zusammen. Die Rohre hier werden mit Splittern gefühlt und wenn dir so ein Teil im Graben um die Ohren fliegt... Tja..." Er machte eine Pause. Als er merkte dass der Major ihn immer noch wütend anschaute fuhr er fort. "Jim- ich meine Major, was hätte ich denn tun sollen? Warten bis der uns das Teil hier reinwirft damit es uns in Stücke reißt? Ich hab dir vielleicht dein blödes Leben gerettet und du pisst mir hier ans Bein. Was ist mit dir nur los? Früher hättest du doch bei sowas doch mitgemacht, oder?" sagte der Leutnant und runzelte die Stirn. "Mein Leben,was...? Ich hab mir Sorg-" Er wurde von dem trauernden Gefreiten unterbrochen. "Ihr... Ihr habt Frank getötet. Ihr- Ihr habt ihn sterben lassen! Ihr habt ihn sterben lassen! Ihr habt ihn auf dem Gewissen, Ihr Mörder!" Der Soldat schrie Elwood und den Major an und rieß dabei sein Gewehr hoch und richtete es auf sie. "Mark. W-was tust du denn da?" Stotterte der andere ungläubig und schaute verwundert seinen Kameraden an der nun mit angelegtem Gewehr neben ihm stand. "Hey, hey. Ganz ruhig Soldat" Der Major versuchte sich in einem beruhigenden Ton aber Psychologie und Diplomatie waren nie seine Stärke. Er griff instiktiv nach seiner Waffe, wurde aber von dem aufgebrachten Gefreiten gestoppt. "Hände weg von der Pistole. Hände weg verdammt!" schrie er den Offizier an. Sein Atem ging unregelmäßig und schnell. Seine Augen huschten aufgeregt zwischen seinen beiden Zielen hin und her. "Ich knall euch beide ab, ihr miesen Schweine! Ihr- Ihr habt Frank auf dem Gewissen!" "Wir haben niemanden auf dem Gewissen, du A****loch. Der Idiot hat sich selbst umgebracht als er die Kippe angezündet hat. Er hat dadurch wahrscheinlich unsere verdammte Position verraten und diese Ratte hier angelockt die uns das Licht auspusten wollte" Er hielt die erbeutete Mütze dabei in die Richtung des Gefreiten."Sch***e, ich hab doch schon immer gesagt: Rauchen kann tödlich sein" sagte Elwood fast gleichgültig. "Halt dein verdammtes Maul! Ich- ich- ich weiß genau was für eine Art Typ du bist. Du kommst mir nicht davon. Ich weiß von dir" die Anspannung und die Angst in seiner Stimme ließ sich deutlich heraus hören. Anscheinend war der arme Soldaten durch den Verlust seines Kameraden endgültig durchgedreht. "Was willst du schon wissen, du Zinnsoldat? Du bist doch noch grün hinter den Ohren. Ich wette du hast nicht die Eier abzudrücken. Oder etwa doch?" gab Elwood zurück. "Elwood. Meinst du nicht es ist ein schlechter Moment den Assi heraushängen zu lassen? Provozier ihn doch nicht..." Der Major versuchte immer noch mit ruhiger Stimme die Situation zu deeskalieren. "Sie halten am besten auch ihren Mund Major. Über sie erzählt man sich auch einiges. Frank..." der Gefreite fing erneut an zu schluchzen. "Frank war nicht der-" "Man, Sch**** auf Frank" sagte Elwood knapp. Noch eher der Major seinen Kopf zu ihm drehen konnte hatte Elwood bereits in einer erstaunlichen Geschwindigkeit den Lauf seiner Waffe gehoben und visierte den Gefreiten an. Die Sekunden die vergingen fühlten sich wie Minuten an. Es war völlig still und die Spannung schien die Luft förmlich zu zereißen. Plötzlich kam der Schuss. Elwoods Scharfschützengewehr gab einen gewaltigen Knall von sich. Erneut spie eine riesige Feuerzunge aus der Mündung der Waffe und erhellte dabei für kurze Zeit die Umgebung und tauchte die Gesichter der Anwesenden in ein unheilvolles, rotes Licht. Der Inpakt des Geschosses war gewaltig. Der Körper des Gefreiten der eben noch mit geladener Waffe vor ihnen stand wurde mindestens zwei gute Meter durch die Luft geschleudert und landete direkt neben der Leiche seines Kameraden. Es herrschte für einen Moment der ewig andauernd schien wieder vollkommene Stille. Der Major schaute fassungslos in die Richtung in die die Leiche geflogen ist und atmete tief ein und aus. Wie konnte die Situation denn nur so aus dem Ruder laufen? Der Moment hielt an bis sich der ebenso entgeisterte andere Gefreite aus der Starre löste und versuchte sich davon zu machen. "Du bleibst genau wo du bist" sagte Elwood trocken und lud schon die nächste Patrone in die Kammer. Der Soldat, der das Geräusch, einer Waffe die geladen wurde, hinter sich wahrnahm, hielt prompt inne. "Elwood! Bist du denn jetzt total übergeschnappt?! Was tust du da?!" Der Major war ausser sich. "Sollen wir ihn denn etwa laufen lassen?" er blickte dabei, das Gewehr in Anschlag, auf den Gefreiten, dann schaute er den Major ernst an."Sollen wir ihn laufen lassen damit er im Lager erzählt dass wir beide zwei unserer eigenen Leute erschossen haben? Was denkst du wie die Leute reagieren werden? Du weißt doch wie die Sache um uns steht. Scheiße, James. Sei vernünftig. Wir können ihn nicht gehen lassen" Elwood blickte den Major flehend an. Und dieser erkannte dass sein Leutnant recht hatte. Die Sache stand wirklich nicht gut um sie beide. Major James Rustleton und Leutenant Louis Elwood waren in der Tat keine Vorzeige Soldaten. Nicht dass sie auf dem Feld keine fähigen Kämpfer waren. Ganz im Gegenteil. Der Major war als ein hervorragender Offizier bekannt, der seine Männer zu führen wusste und Elwood war wie gesagt ein Meister seiner Klasse. Jedoch kursierte das Gerücht dass James und Louis in früheren Zeiten in dubiose Geschäfte verwickelt waren in denen es um abtrünnige Soldaten und Waffen aus Armeebeständen ging. Es ging ebenfalls ein Gerücht um das besagte dass die beiden ihre Partner, die ebenfalls Offiziere der Garde waren, erschossen hatten weil diese angeblich gedroht hatten ihre illegalen Aktivitäten zu melden. Dies waren zwar alles nur Gerüchte, nur weit entfernt und isoliert von der Heimatwelt, in dieser gottverlassenen Eiswüste waren Gerüchte die so manchen Soldaten zu Dummheiten anstacheln konnte in der Tat das Allerletzte was sie brauchten. "Ihr- Ihr- Ihr könnt mir- Ihr könnt mir vertrauen. Ich sage auch kein Wort. Wirklich. Ich-I-ich verspreche es!" der Gefreite winselte um sein Leben. "Halt deinen Mund. Du weißt eh schon zu viel" Elwood seufzte. "Nimm es nicht persönlich, Kid. Wir versuchen hier alle nur am Leben zu bleiben" Er hielt sein Auge an das Fernrohr und zielte direkt auf die Brust des Gefreiten. "Nein! Oh Gott! Bitte Nicht!" flehte der Gefreite. "Elwood! Nein!" Schrie der Major seinen Leutnant an. Elwood hörte aber nicht mehr hin und konzentrierte sich auf seinen Schuss. Er krümmte den Finger am Abzug doch bevor er genug Druck ausüben konnte hielt er inne, denn er hatte ein Geräusch gehört. Die beiden anderen hatten das Geräusch ebenfalls gehört und wandten sich um. Es war eine andere Art Geräusch. Ein Geräusch das äußerste Gefahr bedeutete. Es war nicht wie das Geräusch von knirschenden Schnee, dass einen auf der Lauer liegenden Soldaten die Ohren spitzen ließ, sondern ein Geräusch dass jeden Frontsoldaten in Angst und Schrecken versetze. Es war das noch entfernte, aber immer näher kommende, pfeifende und schrille Geräusch einer heranfliegenden Mörsergranate. Die drei blickten sich zuerst verwundert, dann erschrocken an. "Granate! In Deckung!" Rief der Major der vergebens versuchte auf dem gefrorenen Boden in Deckung zu rennen. "Oh, verdammte Axt!" Elwood ließ seine Waffe fallen und warf sich zur Seite. Der Gefreite drehte sich abermals um und versucht erneut das Weite zu suchen. Die Granate landete genau an der Stelle an der sie eben noch standen und prallte auf der eisigen Oberfläche ab, landet einige Meter weiter und fing an sich wie ein Kinderspielzeug auf der Eisfläche zu kreiseln. Blankes Entsetzen stand dem Major im Gesicht. Er versuchte davon zu rennen, rutschte aber auf dem Eis aus und fiel zu Boden. Er versuchte sich wieder aufzurichten doch er rutsche wieder aus und landete auf allen Vieren. Panik kam in ihm auf. Sollte alles denn wirklich so enden? All die Schlachten, die Siege und Niederlagen? All die gefallenen Kameraden und all die getöteten Feinde? Die brennenden Dörfer? Das vergossene Blut. War es das alles denn wert nur um an der Seite seines vielleicht besten Freundes letztendlich doch noch zu sterben? Er zog die Beine an, kniff die Aufen zusammen und hielt sich die Ohren zu. (Fortsetzung folgt)
  10. Hallo und herzlich Willkommen, Karim! Auf der Suche nach netten (und lustigen) Leuten bist du bei uns genau richtig! Falls du Anschluss suchst, einfach ingame melden (oder wie eben gerade über das Forum) Wir freuen uns dich unter uns zu haben. Bis sehr bald ingame!! Dir auch, frohe Weinachten! ^.^
  11. Vorwort: Ich habe mich endlich mal dazu durchgerungen den ersten Teil meiner Lore zu schreiben. Ich wurde durch Miraaks Post im Chat sehr inspiriert und musste meine Ideen einfach mal festhalten. Ich habe vor die Lore auch in Form von Logs und Einträgen zu erstellen die ich (hoffentlich) regelmässig hochladen werden. Hier schonmal der erste Teil. Ich bin nicht so begabt, aber ich hoffe ihr werdet trotzdem Spaß beim Lesen haben. LG, euer Jim P.S: falls ihr Rechtschreibungs- und Formfehler findet sagt mir bitte bescheid^^) Teil I: Grabenratten Kapitel 1: Der Horschposten "Da ist nichts mehr" sagte der Major mit dampfenden Atem. "Du bildest dir langsam Sachen ein..." "Und ich sage dir , ich habe da draußen einen von denen gesehen!" gab der Leutnant leicht irritiert zurück und hielt das Zielfernrohr seines Scharfschützengewehres wieder an sein rechtes Auge. Der Major zuckte nur mit den Schultern, sah den Mann neben ihm eine Weile lang an, lehnte sich schließlich über den Rand des Schützengrabens, drückte sich den Feldstecher an die Augen und spähte in die absolute Finsternis. Doch da war nichts zu erkennen. Keine Umrisse oder Konturen, keine Schatten. Einfach nur abgrundtiefe Dunkelheit, die alles zu verschlucken schien. "Das ist doch Zeitverschwunden, Elwood. Komm lass' uns wie-" "Psshhh..." Ohne sich abzuwenden gab der Leutnant dem Major mit einem zischenden Geräusch zu verstehen ruhig zu bleiben. Er verharrte in absoluter Regungslosigkeit und wäre da nicht ein kleines Dampfwölkchen, das ab und an aus seinem Mund aufstieg, hätte man meinen können, er wäre in seiner Starre erfroren. Der Major schüttelte nur den Kopf und lies es auf sich beruhen. Manch anderer Offizier hätte in dieser Situation seinen Untergebenen gemaßregelt, aber dafür kannte er den Leutnant zu gut. Leutnant Louis Elwood (den alle, bis auf die rangniedrigeren Gefreiten und frischen Rekruten, einfach nur Elwood nannten) gehörte zu den begabtesten Scharfschützen, die das 77ste Infanterie Bataillon zu bieten hatte. Was ihm an Respekt und Disziplin fehlte, machte er mit einer außergewöhnlichen Trefferquote wieder wett und so kam er mit so manchen Dingen davon, die anderen Soldaten ein Disziplinarverfahren eingebrockt hätte. "Verdammt, Elwood" , murmelte der ranghöhere Offizier. Abermals lehnte sich der Major über den Rand des Schützengrabens, in dem die beiden Männer saßen. Nun, eigentlich waren sie zu dritt. Letzterer lag aber auf dem gefrorenen Boden und würde da auch noch eine Weile liegen. Man konnte meinen er würde sich, nach den heftigen Bombardements der letzten paar Tage, etwas Ruhe gönnen; wäre da nicht das sich langsam schwarz verfärbende Loch mitten in der Stirn. Zum Glück konservierte die eisige Kälte den toten Soldaten, sodass die Verwesung nicht einsetze und somit der Gestank eine Weile ausbleiben würde (immerhin lag dieser schon einige Tage auf der eisigen Erde). Innerhalb der nächsten Tage sollten sie dennoch versuchen, die Leiche in den hinteren Frontabschnitt zu schleppen. Sanitäts- und Bergungstrupps lehnten es mittlerweile kategorisch ab, die Leichen der Gefallenen aus den vordesten Abschnitten und Horschposten abzutransportieren. Aus verständlichen Gründen, meinten der Major und so manch anderes Frontschwein. Die vorgeschobenen Schützengräben waren an manchen Stellen kilometerweit von den hinteren, sicheren Abschnitten enfernt und ein zweiköpfiger Bergungstrupp, der entsand wurde, um einen Gefallenen zu bergen, kam meistens mit nur einem Mann und zwei Leichen zurück. "Elwood, komm. Das führt doch zu nichts. Wir sollten-", sagte der Major mit einem resignierten Ton, bevor er erneut von seinem Untergebenen unterbrochen wurde. "Einen Augenblick noch..." , gab der Leutnant von sich ohne sich auch nur ein bisschen zu bewegen. Der Major kramte eine Taschenuhr aus der Tasche seines zerschlissenen Wintermantels. Noch zwei Minuten bis zur Wachablösung. Dann würden sie sich endlich in die Sicherheit eines Unterstandes zurückziehen können, um sich dort für die nächsten vier Stunden aufzuwärmen. Er seufzte kaum hörbar und packte die Uhr wieder in die Tasche. Soll er doch noch eine Weile in die Leere starren und imaginäre Feinde jagen. Der Offizier hatte stets Vertrauen in die Fähigkeiten dieses äußerst talentierten Scharfschützen gehabt, doch je länger er in das dunkle Nichts, das die Umgebung völlig zu verschlingen schien, starrte, desto mehr Zweifel kamen auf. War Elwood denn endgültig verrückt geworden? Was hatte der Leutnant da draußen gesehen? Sah er denn jetzt auch Gespenster, wie so viele andere Soldaten, die einen Granatschock erlitten hatten? Oder vielleicht ließ in Folge der zermürbenden letzten Tage sein eigenes Wahrnehmungsvermögen nach? Er war einfach nur müde und erschöpft. Schon seit Stunden hockten sie schon halb erfroren in diesem Schützengraben. der eher einem aufgewühlten Erdloch glich und jetzt, kurz vor der Ablösung, wollte Elwood unbedingt was gesehen haben? "Das kann doch nicht sein Ernst sein" , sagte der Major genervt und spuckte in den weißen Schnee, bevor er seine Hände wieder in den Taschen vergrub und sich an die Wand des Grabens lehnte. In den letzten Wochen wurde ihre Stellung mehrmals am Tag beschossen. Wellen von feindlichen Soldaten versuchten sich abermals durch das nicht endende Niemandsland bis zu den Stellungen, die das 77ste Bataillon eisern verteidigte, vorzukämpfen. Jedoch ohne sichtlichen Erfolg. Sie alle starben im Kugelhagel, der sich aus den Maschinengewehrnestern auf sie ergoss und bald war der Boden von Toten überseht, die sich an manchen Stellen fast bis zur Hüfte auftürmten. Die Angriffe ebten jedoch vor zwei Tagen abrupt ab und so war den Soldaten eine temporäre Verschnaufspause gegönnt. Doch es war nur eine Frage der Zeit, bis die Attacken mit neuer Intensität wieder anfangen würden. Vielleicht mussten die auf der anderen Seite erstmal neue "Kugelfänger", wie die feindlichen Soldaten im allgemeinen Frontjargon genannt wurden, zum verheitzen an die Front schaffen, um das tägliche Sterben wieder aufnehmen zu können. Der Major fragte sich, woher die da drüben so viele Soldaten hernahmen und wie sich überhaupt so viele Menschen rekrutieren ließen. Täglich starben mehrere tausende Soldaten und trotzdem kamen immer mehr. Sahen die denn nicht ein, dass es zwecklos war immer und immer wieder zu versuchen die Front zu durchbrechen und dass die Soldaten der republikanischen Garde eher sterben würden, als auch nur einen Meter Land zu verlieren? Außerdem waren die Streitkräfte der Republik im Gegensatz zu denen des Feindes mit der modernsten Militärtechnik ausgerüstet und bestens ausgebildet. Die Armee bestand aus erfahrenen Berufssoldaten, die ihr Handwerk verstanden. Die Armee des Feindes, wenn man diesen undisziplinierten Haufen so nennen kann, bestand aus Bauern und anderen Teilen einer ausgedehnten Landbevölkerung, die innerhalb von Tagen in frisch geschneiderte Uniformen gesteckt und in den Krieg geschickt wurde. Sie bekamen statt einer Heugabel ein vollautomatisches Maschinengewehr in die Hand gedrückt, nur um augenblicklich von die Kugeln, die die republikanischen Maschinengewehre auf sie erbrachen, zerfetzt zu werden. Es kam ihm vor wie purer Wahnsinn. Und dennoch führten sie schon seit 9 Jahren Krieg und hielten auf höchst erstaunliche Weise die Front, ohne dass sich diese nennenswert verändert hatte. Was als ein offensiver Angriffskrieg begann, erstarrte nun zu einem äußerst hartnäckigen Stellungskrieg. Durch die extreme Kälte der ersten Winter fror die republikanische Garde im wahrsten Sinne des Wortes fest. Aus einer Offensive wurde binnen zweier Jahre eine Verteidigung, obwohl die Republikaner es ja waren, die ihre Welt angegriffen hatten. Was verteidigten Sie eigentlich hier? Hatte die oberste Führung nicht erkannt, dass sie den Feind unterschätzt hatten? Dass er seine technische Unterlegenheit mit Menschenmaterial und einen unbrechbaren Willen ausglich? Dass dem Feind, mit herkömmlichen Mitteln, nicht beizukommen war? Denn im Gegensatz zu den Soldaten der Republik kämpften diese Leute nicht für Geld. Sie kämpften für die Freiheit und für ihr Vaterland. Aber woher kam dieses Gefühl, dass junge Männer dazu antrieb sich in diese Hölle aus Eis und Matsch zu werfen und unter dem Einsatz ihres Lebens diese tote Erde zu verteidigen? Die Gedanken schwirrten in seinem Kopf, doch ehe er diese nur zuende bringen konnte, wurde der Major durch den plötzlichen Ausruf seines Leutnants, der die Stille unterbrach, aus seiner Gedankenwelt gerissen. "Hab' ich dich endlich, du Dreckskerl!" Der Finger des Leutnants krümmte sich am Abzug des Gewehrs und war die einzige Bewegung, die der Major von ihm in den letzten Minuten wahrgenommen hatte. Der Knall zerriss kurz darauf die gefrorene Luft, und eine ungeheuerliche Feuerzunge spie aus dem Lauf der Waffe und erinnerte an die eines Drachen. Der Schuss war einfach ohrenbetäubend und halte noch einige Sekunden über die Erde, ehe sich wieder Stille über die eisige Nacht legte. "Sch***e, Elwood! Wo zum Teuf-" Doch noch ehe er den Satz zuende sprechen konnte, schwang sich der eben noch so unbewegliche Elwood mit einem akrobatischen Satz über den Graben und verschwand in der Finsternis. Der Major versuchte zu reagieren und bekam ihn fast noch am Mantel zu fassen, doch es war zu spät: Er war weg. Von der Dunkelheit verschluckt. (Fortsetzung folgt)
  12. Ich habe auch so einiges an Mats die ich spenden könnte : )