Lilietta

Die Geschichte von Lilietta

Recommended Posts

Vorwort

Joa, hi erstmal! Zuallererst was Wichtiges. Wäre nett, wenn ihr keine Nachrichten oder so hier drunter schreibt. Würde nämlich gerne noch weitere Teile raushauen. Sähe also blöd aus, wenn zwischendurch irgendwie solche Kommentare wären. Danke dafür schon mal im Voraus. Btw, das soll so ne "kleine" Geschichte über meinen SB Charakter werden. Ich habe jedoch noch nie vorher wirklich ne Geschichte geschrieben, geschweige denn eine über SB! Nur damit ihr es wisst, also erwartet nicht allzu viel. Und damit geht's auch schon los!

 

Kapitel 1

Eine ungewollte Begegnung

 

Alles war schwarz. Zu hören war nur der laute Regen der auf den Boden fiel und der Starke Wind. Dann, plötzlich, wurde es Taghell. Ein lautes Donnern folgte kurz darauf.

Sie konnte kurz ihre Umgebung betrachten. Und dabei sah sie etwas. Etwas Großes... Sie wusste sofort, dass sie laufen muss. Noch bevor sie den ersten Schritt machen konnte, hörte sie schon das laute knurren und schneller werdende schwere Schritte.

Sie lief los, zwischen den Bäumen durch, ohne wirklich zu wissen wohin. Sie wollte nur zurück... zurück zu ihrem Dorf. Sie hatte Angst!

 

Einige Zeit zuvor:

 

Es war abends, als Lilietta gerade aus ihrer Hütte kam. Der Wind wehte leicht zwischen ihren Blättern hindurch, während sie sich auf den Weg zum Wald am Rand des Dorfes machte. Sie hielt einen Langen, aber schon etwas älter aussehenden, Speer in der einen Hand und in der anderen Hand einen Beutel. Als sie sich umsah, entdeckte sie Tiana, eine gute Freundin von ihr und "rechte Hand" des Greenfingers. Tiana hatte ihr viel beigebracht von dem, was sie vom Greenfinger gelernt hat. Jedoch versteht sie vieles immer noch nicht ganz und muss deshalb oft bei Tiana nachfragen, wenn es um bestimmte Sachen geht. Sie ist, nach dem Greenfinger, die schlaueste Floranerin im ganzem Dorf. Lilietta ist froh, Tiana als Freundin zu haben, da sie sie oft verteidigt hat, wenn sie von anderen Floranern aufgezogen wurde, da sie eher sanftmütig war und weniger begabt im Jagen, anders als die anderen. Zudem kann sie so vieles lernen, wozu sie sonst nie die Chance gehabt hätte.

 

"Hey, Lili! Gehst du schon wieder in den Wald um zu jagen?", rief Tiana vom anderem Ende des Zentrums vom Dorf, ein großer freier Platz mit Lagerfeuer in der Mitte umringt von vielen kleinen Hütten, zu Lilietta.

"Ja, hatte ich vor. Willst du mitkommen?", rief Lilietta zurück. Tiana schüttelte den Kopf. "Ich kann leider nicht. Irgendjemand hat mal wieder Mist gebaut und der Greenfinger möchte, dass ich das wieder richte"

"Na gut, dann vielleicht nächstes Mal!", rief Lilietta daraufhin zurück und lief dann auch schon, mit Speer und Beutel in den Händen, los in den Wald.

Sie bemerkte, wie Tiana noch was zu ihr rief, konnte es jedoch nicht mehr verstehen. Als sie sich jedoch umdrehte, um nachzufragen, war Tiana bereits verschwunden.

 

Lili war bereits einige Zeit in dem Wald, hatte jedoch immer noch nichts zum erlegen gefunden, so wie meistens. Sie hatte auch nicht bemerkt das es bereits sehr dunkel geworden ist und dunkle Wolken den ganzen Himmel bedeckten.

Sie fragte sich, wie lange es wohl noch dauern wird, bis es komplett dunkel ist, und bemerkte dabei mit einem Schreck, dass sie vergessen hatte eine Fackel mitzunehmen für Licht.

Sie durchsuchte nochmal ihren Beutel, fand jedoch nichts. Plötzlich hörte sie leise Geräusche hinter sich. Es waren Schritte von einem Tier, vermutete sie.

"Ah, na endlich. Wurde ja auch Zeit, dass ich was zu essen finde.", flüsterte sie leise zu sich selbst und ging langsam in Richtung der Geräusche.

 

Sie brauchte noch etwas, bis sie endlich die Quelle der Geräusche gefunden hatte. Mittlerweile war es so dunkel, dass sie selber nur noch kaum was erkennen konnte. Sie wollte jedoch nicht mit leeren Händen wiederkommen, und ging deshalb das Risiko ein, trotz der Dunkelheit zu jagen. Es hatte auch angefangen stark zu Regen und der Wind war auch kräftiger geworden. Sie visierte trotzdem die Quelle der Geräusche an, auch wenn sie nicht wirklich erkennen konnte, was es nun war.

Und dann sprang sie, mit dem Speer voraus, auf das Tier, und stach zu und erlegte es. Blöderweise zerbrach ihr Speer dabei, als das Tier zu Boden fiel. Es stellte sich raus, dass es ein relativ junges Fluffalo war, welches auf der Suche nach Nahrung war.

"Yay! Endlich. Zwar schade um den Speer, aber der war eh schon fast kaputt. So, und jetzt beeilen und dann nichts wie zurück zum Dorf, bevor ich gar nichts mehr sehen kann." sagte Lilietta zu sich selbst, glücklich und stolz darüber, nach vielen Misserfolgen wieder etwas erlegt zu haben.

"Tiana wird sich bestimmt freuen, wenn ich ihr davon erzähle", murmelte sie vor sich hin.

 

Als sie dabei war ihre Beute in ihren Beutel zu packen, hörte sie ein dumpfes Knacken, als ob ein Zweig zerbrach, auf den etwas sehr Schweres getreten ist. Sie bemerkte auch plötzlich eine gewisse Aura, welche ihr einen Schauer über den Rücken jagte. Sie schaute sich um, konnte jedoch nichts mehr erkennen, weil es mittlerweile komplett dunkel geworden war. Der Regen war mittlerweile auch zu einem richtigen Sturm geworden.

Dann blitzte es, und sie sah, was diese Aura ausstrahlte. Sie konnte nicht genau erkennen, was es war, aber es war riesig, und es durchbohrte sie mit seinen Augen. Sie wusste aus purem Instinkt, dass sie nicht gewinnen konnte, jedenfalls nicht ohne Waffe.

 

Dann rannte sie los in die Dunkelheit.

 

Share this post


Link to post
Share on other sites

Kapitel 2

Die Flucht

 

Sie kam vielleicht 10 Meter weit.

Dann überrumpelte sie ein stechender Schmerz und sie bemerkte wie sie den Boden unter den Füßen verlor, als sie etwas von der Seite traf und wegschleuderte.

Sie wollte aufschreien, aber der schlag presste alle Luft, die sie hatte zum Schreien, aus ihr heraus.

Sie flog mehrere Meter knapp über den Boden und landete dann wieder hart.

Der Schmerz war betäubend, doch sie konnte sich damit nicht beschäftigen. Sie musste hier weg! Schnell!!

Es blitzte erneut. Sie sah kurz, wie das Wesen zu ihr kommen wollte, jedoch von zwischen den beiden stehenden Bäumen aufgehalten wurde. Sie versuchte aufzustehen, um weiter zu rennen. Sie kam langsam auf die Beine und lief los so schnell es ihr Körper erlaubte, während die Schmerzen durch ihren ganzen Körper strömten.

Sie wusste nicht wirklich, wohin sie laufen sollte. Sie erinnerte sich nur wage an die Richtung aus der sie kam und ohne sich genau umzuschauen würde sie die genaue Richtung zum Dorf nie finden.

Verdammt! Was soll ich tun!?!, dachte Lilietta, während sie weiterlief.

Dann hörte sie ein lautes Krachen hinter sich und darauffolgend etwas Schweres auf den Boden fallen. Sie drehte sich um und sah, dass das riesige Etwas die Bäume einfach umgestoßen hat. Dann hörte sie auch schon das Knurren von dem Wesen und seine schweren Schritte, während es sie verfolgte. Sie lief immer weiter, ohne anzuhalten. Sie versuchte zu überlegen was sie tun soll, während sie rannte.

Sie kam zu dem Schluss, dass sie das Wesen auf keinen Fall zum Dorf führen darf... was, wenn es das ganze Dorf zerstören wird?

Das darf ich nicht zulassen! Was bedeutet… entweder sie muss sterben... oder das Wesen. Sie wollte nicht sterben, ihr fiel jedoch nichts ein, wie sie dieses Riesending töten soll und es schien auch nicht so, dass dieses Monster von ihr ablassen wollen würde. 

Ihre Augen hatten sich glücklicherweise inzwischen leicht an die Dunkelheit gewöhnt und sie konnte sich etwas umschauen. Dabei sah sie etwas Spitzes in einiger Entfernung... ein Fels!

Wenn ich es schaffe dieses Viech damit aufzuspießen, dann habe ich es geschafft!, dachte sie, korrigierte ihre Richtung und lief nun direkt auf den Felsen zu.

Sie drehte sich einmal kurz um, um sich zu versichern das das Wesen ihr immer noch folgt. Dabei bemerkte sie, wie nah es ihr bereits gekommen ist. Es hatte stark aufgeholt. Sie beeilte sich um den Felsen zu erreichen, bevor das Monster sie erreicht.

Sie hoffte, dass das Monster sich so sehr auf sie konzentriert, sodass es den Felsen nicht bemerkt, und direkt in ihn reinlaufen wird. Als sie direkt vor dem Felsen angekommen war, drehte sie scharf nach rechts ab.

Dann gab es ein lautes Geräusch. Lilietta wurde langsamer und jubelte vor Freude auf. Als sie sich umdrehte, blieb sie jedoch fassungslos stehen.

Die Freude in ihrem Gesicht von grade eben wurde ersetzt durch tiefe Verzweiflung. Anstatt das, wie sie es sich überlegt hatte, das Wesen von dem Felsen aufgespießt wird, wurde der Felsen fast komplett zertrümmert.

Das Wesen hingegen stand einfach nur da, vermutlich durch den harten Aufprall paralysiert, jedoch fast komplett unverletzt.

Beim Nachschauen konnte sie die schemenhaften Umrisse ihres Verfolgers sehen. Er stand auf zwei Beinen, aufgerichtet, und hatte einen abgerundeten Kopf, der beinahe wie ein Schild aussah. Er hatte große Pranken mit Stacheln auf der Außenseite.  Sie fragte sich, wie so ein riesiges und massives Monstrum überhaupt noch so schnell rennen konnte.

"Nein... das darf nicht.… wie…?!", stammelte Lilietta langsam und leise vor sich her. Dann aber sammelte sie sich wieder, ergriff die Chance und lief wieder los.

Nun war ihre einzige Hoffnung, vor dem Wesen zu entkommen solange es noch wie angewurzelt stehen bleibt.

Sie wechselte mehrere Male scharf die Richtung, um es ihm schwer zu machen sie weiter zu verfolgen, versuchte ihre Spuren zu verstecken, damit das Wesen ihre Fährte nicht nachverfolgen kann.  

Sieh hörte noch oft das Krachen von umfallenden Bäumen und ein Heulen was ihr einen Schauer über den Rücken jagte, aber sie hörte keine Schritte mehr oder spürte diese beängstigende Aura, die es ausstrahlte.

 

Nachdem sie noch sehr lange weitergelaufen war um sicher zu gehen das sie das Wesen abgehängt hatte, verringerte sie ihr Tempo langsam. Sie hatte schon länger keinen Ton mehr gehört von ihrem Verfolger. Er schien aufgegeben zu haben. In ihr breitete sich Erleichterung aus. Als sie sich wieder beruhigt hatte, kam jedoch der Schmerz stärker zurück als sie erwartet hatte. Sie hat ihren Körper überanstrengt, sie war erschöpft und hatte viele Kratzer und Schnitte, welche sie sich beim Laufen zugezogen hat. Die Schmerzen von dem Schlag des Wesens schienen auch mit der Zeit immer stärker zu werden. Sie versuchte sich langsam Richtung Dorf zu orientieren und ging weiter...

 

Nach einer Gefühlten Ewigkeit lichtete sich der Wald langsam und sie sah das Licht von Feuer.

Licht…? Feuer...? Das Dorf…! Sie war erschöpft, mit ihrer Kraft vollkommen am Ende. Während sie auf das Licht taumelnd zuging wurde ihre Sicht immer verschwommener.

Ich habe es geschafft… Sie sah Schemen von Gestalten, die ihr entgegenliefen.

Endlich… Als sie aus dem Wald kam und die offene Fläche betrat, wurden ihre Beine schwach und sie fiel zu Boden.

Ich bin zu Hause… Sie hörte eine Stimme laut nach ihr rufen. 

"Lili!!"... sie hörte sich an wie die von Tiana...

Ich bin… Dann wurde alles schwarz…

 

…zu Hause…

 

Share this post


Link to post
Share on other sites

Kapitel 3

Der Greenfinger

Das erste was Lilietta spürte war wärme.

Das nächste was sie mitbekam war, dass zwei Stimmen sich miteinander unterhielten. Eine davon kam ihr vertraut vor.

Tiana…?, kam ihr in den Sinn.

Sie versuchte langsam ihre Augen zu öffnen und sah, wie warmes Licht auf eine Holzdecke schien.

Wo bin ich? Wir haben doch immer nur Strohdächer…, überlegte sie langsam, und dann fiel ihr ein, wo es eine Holzdecke geben könnte.

Bin ich im Baum des Greenfingers?, schoss ihr durch den Kopf. Der Greenfinger ihres Dorfes wohnte in einem Großem Baum, relativ nah am Zentrum. Doch sie war noch nie beim Greenfinger persönlich gewesen. Sie hatte zwar oft von Tiana Geschichten über den Greenfinger gehört, ihn aber noch nicht selber getroffen. Tiana ist eine der wenigen aus dem Dorf, welche den Greenfinger regelmäßig treffen. Ansonsten lebt er eher zurückgezogen in seinem Baum.

"Nanu? Unsere verletzte Freundin scheint aufgewacht zu sein.", sagte eine sanfte Stimme, welche sich bis jetzt unterhalten hatte mit der Stimme von Tiana.

"Lili?!", hörte sie die Stimme von Tiana rufen. Lilietta drehte den Kopf langsam zur Seite, um zu sehen von wo die Stimmen überhaupt kommen. Dann sah sie auch schon, wie Tiana auf sie zustürmen und sie umarmte.

Lilietta stöhnte vor Schmerzen auf.

"Ganz ruhig Tiana. Jetzt drück sie doch nicht so fest. Sie ist doch grade eben erst aufgewacht.", sagte die sanfte Stimme.

"Oh, tut mir leid!", sagte Tiana sofort und lockerte ihren Griff.

"Geht schon.", sagte Lilietta leise und versuchte sich unter Schmerzen langsam aufzurichten. Tiana half ihr dabei. Zuerst schaute sie sich ihren Körper an, welcher mit Bandagen übersät war.

"War ich wirklich so schlimm zugerichtet?", fragte Lilietta scherzend.

"Du wärst beinahe gestorben! Was hast du bloß da draußen gemacht?!", fragte Tiana besorgt.

"Nun lass sie doch erstmal richtig wach werden und bombardiere sie nicht direkt mit Fragen Tiana.", sagte die sanfte Stimme beschwichtigend.

Lilietta sah hoch und sah nun, von wo die sanfte Stimme kam. Auf einem Stuhl, ein paar Meter von ihr entfernt, saß ein Floraner, welcher sie gutmütig betrachtete.

"Bist du… Greenfinger?", fragte Lilietta vorsichtig.

Der Floraner lachte beherzt auf. "Ja, der bin ich. Und du musst Lilietta sein", sagte er mit einem Lächeln im Gesicht. "Tiana hat mir schon oft von dir erzählt. Freut mich, dich endlich mal persönlich treffen zu können. Auch wenn der Grund nicht unbedingt der schönste ist für ein erstes Treffen.", sagte er, stand auf und reichte Lilietta eine Schüssel mit Wasser. Sie nahm sie dankend an und trank sie mit einem Zug leer. 

"Jedoch muss ich Tiana recht geben… es würde mich auch interessieren, was dich so stark zugerichtet hat.", sagte der Greenfinger, während er sich wieder auf seinen Stuhl setzte.

 

Und so begann Lilietta zu erzählen, was vorgefallen war. Tiana's Blick wurde immer geschockter, je mehr sie hörte. Der Greenfinger hingegen hörte aufmerksam zu, was sie sagte, während er sie weiterhin mit seinem gutmütigen Blick betrachtete.

 

"Mhm… so war das also.", sagte der Greenfinger, als Lilietta zu Ende erzählt hatte.

"Danke, das du es uns erzählt hast Lilietta. Es ist eine wichtige Information zu wissen, dass solch ein Ungetüm in dem Wald vor unserem Dorf lebt…", sagte er, jedoch war das sanfte in seiner Stimme verschwunden, und er machte ein ernstes Gesicht.

Er wandte sich zu Tiana. "Tiana? Würdest du mir einen gefallen tuen und den Wächtern sagen, dass sie noch aufmerksamer sein sollen als sowieso schon und vor allem den Waldrand im Blick behalten sollen? Sag auch den Jägern, dass sie vorsichtiger sein sollen, wenn sie auf die Jagd gehen. In solchen Zeiten müssen wir besondere Vorsicht walten lassen."

"Werde ich machen!" Und damit stürmte Tiana auch schon aus dem Baum heraus und machte sich auf den Weg.

Der Greenfinger drehte sich nun wieder zu Lilietta. "Da fällt mir ein: Ich habe mich noch gar nicht wirklich vorgestellt. Wie unhöflich von mir. Mein Name ist Nekra. Du kannst mich auch ruhig so nennen.", sagte er nun wieder in seiner sanften Stimme. "Du hast bestimmt auch einige Fragen. Also nicht schüchtern sein, du kannst mich alles Fragen", sagte er mit einem Lächeln auf dem Gesicht.

Lilietta überlegte kurz. "Wie… lange habe ich geschlafen? Und warum bin ich ausgerechnet hier? Ich meine, es gibt doch noch andere heilkundige Floraner in diesem Dorf.", fragte sie schließlich.

"Du hast fast 2 Tage geschlafen. Tiana kam jeden Tag hierher um nach dir zu sehen.", sagte er. 2 Tage?! Sie war geschockt.

"Sie war es auch, welche dich zu mir brachte. Ich habe mich anschließend um deine Verletzungen gekümmert. Und ich muss sagen, es war vermutlich besser so, dich zu mir zu bringen. Ich kenne viele Praktiken, welche im Dorf nicht bekannt sind. Es wäre auch besser, wenn du für die nächsten Tage noch hierbleibst. Die Bandagen sollten regelmäßig gewechselt werden. Also fühl dich wie zuhause. Ich muss jetzt jedoch noch etwas machen in Bezug auf diesen Vorfall. Ich werde für einige Zeit außer Haus sein. Fühl dich frei, dich umzuschauen. Bis später dann." Und damit verließ auch Greenfinger Nekra den Baum.

Lilietta betrachtete ihre Umgebung. Der Baum war von innen sehr groß, und überall hingen die verschiedensten Sachen an den Wänden. Bücherregale überfüllt von Büchern und Schriftrollen standen nebeneinander. Es gab sogar ein zweites Stockwerk. Sie widerstand jedoch den Drang, schon nach oben zu gehen und nahm sich vor, sich erstmal im Erdgeschoss umzusehen. Sie war überwältig von der schieren Masse an Objekten. Je mehr sie sich umsah, desto erstaunlichere Sachen sah sie.

 

Und so verging eine Stunde nach der anderen. Sie durchstöberte verschiedene Bücher und Schriftrollen aus den Regalen. Lesen hatte ihr Tiana zum Teil beigebracht gehabt. Sie war jedoch erstaunt, dass es in den Regalen auch Aufzeichnungen gab, in welchen Sprachen waren, welche sie nie zuvor gesehen hatte. An den Wänden hingen Karten, welche wohl das Dorf und die Umgebung darstellen sollen. Auch verschiedene Jagdtrophäen hingen an den Wänden, wie ein Horn, welches fast so groß war wie ihr Körper. Sie stellte sich vor, wie groß dann das Tier gewesen war, welchem dieses Horn gehörte. Es musste gigantisch gewesen sein.

 

Als sie fertig war mit umsehen im Erdgeschoss, schaute sie langsam zu der Leiter, die ins andere Stockwerk führte. Sie bewegte sich langsam auf die Leiter zu und kletterte an ihr hoch. Als sie oben war betrachtete sie kurz ihre Umgebung. Es war weniger mit Sachen zugestellt und auch aufgeräumter als unten.

Sie vermutete, dass dies hier das Arbeits- und Schlafzimmer von Nekra ist. Sie fing an sich etwas genauer umzuschauen und dabei fiel ihr Blick auf etwas, was ihr den Atem raubte.

In diesem Moment hörte sie wie hinter ihr jemand die Leiter hochkletterte.

Als sie sich umdrehte stand Nekra direkt vor ihr.

Share this post


Link to post
Share on other sites

Kapitel 4

Das Eigentum des Abenteurers

 

Nekra stand direkt vor ihr und schaute zu ihr nach unten.

Erst jetzt wurde Lilietta bewusst, wie viel größer Nekra war als sie selbst.

"Ähm… ich… hatte mich umgeschaut… und ich war so neugierig… das ich…", stotterte Lilietta vor sich hin, aus Angst, das sie vielleicht nicht hier sein dürfte.

"Es tut mir leid, dass ich in dein Arbeitszimmer gegangen bin!", entschuldigte sie sich aufrichtig.

Nekra musterte sie erst fragend und lachte dann. "Du hast nichts falsch gemacht. Ich sagte dir doch, dass du dich hier wie zuhause fühlen sollst. Du musst dich also nicht entschuldigen dafür, dass du nach hier oben gegangen bist. Keine Sorge.", sagte er in seiner sanften Stimme.

"Du darfst dich ruhig hier oben umsehen. Ich bin nur gekommen um etwas zu holen." Er ging zu seinem Schreibtisch, wo einige Bücher und Schriftrollen lagen, und suchte unter eben diesen nach irgendetwas.

Lilietta atmete auf. Sie war erleichtert nichts falsch gemacht zu haben

Sie schaute wieder zu der anderen Seite des Raumes, wohin sie vorhin noch hingeschaut hatte. Dort stand ein Rüstungsständer mit einer erstaunlichen Rüstung darauf. Sie war schwarz und violett. Auf der Stirn von dem Helm war ein Roter Edelstein. Zudem war die Rückseite des Helmes mit lila Federn bestückt, sowie mit zwei großen Hörnern. Auch an den Händen und Füßen waren kleine Hörner angebracht. Neben der Rüstung stand an der Wand ein Schwert. Sie wusste zwar, was Schwerter sind, hatte aber noch nie eins gesehen gehabt. Es hatte einen schwarzen Griff mit einem lila leuchtenden Juwel darauf. Die Klinge selber war weiß und glänzend. Beides, Schwert und Rüstung, strahlten förmlich und wirkten wie frisch poliert.

"Interessierst du dich für diese Rüstung und das Schwert?", hörte sie Nekra fragen, und als sie zu ihm schaute lächelte er ihr entgegen.

"Mhm… sie sehen wirklich wunderschön aus.", sagte sie und schaute wieder zurück zu den beiden Sachen.

"Die Rüstung besteht größtenteils aus Impervium, ein Metall, welches nur auf wenigen Planeten zu finden ist, und selbst da nur verhältnismäßig selten ist. Ich habe sie selber hergestellt, als ich noch herumgereist bin. Damals bin ich umhergereist und habe verschiedene Planeten besucht und erkundet. Dabei habe ich so einiges kennengelernt und gefunden. Und dieses Schwert hatte ich immer bei mir, egal wo ich war. Es heißt Glacies.", sagte er freudig zu ihr.

Verschiedene Planeten bereisen? Lilietta war verwirrt.

"Ähm… wie meinst du das mit umherreisen? Warst du nicht schon immer hier und bist hier auch immer geblieben?", fragte sie verunsichert.

"Nein. Ob du es glaubst oder nicht, ich komme nicht einmal von diesem Planeten. Als ich hier jedoch gelandet bin, konnte ich nicht anders als zu bleiben. Ich war schon zu alt um wie damals weiterhin umherzureisen. Und deshalb habe ich mich hier niedergelassen und der Stamm hat mich zum Greenfinger ernannt. Das ist jedoch schon lange her…", sagte er während er weiter auf seinem Schreibtisch etwas suchte.

"Du kommst von einem anderen Planeten?" Lilietta war sprachlos. "Aber wie bist du dann hierhergekommen?"

"Mit meinem Raumschiff.", sagte er ruhig. "Ich bin hier hergeflogen."

"Du hast ein Raumschiff?", fragte sie unglaubwürdig. Sie kannte Raumschiffe. Sie waren riesig. Sie konnte sich nicht vorstellen, wo so ein Raumschiff stehen sollte im Umkreis des Dorfes. Zudem konnte sie sich nicht vorstellen, das auch nur einer aus dem Dorf ein besitzen würde.

"Ja, habe ich. Es steht jedoch nicht hier in der Nähe des Dorfes. Man bräuchte ungefähr einen Tag bis dahin. Es müsste auch noch vollkommen funktionstüchtig sein und sollte sogar noch Treibstoff haben. Würdest du es dir anschauen wollen? Ich könnte dich mal hinführen, wenn du möchtest.", sagte er, und lächelte ihr entgegen als er sich zu ihr umdrehte.

"Gerne! Ich wollte schon immer mal ein Raumschiff aus der Nähe sehen.", sagte sie schon aufgeregt von der Vorfreude darauf.

"Ich würde es auch gern mal wiedersehen, schauen ob noch alles heile ist, und das wäre eine gute Gelegenheit. Es ist lange her, seit ich das letzte Mal dort war. Ich werde dann alles vorbereiten dafür.", sagte er und schaute wieder zu seinem Schreibtisch.

"Ah! Da ist es ja.", sagte er zufrieden und nahm eine Schriftrolle in die Hand, welche auf dem Schreibtisch lag. "So, ich muss dann wieder los. Was den Ausflug betrifft, werde ich wohl in drei Tagen alles zusammen haben. Wenn bis dahin deine Verletzungen wieder gut verheilt sind, können wir uns dann auf den Weg machen."

Als er das sagte, kletterte er die Leiter schon wieder runter.

"Ok, ich werde mich bis dahin gut ausruhen!", rief Lilietta ihm noch hinterher. Und dann war Nekra auch schon wieder weg.

 

Den Rest des Tages verbrachte Lilietta damit, in den Büchern zu lesen, welche in den Regalen standen. Zwischendurch kam Tiana sie besuchen und sie unterhielten sich über den Ausflug, den Lilietta mit Nekra vorhatte. Tiana meinte, dass sie auch gerne mitkommen würde, jedoch beschäftigt wäre mit anderen Sachen.

Nachdem es draußen dann schon komplett dunkel war und sie müde vom ganzen lesen war, entschied sie sich zu schlafen. 

Sie hoffte, dass die drei Tage schnell vorübergehen werden und freute sich schon auf den bevorstehenden Ausflug.

Edited by Lilietta
Storytechnische Entwicklung
Sheeta121299, Minka, Samuel and 4 others like this

Share this post


Link to post
Share on other sites

Kapitel 5
Das Angebot


Die Tage vergingen wie im Flug. Ihre Wunden verheilten auch alle mit der Zeit und die Bandagen an ihrem Körper wurden von Tag zu Tag weniger.
Sie war an dem Tag des Ausfluges schon sehr früh aufgewacht. Nachdem sie ein bisschen im Haus umhergewandert war, hörte sie wie jemand die Leiter hinunterstieg. Als sie sich zur Leiter wendete sah sie auch schon Nekra.
"Guten Morgen Lili.", sagte er entspannt. "Und? Bist du bereit für den Ausflug?", fragte er sie.
"Jap. Ich hab gestern schon alles zusammengepackt, was ich brauchen könnte, und in meinem Beutel verstaut.", sagte sie fröhlich.
"Gut. Ich habe auch alles fertig vorbereitet. Dann dürfte uns ja nichts mehr aufhalten. Dann werde ich mich grade noch umziehen und wir können los.", sagte er und stieg die Leiter wieder hoch.
Umziehen? Wieso umziehen?, fragte sich Lilietta. Sie zuckte mit den Schultern und dachte sich nichts weiter dabei. Sie wanderte ein bisschen im Raum umher. Dabei fiel ihr Blick auf den Rucksack von Nekra, welcher neben der Tür stand, die nach draußen führte. Er war mit allen möglichen Sachen beladen. Alles Sachen, welche sie für den Ausflug brauchen werden. 

 

Als sie grade dabei war, nochmal alles durchzugehen was sie bei sich hatte, um sicherzustellen, dass sie nichts vergessen hat, hörte sie ein Rascheln, welches aus Richtung Leiter kam. Als sie sich umdrehte, blieb sie wie angewurzelt stehen.
Vor ihr stand Nekra. Jedoch nun mit der Rüstung, welche vorher noch in seinem Zimmer auf dem Rüstungsständer war. Die Rüstung passte ihm wirklich bis aufs kleinste Detail. Sie saß nicht locker, schien jedoch auch nicht zu eng zu sitzen. Sie passte ihm perfekt. Als sie ihren Blick weiter über Nekra schweifen ließ fiel ihr Blick auf seine Rechte Hand. Dort sah sie das Schwert, welches sie ebenfalls schon oben gesehen hatte.

Er wirkte wie ein anmutiger Krieger.

So sieht das also aus, wenn man seine eigene Rüstung hat, dachte sie.

Die einzigen Rüstungen die Lilietta kannte, waren die Lederrüstungen die eigentlich jeder Floraner aus dem Dorf besaß. Jedoch gab es die nur in bestimmten Größen, um Arbeit zu sparen, sodass die Lederrüstung eigentlich fast immer zu locker oder zu eng saß, wenn man sich eine holte fürs jagen. Die einzigen, die metallene Rüstungen tragen dürfen im Dorf, sind die Wächter. Jedoch haben auch diese keine nach Maß angefertigten Rüstungen, weil es sich schlichtweg nicht lohnt, für jeden Wächter eine eigene Rüstung zu machen, da eh nie alle gleichzeitig auf Patrouille sind und das Metall dafür auch viel zu wertvoll ist.
Sie schaute an sich selber herunter. Sie selber hatte momentan nur ihre Stofftücher um ihre Brust und ihre Hüfte gebunden, damit sie nicht vollkommen nackt war. Normalerweise läuft sie immer so rum, und auch im Dorf ist es nicht unüblich so wenig Stoff am Körper zu haben. Nur fühlte sie sich plötzlich etwas unangenehm, als sie ihre Stoffe mit seiner Rüstung verglich. Sie schaute beschämt auf den Boden
Als Nekra dies sah fing er plötzlich an zu lachen. Sie schaute ihn verdutzt an. "Warum lachst du?", fragte Lilietta ihn, sichtlich verwirrt.
"Ach... es ist einfach... bei deinem Blick von eben musste ich direkt an mich denken, wie ich zum ersten mal jemand in solch einer Rüstung gesehen habe.", sagte er mit einem Lächeln im Gesicht. "Aber genau deswegen hab ich mir erlaubt, etwas für dich in Auftrag zu geben."
Nekra drehte sich um und kletterte die Leiter einmal kurz hoch und kam mit einem Beutel in der Hand wieder hinunter.

Liliettas Blick wurde immer verwirrter ...in Auftrag gegeben? Was meint er? 
"Das ist für dich", sagte Nekra und hielt ihr den Beutel hin. Sie nahm in mit fragendem Gesicht entgegen. Er war nicht leicht, aber auch nicht wirklich schwer. Als sie ihn öffnete traute sie ihren Augen nicht.
"Das ist...!", fing sie an, aber schaffte es nicht wirklich den Satz zu beenden. In dem Beutel war eine Rüstung aus Metall. Außerdem war in dem Beutel noch ein Kurzschwert, welches in Tüchern eingewickelt war. Sie schaute zurück zu Nekra, vollkommen überfordert mit der momentanen Situation.
"Du musst dich ja auch schützen können. Ich habe die Rüstung nach deinen ungefähren Maßen anfertigen lassen. Ich hoffe sie ist nicht zu locker oder zu eng. Du kannst sie auch direkt ausprobieren. Du wirst sie auf unserem Ausflug brauchen, genauso wie das Schwert. Ich dachte, für den Anfang wäre ein Kurzschwert die bessere Wahl.", sagte Nekra zu ihr.

"Ich... äh... vielen Dank Nekra", brachte Lilietta schließlich hervor mit einem breitem Lächeln im Gesicht. "Ich werde sie direkt mal anziehen!", sagte sie, ganz gespannt darauf, wie sie an ihr aussehen würde.

 

Als sie die Rüstung angezogen hatte schaute sie wieder an sich herunter. Die Rüstung bestand aus einzelnen Kleinen Stücken. Dadurch war sie immer noch so beweglich, wie zuvor. Schwer war die Rüstung auch nicht. Zudem war neben der Rüstung ein Gürtel in dem Beutel, womit sie sich ihr Schwert auf dem Rücken festschnallen konnte.
"Und? Gefällt sie dir?", fragte Nekra, welcher an der Tür stand und seinen Rucksack schon aufgeschultert hat.
"Ja! Sie ist wirklich schön, und sie passt mir auch von der Größe her!", sagte sie überglücklich. Sie hätte nie erwartet, selber eines Tages eine eigene Rüstung zu besitzen. Und dazu auch noch ein Schwert. Sie wusste zwar nicht, wie sie mit einem Schwert umzugehen hat, da sie nur Speere gewohnt war, jedoch dachte sie, dass sie sich schon daran gewöhnen wird. Sie befestigte das Schwert mit diesem Gedanken auf ihrem Rücken und nahm ihren Beutel mit ihren Ausflugssachen in die Hand.

"Ich bin dann bereit!", sagte sie und lächelte Nekra an. Er nickte, öffnete die Tür und ging hinaus. Lilietta folgte ihm.

 

Nachdem sie das Dorf ohne weitere Umwege verlassen hatten, gingen sie nun schon seit geraumer Zeit in eine Richtung. Sie gingen über eine große Wiese wo immer mal wieder der ein oder andere Baum, in der immer niedrigeren stehenden Sonne, seine Schatten warf. Lilietta wusste nicht, wo sie sind, folgte jedoch Nekra, welcher genau zu wissen schien, wo es langgeht, immer weiter. Als die Sonne kurz vorm Untergehen war stoppte Nekra. Sie standen vor einem Wald.
"Wir werden hier bleiben über Nacht. Es ist Nachts einfach zu gefährlich noch weiterzugehen im Wald. Ich werde mich um das Feuer und das Essen kümmern. Du kannst dich ausruhen. Morgen früh werden wir dann endlich beim Schiff sein.", sagte er ruhig und beginn damit, ein Lagerfeuer vorzubreiten mit den Materialien, welche er im Rucksack hatte.

Lilietta nickte wortlos und schaute sich einmal um. Hinter ihr die eine riesige Wiese und vor ihr ein dichter Wald. Sie lehnte sich an einen der in der nähe stehenden Bäume und ließ sich zu Boden gleiten. So, sitzend an einem Baum lehnend, verweilte sie und betrachtete den Sonnenuntergang.

Nekra hatte mittlerweile das Feuer schon zum brennen gebracht und briet etwas Fleisch darauf. Nachdem sie in ruhe gegessen hatten legte sich erst Nekra schlafen, während Lilietta wache hielt. Nach einiger Zeit wechselten sie die wache und Lilietta konnte sich schlafen legen.

 

Sie träumte von dem wunderschönen Sonnenuntergang. Sie saß auf der Wiese, lehnte sich dabei gegen einen Baum und schaute in die Ferne während die Sonne unterging. Dann wurde der Himmel plötzlich dunkel. Es fing an zu regnen. Auf einmal waren um sie herum überall Bäume. Und dann hörte sie ein Knurren. Sie wirbelte herum und sah das riesige Monstrum mit seiner Pranke ausholen. Es traf sie und schleuderte sie über den Boden hinweg. Als sie sich aufrichtete war sie in ihrem Dorf. Überall herrschte Panik. Und dann kam das Monstrum auch schon angelaufen und zerschlug einige der Gebäude. Dann waren es zwei Monster, dann drei, dann vier. Nein... nein... nein! Wieso?!?

Überall wo sie hinschaute wüstete Chaos. Alle Floraner liefen durcheinander. Sie fühlte sich so hilflos.

Dann erblickte sie mehrere Floraner mit Rüstungen, welche auf sie zuliefen, in Richtung der Monster. Plötzlich stand Nekra mit seiner Rüstung neben ihr und rüttelte sie mit einer Hand.

"Lilietta? Alles in Ordnung??" Um sie herum verblasste langsam alles und wurde schwarz.

 

"...Lilietta! Wach auf!" Hörte sie leise in ihren Gedanken.

Sie öffnete schlagartig ihre Augen. Ihr Herz raste. Sie richtete sich direkt auf und schaute sich völlig perplex um.

Dann sah sie Nekra, der sie etwas beunruhigt anschaute. "W... was ist passiert?", fragte sie.

"Du hast dich plötzlich hin und her geworfen im Schlaf. Was war los? Hast du schlecht geträumt?", fragte er leicht besorgt. Sie bemerkte, dass die Sonne gerade aufging.

"Ähm... ja. Ein... Albtraum...", sagte sie leise vor sich hin, immer noch Gedankenversunken. Was war das für ein Traum...?

Sie tat es jedoch mit einem Schulterzucken ab und dachte nicht weiter darüber nach.


Nachdem sie Nekra noch mehrmals versichern musste, dass wirklich alles in Ordnung ist, zogen sie weiter Richtung Raumschiff. Sie betraten den Wald und nach einiger Zeit erreichten sie eine Lichtung.

"Wir sind da.", sagte Nekra.

Und da stand es. Das Raumschiff war ziemlich groß. Es war zum Teil von Moos bewachsen, sah aber ansonsten noch sehr sauber aus. "Dann wollen wir mal reingehen. Dann kann ich dir auch alles genauer zeigen", sagte Nekra.

Lilietta war aufgeregt, weil sie vorher noch nie ein Raumschiff von innen gesehen hatte. Sie konnte sich auch überhaupt nicht vorstellen, wie es dadrin aussehen könnte.
Sie gingen zur anderen Seite des Raumschiffes. Dort angekommen drückte Nekra auf eine Stelle, welche leicht mit Moos überwachsen war. Dann erschien plötzlich ein Blaues Viereck vor im in der Luft, wo einige Zahlen drauf zu sehen waren. Er berührte mit seinen Fingern einige der Zahlen und dann hörte sie ein klacken. Danach zischte es kurz und eine Luke öffnete sich vor ihnen woraus eine Treppe zum Boden hinunter gefahren wurde.

Als die Treppe am Boden angekommen war stieg Nekra sie hinauf und ging ins innere des Raumschiffes. Lilietta folgte ihm.

 

Drinnen war es sehr geräumig. In die Wände waren viele Regale und Schubladen eingelassen. Sogar ein Bett war vorhanden, welches halb aus der Wand rausschaute. Dann schaute sie zum vorderen Teil des Schiffes. Dort war eine riesige Glasfront und in einem Halbkreis angeordnet standen überall Armaturen. In der Mitte des Halbkreises war ein Stuhl und direkt davor eine Schalttafel mit Anzeige. Sie war fasziniert von dem Anblick.

Teilweise hatte sie schon Zeichnungen von den Geräten gesehen, in den Büchern die Nekra bei sich im Haus hatte, welche sie nun zum ersten Mal in echt sah. Zum Teil konnte sie noch aus dem Kopf sich an manche Funktionen erinnern, welche die Geräte hatten.
"Glaubst du, du könntest dieses Schiff fliegen?", fragte Nekra plötzlich. "Wie einige der Geräte funktionieren, müsstest du ja eigentlich schon wissen. Den Rest könnte ich dir erklären." Nekra schien mitbekommen zu haben, wie sie die Zeichnungen zu diesen Geräten bei ihm Studiert hatte.
Trotzdem war Lilietta etwas über die Frage überrascht. Wieso fragt er, ob ich das Schiff fliegen könnte?
"Öhm... also wenn du mir einige Einzelheiten erklären könntest... vielleicht?", sagte sie unsicher. "Aber wieso fragst du? Ich meine, es ist ja nicht so, dass ich es jemals wirklich fliegen werde. Es ist immerhin dein Raumschiff.", sagte sie, immer noch leicht verwirrt von der Frage.
"Naja. Diesbezüglich habe ich eine Frage an dich. Hättest du vielleicht Lust, mit diesem Schiff umherzureisen? Hättest du Interesse, wie ich früher es getan habe, mit diesem Schiff auf Reisen zu gehen?"


Lilietta war sprachlos.

Share this post


Link to post
Share on other sites

Kapitel 6
Eine neue Welt


Sie stand ein paar Minuten einfach nur rum und schaute Nekra mit einem verwirrten Blick an. 
Dann fing sie sich wieder etwas. "Aber... ich... wieso? Ich meine, es gehört dir. Wenn jemand damit umherfliegen sollte, dann du. Zudem, warum ausgerechnet ich? Wieso nicht.... Tiana zum Beispiel?" 
"Ich bin schon zu alt zum Reisen. Es würde mich zwar trotzdem reizen, jedoch habe ich hier meine Pflichten als Greenfinger. Ich kann unser Dorf nicht allein lassen. Und Tiana brauche ich auch an meiner Seite. Sonst komm ich doch gar nicht gegen die ganzen anderen Sturrköpfe im Dorf an.", sagte er ruhig. 
„Ähm... Also wenn ich das wirklich darf... dann... ja klar. Ich würde liebend gern reisen!“, sagte sie, immer noch überwältigt von dem Angebot. 
Nekra schaute sie lächelnd an. „Dann würde ich anfangen dir zu erklären wie man so ein Ding fliegt.“


Er fing an mit den simplen Sachen, zum Beispiel wie man den Treibstoff nachfüllt und was für einen Treibstoff dieses Schiff braucht. Er schien zu versuche nicht zu stark in die Details zu gehen, jedoch hatte sie so schon Probleme hinterherzukommen bei den ganzen Informationen. Lilietta war die ganze Zeit aufmerksam, da sie es liebte, ihr Wissen zu erweitern. Trotzdem fiel es ihr schwer alles zu behalten.


Im Dorf hatte sie nur selten Zeit gehabt Sachen zu lernen, deshalb war sie es nicht gewohnt so viel Informationen auf einmal zu bekommen. Die meisten aus dem Dorf interessierten sich nicht wirklich dafür, neue Sachen zu lernen. Das heißt jedoch nicht, dass sie dumm sind. Sie sind sehr scharfsinnig sogar, jedoch im Bereich des Kämpfen und des Jagen. Da Lilietta jedoch schon immer Schwierigkeiten beim Kämpfen und Jagen, hatte sie immer versucht stattdessen ihr Wissen auf anderen Bereichen zu erweitern. Deshalb war sie, was das betrifft, schon immer ein Sonderling im Dorf gewesen.


Als er fertig war mit dem erklären, wofür die ganzen Geräte im vorderen Teil waren, drehte er sich zu ihr. 
"Und jetzt zeige ich dir das eigentliche Herzstück dieses Schiffes.", sagte er und ging anschließend zu einer großen Tafel mit einem schwarzen Bereich der sich über die Tafel erstreckte. 
"Das hier ist ein S.A.I.L.", sagte er, während er darauf zeigte. "Das ist sozusagen dein Assistent, welcher dir bei allen möglichen Sachen beiseite steht. Außerdem kann es sein, dass er dir von Zeit zu Zeit auch Aufträge zur Verfügung stellt, die du erfüllen kannst. Falls du ebendiese erfüllst kannst du Belohnungen dafür erhalten von den Auftragstellern."
Lilietta schaute ungläubig von Nekra zu dieser Tafel und wieder zurück. 
Wie soll mir eine Tafel helfen können oder mir Aufträge anbieten?, dachte sie. Sie konnte es sich einfach nicht vorstellen. 
Nekra schien dies zu bemerken und lächelte. "Unglaublich, oder nicht? Aber ich glaube es lässt sich besser erklären, wenn ich es dir zeige." Und damit tippte auf einen Knopf am Rand der Tafel. 
Plötzlich veränderte der schwarze Bereich seine Farbe. Die Fläche schien irgendwie anzufangen zu flackern und irgendwelche Zeichen bewegten sich von oben nach unten. Sie sprang vor Schreck einen Meter nach hinten und schaute misstrauisch zu der Tafel. 
Nekra schaute verblüfft von der schnellen Reaktion Liliettas zu ihr, fing aber nach ein paar Sekunden an zu lachen. Sie schaute verwirrt zu ihm. 
"Du kannst ruhig deine Hand vom Schwert wegnehmen. Alles ist gut. Das ist völlig normal."
Erst jetzt merkte sie, dass sie mit ihrer einen Hand direkt zu ihrem Schwert gegriffen hat, welches noch auf ihrem Rücken war.  
"Dafür, dass du das Schwert erst seit kurzer Zeit hast und es nie benutzt hast, scheinen sich deine Reflexe schon daran gewöhnt zu haben. Nicht schlecht.", sagte Nekra, immer noch leicht am Lachen. 
Sie war selber überrascht, dass sie automatisch zum Schwert gegriffen hat. 
"Ich…ähm… ok", sagte sie und nahm die Hand schnell vom Schwert wieder weg und entspannte sich wieder.
"Aber was ist das für eine magische Tafel? Wie soll sie mir helfen können? Ich meine, selbst wenn ich das lesen könnte was dieses Ding da zeigt grade, es verschwindet eh zu schnell wieder und wird durch irgendwas Neues ersetzt."
"Das wird gleich aufhören. Es muss sich erst wieder neu starten.", sagte er ruhig. 
Neu starten?, dachte Lilietta und schaute Nekra verwirrt an. 
Gerade als sie fragen wollte wurde die Tafel wieder Dunkel. Dann erschien auf einmal etwas darauf, was wie ein Kopf aussah. Nur, das der Kopf Grün war.  
Was ist d… 
Dann ertönte auf einmal eine Stimme aus der Richtung von der Tafel. 
"Neustart abgeschlossen. Alle Systeme Ordnungsgemäß hochgefahren. Versuche Datenbank zu laden."
Auf gewisser Art und Weise war die Stimme verstörend. Sie konnte sie zwar verstehen, jedoch wirkte jedes Wort so unnatürlich. Sie schaute die Tafel mit einem gewissermaßen angeekelten Gesicht an. Sie mochte diese Stimme nicht.  
Als sie zu Nekra schaute sah er ihr Gesicht und grinste. "Ja, ich mag diese Stimme auch nicht. Sobald es die Datenbank jedoch hat, sollte sie um einiges angenehmer klingen."
Sie schaute daraufhin Nekra daraufhin mit einem schiefen Lächeln an, was so viel wie "Na hoffentlich" aussagen sollte, und schaute wieder zurück zur Tafel. 
Nach einiger Zeit ertönte die Stimme nochmal. 
"Fehler beim Laden der Datenbank. Registrierung erforderlich zum Laden der Rassenspezifischen Daten."
"Ach ja, da war ja was.", sagte Nekra. "Du musst dich erst registrieren."
Registrieren? Was ist das?, dachte sie verwirrt und schaute Nekra mit einem fragendem BlIck an. 
"Das S.A.I.L. wird dir schon sagen, was du tun musst.", sagte er und nickte in Richtung der Tafel. 
Daraufhin ging sie zur Tafel und stellte sich vor ihr hin. 
Dann ertönte die Stimme wieder. 
"Bitte geben sie ihren vollen Namen an."
"Lilietta Flora"
"Lilietta Flora. Eingabe bestätigt."
Sie zuckte zusammen und verzog das Gesicht, als die Stimme ihren Namen aussprach. 
"Beginne nun mit dem Scan.", sagte die Stimme daraufhin. Dann kamen plötzlich Lichtstrahlen aus der Tafel, welche sich einmal über ihren ganzen Körper bewegten. Sie blieb stehen und ließ es einfach über sich ergehen. 
"Scan abgeschlossen.", ertönte von der Tafel und die Strahlen verschwanden. "Rasse: Floraner. Blätterfarbe: Grün. Blütenfarbe: Lila. Geschlecht: Weiblich. Name: Lilietta Flora. Registrierung abgeschlossen. Versuche Datenbank zu laden. Laden erfolgreich. Führe schnellen Neustart durch." Daraufhin wurde die Tafel wieder dunkel.

Lilietta trat wieder zurück von der Tafel. Dann, nachdem sie ein paar Sekunden des stillen Wartens, piepte die Tafel kurz. Danach ertönte eine Stimme wieder. Diesmal war sie nicht so ekelhaft unnatürlich. Sie war zwar immer noch leicht ruckartig, jedoch sehr viel angenehmer zum Zuhören. 
"Das S.A.I.L. wurde fertig eingerichtet. Hallo ich bin ihr Ship-based Artificial Intelligence Lattice, auch kurz S.A.I.L. genannt. Ich werde ihnen bei verschiedenen Sachen Hilfe leisten, und ihnen auch Aufträge anbieten, wenn solche vorhanden sind. Ich hoffe ich werde ihnen gute Dienste leisten."
Lilietta schaute zu Nekra, immer noch verblüfft vom S.A.I.L. 
"Ich glaube, ich habe für heute genug erklärt. Wir sollten uns langsam fürs Übernachten vorbereiten und uns was zu essen machen."
Lilietta schaute erst verwirrt zu Nekra. Übernachten? Wie spät ist es denn schon?? 
Bei den ganzen Informationen, die sie versucht hat in sich reinzustopfen, hatte sie komplett ihr Zeitgefühl verloren. Sie ging deshalb langsam zur Luke, von welcher aus sie in das Schiff gegangen sind, und schaute hinaus. 
Es war bereits relativ dunkel geworden. Lilietta war verwundert, dass es schon so spät war, wenn man bedenkt, dass sie ins Schiff gegangen sind, als die Sonne gerade erst aufgegangen war. 
"Morgen werde wir erstmal wieder zurück zum Dorf gehen. Selbst wenn du auf Reisen gehst, musst du zuerst allerlei Sachen zusammenpacken. Da wird dein Beutelinhalt nicht reichen", sagte Nekra scherzend, als Lilietta sich wieder zum inneren des Raumschiffes wendete. 
"Ach ja, übrigens: Das S.A.I.L. kann für dich auch die Lichter an und ausmachen, sowie die Wärme regulieren im Raumschiff und noch einige andere Sachen. Du musst es nur ansprechen, und es sagen, was es machen soll.", sagte Nekra mit einem Lächeln im Gesicht. Sie schaute ihn verwirrt an.

Was kann man denn noch alles hier machen??  Sie war einfach überwältigt von den ganzen Funktionen, die ihr zur Verfügung standen.

Sie hatte heute so viel Neues gelernt. Sie war überglücklich. Auch Nekra schien es zu genießen, ihr die einzelnen Funktionen des Schiffes zu erklären. Er wirkte ziemlich glücklich und lächelte den Großteil der Zeit. 
"Ich... ok. Dann versuch ich es mal. Ähm.... Sail? Mach bitte die Lichter an im Schiff.", sagte sie vorsichtig. Kurz darauf gingen die Lichter, eins nach dem anderen, an im Raumschiff. Sie war im ersten Moment geblendet und merkte auch erst jetzt, wie dunkel es die ganze Zeit schon gewesen sein musste.

"Ach... und mach bitte die Tür wieder zu.", fügte Lilietta danach noch hinzu, woraufhin die Luke sich langsam wieder schloss. 
"So, und um den Rest kümmere ich mich. Du kannst dich ja schonmal ausruhen oder dich weiter umschauen, während ich das Essen vorbereite.", sagte er, und verschwand im hinteren Teil des Raumschiffes, wo er einen Tisch mit Bänken, Schränke und noch weitere Geräte, welche sie noch nie zuvor gesehen hatte, einfach aus der Wand herauszog. Sie war fasziniert von dem Anblick, wie alles einfach in den Wänden versteckt war, um Platz zu sparen. 
Sie schaute sich weiter um im Raumschiff, schaute sich nochmal die Geräte im vorderen Teil des Schiffes an, über welche sie am Mittag geredet hatten und legte sich dann ins Bett, während sie wartete. Ihr flog noch so vieles durch den Kopf. 

Passiert das wirklich grade alles? 


Nach einiger Zeit rief Nekra sie, weil das Essen bereit war. Er hatte aus dem Restfleisch, welches übrig geblieben ist bis jetzt, und ein paar anderen Sachen die er in seinem Rucksack dabei hatte, einen Fleischeintopf gemacht. Allein vom Geruch bekam sie schon Hunger. Im Anschluss legte sich beide auch schon schlafen. Lilietta war erschöpft, durch die ganzen Informationen, welche sie immer noch versucht zu verarbeiten, und Nekra schien auch erschöpft zu sein.  
Sie machte die Augen zu und dachte noch einige Zeit über das nach, was heute passiert war.

 

Das ist also meine neue Welt...

Und dann war sie auch schon eingeschlafen.

Share this post


Link to post
Share on other sites

Kapitel 7
Der Unruhestifter


Sie wachte auf durch ein lautes knallen zusammen mit ein paar anderen merkwürdig klingenden Geräuschen. 
Sie richtete sich direkt auf und stieß sich den Kopf an der Decke. 
Ihr Bett, in welchem sie geschlafen hatte, war komplett in die Wand eingearbeitet und hatten nicht genug Platz nach oben, damit darüber Platz für das zweite Bett war, in welchem Nekra schlief. 
Sie hielt sich mit ihrer Hand auf die Stelle am Kopf, wo sie sich gestoßen hatte. 
"Autsch... verdammt!", sagte sie zischelnd. 
Aber wenigstens bin ich jetzt hellwach., dachte sie sich, schwang sich aus dem Bett und suchte nach der Quelle des Geräusches. Jedoch konnte sie die Quelle des Geräusches nicht ausmachen. 
Dann knallte es nochmal. Dabei ruckelte das Raumschiff etwas. 
Sie suchte schnell ihre Rüstung zusammen, welche sie ausgezogen hatte vor dem schlafen gehen, und streifte sie sich schnell über. Dann griff sie zu ihrem Schwert. 
Nekra war mittlerweile auch auf die Beine gekommen. Lilietta und Nekra wechselten kurz einen Blick mit einander aus, und Nekra fing daraufhin auch an, seine Rüstung anzuziehen. 
Lilietta ging derweil schon langsam Richtung Luke. 
"S.A.I.L.? Öffne bitte die Tür", sagte sie nun. Sie hielt sich bereit, für den Fall, direkt in einen Kampf zu geraten. Sie richtete ihr Schwert zur Luke hin. Dann ging die Luke langsam auf. 
Als sie komplett geöffnet war sprang Lilietta mit einem Sprung hinaus und schaute sich um.

 

Sie sah um sich herum einiges an Blut, fand aber nicht den Ursprung des Blutes. Jedoch sah sie dann den möglichen Unruhestifter am Rand der Lichtung. Als er sie sah rannte er direkt auf sie zu. 
Es war eines von den Monstern, welche oft am Rand des Dorfes umherwanderten. Die Wachen waren oft damit beschäftigt, diese abzuwehren, wenn sie mal wieder dem Dorf zu nahekamen. Es waren Monster, die ungefähr so groß waren wie Lilietta selbst, sie hatten braunes Fell und einen braunen schweif mit weißer Spitze und sie liefen auf 2 Beinen. Das Gesicht war sehr flach und schien eher wie eine Maske mit zwei löchern für ihre glühenden Augen. 
Normalerweise war es eine Leichtigkeit, sie zu erlegen oder zu verscheuchen. Man lernte im Dorf sowas schon sehr früh, damit man sich selber verteidigen kann.

Jedoch gab es ein großes Problem damit im hier und jetzt. Ihnen wurde im Dorf nur beigebracht mit Speeren zu kämpfen. 
Sie ging in die Stellung, welche ihr beigebracht wurde im Dorf, jedoch als sie ihre Waffe auf das Monster richten wollte fiel ihr auf, dass sie keinen Speer, sondern ein Schwert in der Hand hatte. 
Sie konnte im letztem Moment noch aus dem Weg springen, nachdem sie ihren Fehler bemerkt hatte, kam jedoch beim Landen ins Stolpern und fiel auf den Boden. 
Sie schaute sich schnell um, um herauszufinden, wo das Monster war. Dann entdeckte sie es, wie es bereits wieder auf sie zustürmte. Sie rollte sich schnell beiseite und richtete sich wieder auf. Als das Monster an ihr vorbeilief, nahm sie ihr Kurzschwert in beide Hände, sprang dem Monster hinterher und rammte ihm dieses in den Rücken. Dann sprang sie wieder schnell zurück mit ihrem Schwert und begab sich wieder in Angriffsstellung. 
Das Monster schlug um sich. Als es sich zu Lilietta drehte, bemerkte sie, dass seine Augen Rot geworden waren. Dann lief es auch schon wieder auf sie zu. Diesmal jedoch sehr viel schneller als vorher. Lilietta versuchte auszuweichen, wurde jedoch an der Schulter von dem Monster erfasst. Sie Taumelte zur Seite und das Monster lief mit voller Wucht gegen das Raumschiff. Sie stand zwar einige Meter entfernt von dem Monster, konnte sich jedoch kaum bewegen. Sie konnte nur zusehen, wie das Monster langsam sich zu ihr drehte und Anlauf nahm. Dann rannte es los. Sie hielt ihr Schwert mit beiden Händen Richtung Monster, konnte jedoch nicht wirklich zielen da ihre Sicht vor Schmerzen leicht verschwommen war . Sie hatte wenig Hoffnung den nächsten Treffer vom Monster noch einstecken zu können. 


Dann hörte sie einen dumpfen Aufschlag. Als sich ihre Sicht wieder normalisiert hatte sah sie Nekra vor sich. Er drehte seinen Kopf zu ihr. 
"Na da bin ich ja grade noch rechtzeitig dem Kampf beigetreten.", sagte er mit einem Lächeln. Dann drehte er sich weg vom Raumschiff. In dem Moment konnte sie das Monster sehen, wie es auf seinem Schwert aufgespießt war. Nekra muss im genau Richtigem Moment aus dem Schiff gekommen sein, und das Monster bei seinem Sprint aufgespießt haben mit seinem Schwert. Jedoch war etwas seltsam. Es schien bläulich angelaufen zu sein im Gesicht, sein Fell war mit Frost überzogen und weiße Dampfwolken stiegen von ihm auf. Dann machte er einen Schritt zurück und zog sein Schwert zurück und das Monster fiel zu Boden mit einem dumpfen Geräusch. Sie schaute verwirrt vom Monster zu Nekra und wieder zurück zum Monster. "Was... ist mit dem da passiert?" 
"Er wurde eingefroren. Mein Schwert hat die Eigenschaft schlagartig alles in einem bestimmten Bereich um die Klinge gezielt einfrieren zu lassen. Es heißt nicht umsonst Glacies, oder, übersetzt in unsere Sprache, "Eis".", sagte er zu ihr mit einem Lächeln. 
Lilietta war verwirrt. Das Ding kann Sachen schockfrosten?? 
"Ich habe noch nie von einem Schwert gehört, welches Sachen einfriert.", sagte sie immer noch erstaunt von dem Schwert während sie sich ihre Schulter hielt.
"Es ist auch eher etwas Besonderes. Manche Schwerter haben ebenfalls Eigenschaften, jedoch sind solche Schwerter eher selten.", erklärte Nekra ihr. "Aber zurück zum Thema... woher kommt das ganze Blut??", sagte er nun ernst. Beide schauten sich um. 
Dann entdeckte Lilietta die Quelle des Blutes. Einige Meter außerhalb der Lichtung, im Wald, lagen 3 Körper. Als sie genauer hinsah kam ein verwirrter Blick auf ihr Gesicht. 
Riesenvögel? Sowas habe ich ja noch nie gesehen, dachte sie überrascht von dem Fund. Nekra hatte sie ebenfalls gesichtet. 
"Avianer? Was machen Avianer so nah an unserem Dorf?? Und vor allem warum sind sie tot?!?", sagte Nekra. Er schien gewissermaßen aus der Fassung zu sein. Er ging mit schnellem schritt und mit seinem Schwert in der Hand zu den leblosen Körpern. 
"Was sind Avia....", fing Lilietta an, wurde jedoch plötzlich von einem lauten Knurren unterbrochen.


Sie schaute sich sofort um nach dem Ort, von wo aus das Knurren kam und machte sich Kampfbereit. Als sie dies tat, durchfuhr sie ein stechender Schmerz in der Schulter, jedoch biss sie die Zähne zusammen. Auch Nekra stellte sich kampfbereit hin und beobachtete die Umgebung. 
Dann sah Lilietta etwas tiefer im Wald eine Bewegung. Als sie genauer hinsah erkannte sie ein graues Fell. Dann kam es auch schon ihr entgegen geschossen und sprang auf sie zu. Sie hatte kaum Zeit zum Reagieren. Sie holte mit ihrem Schwert aus und schlug mit aller Kraft die sie hatte zu. 


Als die Klinge das Wesen traf gab es ein Geräusch, als würde Metall auf Metall treffen. Das Schwert fiel ihr durch den harten Aufprall aus der Hand.

Sie konnte sich mit letzter Kraft noch aus der Bahn des Wesens retten und landete auf dem Boden. Dabei durchfuhr sie ein stechender Schmerz. Sie war auf der Schulter gelandet, welche vorher vom anderem Monster getroffen wurde. 
Sie schaute sie um und sah nun das Wesen richtig. Es war ein Wolf mit grauem Fell und tiefschwarzen Augen.

Im nächstem Moment sprang er schon wieder auf sie zu. Sie hatte keine Chance auszuweichen. Und er war sehr viel schwerer als es aussah. Sie nahm beide Hände und versuchte ihn wegzudrücken, während er versuchte mit seinen scharfen Zähnen nach ihrem Gesicht zu schnappen, jedoch kam sein Gesicht dem ihren immer näher. Ihre Schulter schien zu explodieren. 
Plötzlich sprang er von ihr runter und es fegte ein Eiskalter Wind über sie hinweg. Als sie sich umsah sah sie Nekra auf sie zugehen mit seinem Schwert in der Hand. Als sie genauer hinsah bemerkte sie, dass der Boden um ihn herum anfing zu gefrieren. Er ging weiter auf sie zu. Der Wolf, welcher noch neben ihr gestanden hatte, wich weiter zurück, vermutlich überrascht von der plötzlichen Kälte die ihm entgegenkam. 
Nekra beeilte sich, zu ihr zu kommen. „Los, ab ins Schiff!“, sagte er zu Lilietta ernst, ließ den Wolf jedoch nicht aus den Augen. Er zog sie schnell vom Boden hoch, drückte sie in das Schiff, während sie sich ihre Schulter noch hielt.  


Als beide innerhalb des Schiffes waren drückte er einen Knopf und die Luke schloss sich. 
 

Share this post


Link to post
Share on other sites

Kapitel 8

Wunden der Zeit

 

Sie stolperte und fiel hin. Die Schmerzen waren überwältigend. Sie war außer Atem. Sie krümmte sich auf dem Boden und hielt sich ihre linke Schulter. Ihre Gedanken überschlugen sich. 
Es tut weh… Was war das??? Woher kam es??? Es tut so weh… Wieso war das Ding so schwer?? Was sollen wir jetzt tun?? Scheiße… meine Schulter… 
Sie biss die Zähne zusammen um sich selber daran zu hindern vor Schmerzen aufzuschreien. Sie versuchte still zu halten, aber bei jedem Atemzug krümmte sie sich vor Schmerzen. 
Jede Sekunde schien zu einer Stunde zu werden.
 
Dann hörte sie eine Stimme. Sie kam ihr bekannt vor. Gedanken rasten durch ihren Kopf. 
Nekra...
"Lilietta?? Hey, bleib bei Bewusstsein!"
Alles wirkte gedämpft, ihre Gedanken waren vernebelt vom Schmerz. Langsam schien sich der Nebel in ihrem Kopf zu lichten, jedoch schien der Schmerz immer stärker zu werden mit jedem Atemzug. Sie versuchte ihre Atmung wieder zu beruhigen. 
"Lilietta? Hörst du mich??“, hörte sie Nekra sagen, welcher, wie sie bemerkte, neben ihr kniete. 
Sie brachte zwischen den zusammengebissenen nur ein stöhnen hervor und versuchte zu nicken. Offenbar schien Nekra dies zu verstehen. 
"Ich werde dir deine Rüstung abnehmen und mir deine Schulter nun anschauen und gucken was ich gegen die Schmerzen machen kann."
Sie nickte erneut. Bitte… tu was du möchtest, aber bitte mach irgendwas…, dachte sie verzweifelt. Die Schmerzen waren unerträglich. 
Er nahm ihr vorsichtig Stück für Stück die Rüstung ab, welche zum Teil komplett verbeult war. Als er die ganzen Rüstungsteile abgelegt hatte spürte sie wie er vorsichtig ihre Schulter berührte. Sie sah, wie er sein Gesicht verzog.

"Es tut mir leid, aber ich werde jetzt etwas machen müssen was vermutlich sehr schmerzhaft sein wird. Danach wird es jedoch wieder besser werden, ich verspreche es.", sagte er. 
Bitte tu es, solange es hilft..., dachte sie. Er streckte ihr etwas zum Mund hin. "Hier. Beiß darauf.", sagte er. Sie öffnete ihren Mund und er steckte das Stück Stoff zwischen ihre Zähne. Dann stand er auf und ging hinaus aus ihrem Sichtfeld. Dann spürte sie, wie sie etwas am Rücken berührte und dann an der Schulter. 
"Okay, ich fang jetzt an.", sagte er ruhig.

Und dann drückte etwas mit sehr viel Kraft gegen ihre Schulter von hinten. Überall blitzen Farben auf und ihr Sichtfeld verschwamm. Sie biss so fest sie konnte in den Stoff. Trotzdem drang ein Schmerzensschrei hindurch bis sie keine Luft mehr hatte. Ihre Schulter wurde immer weiter nach vorne gedrückt und plötzlich gab es einen kleinen Ruck.

Der Schmerz, den sie beim Atmen hatte, war nun plötzlich nicht mehr so stark wie vorher. Sie schnappte nach Luft, nun, da sie wieder relativ normal atmen konnte. Ihre Schulter tat jedoch immer noch bei der kleinsten Bewegung höllisch weh, als ob sie jeden Moment einfach abreißen würde. Nekra drückte weiterhin an verschiedenen Stellen an ihrer Schulter und tastete sie ab. Die Schmerzen ließen den Moment wie eine Ewigkeit wirken. 
 
Sie wusste nicht, wie viel Zeit vergangen war, seit sie wieder in das Raumschiff gelangen konnten. Nekra hatte es hinbekommen, ihre Schulter soweit wieder zu richten, dass sie nicht mehr beim geringsten bewegen direkt wieder in der Welt der Schmerzen versank. Zudem hatte er die Schulter soweit und so gut es ging fixiert, sodass sie diese nicht mehr wirklich bewegen konnte, um nicht unnötig Schmerzen hervorzurufen. 
"Ich hoffe, das wird fürs erste reichen. Mehr kann ich leider momentan nicht gegen deine Schmerzen tun. Tut mir leid.", sagte er als er fertig war. Als Lilietta sich fertig aufgerichtet hatte, lächelte sie ihn nur mit einem Schmerzverzerrtem Gesicht an. Sie konnte nicht richtig reden, da sie sich zwischenzeitlich aus Versehen auf die Zunge gebissen hatte, als der Stoff einmal aus ihrem Mund gerutscht war. Seitdem vermied sie es unnötig zu reden, um die Bissstelle nicht wieder aufreißen zu lassen. 
"Ich werde das Schiff zum Dorf fliegen. Das ist am sicherstem. Ich werde auch einige Umwege fliegen, um den Wolf abzuschütteln, für den Fall, dass er uns wirklich verfolgen sollte.", damit ging Nekra zum vorderen Teil des Schiffes und setzte sich in den Stuhl. Die Vermutung kam nicht aus dem nichts. Er hatte zu ihr gemeint öfters ein Knallen an die Luke gehört zu haben. Sie hatte von dem ganzen nichts mitbekommen gehabt. Jedoch waren einige Beulen dort, wo die Luke ist, zu sehen. Sie wollte sich gar nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn der Wolf in das Schiff gelangt wäre. 
Lilietta derweil langsam in Richtung Bett. Sie war erschöpft und schlief direkt ein. 
 
Sie wachte auf, als sie eine Stimme hörte. 
"Lilietta. Wach auf, wir sind zurück im Dorf.", sagte sie. Als sie die Augen öffnete stand Nekra vor ihr. 
Sie stand vorsichtig auf. Sie hatte immer noch Schmerzen überall, vor allem jedoch in ihrer Schulter. Gemeinsam gingen sie zur Luke, welche Nekra mit einem Knopfdruck öffnete. Sie gingen beide hinaus. Draußen angekommen standen sehr viele Floraner aus dem Dorf um sie herum. Sie schaute sich um und bemerkte, dass sie direkt in der Mitte des Dorfes gelandet waren und es bereits nachts war. Die meisten Floraner standen mit Waffen um sie herum. Als sie jedoch sahen, wer aus dem Raumschiff kam, senkten sie diese sofort. 
"Lili?!", hörte sie irgendwo aus der Menge klingen. Es war Tianas Stimme. 
Und dann sah sie sie auch schon, wie sie sich durch die Menge drückte um zu ihnen zu kommen. 
Lilietta schaute Tiana mit einem Schmerzverzehrtem Gesicht an. Tiana schaute entsetzt von Lilietta zu Nekra. "Was ist passiert??" 
"Lass uns das woanders besprechen... wir haben schon genug Aufmerksamkeit erregt.", sagte Nekra ruhig aber ernst zu Tiana im Flüsterton. "Geh zu den Dorfältesten und zu dem obersten Wächter und sag ihnen sie sollen zu meinem Baum kommen. Sofort. Und sag ihnen, sie sollen einzeln kommen. Ich möchte nicht für noch mehr Aufruhr sorgen als so schon." Tiana schaute ihn verwirrt an, lief dann jedoch los, um alle zu holen. Nekra ging nun voraus und schob Lilietta neben sich mit. Sie hörte das Gemurmel von den Dorfbewohnern... 
"Sie war doch letztens schon so verletzt...", "Ich frag mich, was sie dieses Mal angerichtet hat.", "Sie hat sich bestimmt wieder beim Jagen verletzt, sie war schon immer ein Tollpatsch. Aber dann den Greenfinger auch noch mit reinziehen??", "Irgendetwas scheint passiert zu sein... vermutlich war es ihre Schuld, so wie sie aussieht.", "Ich hoffe das wird keine Auswirkungen auf uns haben..." 
Sie schaute beschämt nach unten. Sie fühlte sich nicht wohl... und das nicht nur wegen den Schmerzen. Sie wollte von diesem Platz weg... 
Nekra beschleunigte seinen Schritt und versuchte sie sanft weiter nach vorne zu drücken. 
 
Es war schon einige Zeit vergangen, seit sie im Baum des Greenfingers eingetroffen waren, als die ersten Dorfältesten ankamen.  
Nekra hatte sich weiter um ihre Schulter gekümmert, meinte jedoch, dass nur noch Zeit helfen kann und er nichts weiter tun könnte. Ihre Schulter tat mittlerweile auch nicht mehr so weh. Zwar schmerzte es noch von Zeit zu Zeit, aber es war erträglich. Sie hatte versucht ihren linken Arm zu bewegen, was auch funktionierte, jedoch konnte sie ihn nicht mehr wirklich belasten. Zudem konnte sie nichts mehr fühlen mit ihm. Er war komplett taub von Beginn der Schulter an. 
Als alle 4 Dorfältesten und der oberste Wächter eingetroffen waren begaben sich alle nach oben in Nekras Arbeits- und Schlafzimmer und begannen die Diskussion darüber, was passiert war und wie es weitergehen soll. Lilietta blieb unten mit Tiana, welche zusammen mit dem obersten Wächter angekommen war als die letzten. Also fing sie an Tiana zu erzählen, was passiert war. 
 
Als sie fertig war zu erzählen schaute Tiana sie entsetzt an. Dann umarmte sie Lilietta. "Ich bin froh das du noch am Leben bist." 
"Ich auch…", sagte Lilietta leise.  
 
Sie warteten noch einige Zeit im stillem ohne etwas Weiteres zu sagen. Von oben hörte man die aufgeregte Diskussion. Es ging zum Teil auch um Lilietta. Ob man sie vielleicht aus dem Dorf werfen sollte, weil sie angeblich nur Unglück über das Dorf bringen würde. Erst mit dem riesigen Monster und jetzt mit dem Wolf. Die Dorfältesten hatten Angst, dass sie nun eines Tages von diesen Wesen angegriffen werden, weil Lilietta sie aufgescheucht hätte. Nur der oberste Wächter und Nekra waren dagegen. Jedoch hatte der oberste Wächter nur wenig Sagen im Dorf. Der einzige, der sie noch schützen konnte war also Nekra. Da Nekra der Greenfinger war, hatte er einiges zu Sagen, jedoch würde auch er Schwierigkeiten haben, die Dorfältesten in Zaum zu halten. Allein der Fakt, dass sich der Greenfinger und die Dorfältesten sich stritten, war Grund genug zur Sorge.  
Der Greenfinger konnte nicht lange ohne den Schutz der Dorfältesten überleben im Dorf, da viele ihn als Schwächling sahen, da er mehr seinen Kopf nutze als seine Muskeln. Jedoch konnten die Dorfältesten das Dorf nicht lange weiter am Leben halten ohne den Greenfinger, welcher die Heiler, die Schmiede und allerlei anderen Leuten im Dorf unterstütze mit seinem Wissen und den Materialien, welche er mit sich bringt. 
Nach mehreren Stunden des Diskutierens wurde die Sitzung fürs erste beendet und auf einen anderen Termin verlegt. Der oberste Wächter sah sie entschuldigend an als er den Baum verließ, vermutlich dafür, dass er sie nicht schützen konnte in der Diskussion. Die Dorfältesten schauten sie beim Verlassen des Baumes allesamt misstrauisch an. Als letzte ging Tiana, welche sie nochmal umarmte und ihr versicherte, dass sich das bestimmt alles klären lassen wird. 
Als alle gegangen waren ging Nekra zu Lilietta. "Ich werde nicht zulassen, dass du einfach des Dorfes verwiesen wirst. Ich werde mein Bestes geben, dich zu verteidigen. Denn es ist zum Teil auch meine Schuld, dass dies nun alles passiert. Immerhin habe ich dich zu meinem Raumschiff eingeladen.", sagte er ruhig zu ihr. "Jedoch... ich werde dir einiges beibringen. Sagen wir, als Entschuldigung. Und auch für den schlimmsten Fall, falls ich es nicht schaffe, dich verteidigen zu können vor den Ältesten." 
"Danke.... Nekra", sagte sie leise und versuchte zu lächeln. Er lächelte ihr als Antwort auch entgegen. 
 
Es vergingen einige Monate seit dem Vorfall. Lilietta hatte seitdem mit Nekra viel gelernt. Sie hat viele verschiedene Sprachen kennengelernt und auch Heilmethoden. Jedoch hat sie auch einiges über das Schiff lernen könne und über verschiedene Planeten. Vor allem jedoch, hatte sie gelernt, wie man richtig mit einem Schwert kämpft. Jedoch gestaltete sich einiges schwieriger als erwartet. Ihre Schulter tat zwar nicht mehr weh, jedoch hatte sich nichts an dem Zustand geändert, dass sie mit dem linkem Arm nichts fühlen konnte und ihn immer noch nicht wirklich belasten konnte. Außerdem hatte Nekra nach wie vor Schwierigkeiten die Dorfältesten zurückzuhalten. Es haben sich auch Gerüchte darüber und über Lilietta rumgesprochen, weshalb sie immer, wenn sie im Dorf umherging, scharfe Blicke von den Floranern bekam, denen sie über den Weg lief. Deshalb mied sie es mittlerweile unnötigerweise sich im Dorf zu bewegen und nahm lieber Umwege in Kauf. Sie lebte auch seit längerem deshalb etwas außerhalb des Dorfes. 
 
Eines Tages kam Nekra plötzlich in ihr Haus, gefolgt von Tiana.

Share this post


Link to post
Share on other sites

Kapitel 9
Eine traurige Melodie


Lilietta war grade dabei, sich etwas zu essen zu machen. Dann öffnete sich die Tür und Nekra kam rein. Ihre Tür hatte noch kein Schloss, weshalb sie immer offenstand. Tiana folgte ihm und lehnte die Tür wieder an. Lilietta schaute beide verwirrt an. 
"Lilietta? Ich habe Gerüchte gehört, dass du das Dorf verlassen möchtest und vorbereitungen dazu getroffen hast. Stimmt das?", sagte Nekra während er durch die Tür kam. 
Sie schaute wieder zu ihrem Essen, welches sie grade machte.

Deswegen sind sie also hier, dachte sie im Stillem. 
"Ja.", antwortete sie kurz. 
"Aber warum jetzt schon? Bist du dir wirklich sicher damit? Du hattest doch noch vor, dich mit einigen Sachen noch mehr auseinander zu setzen.", sagte Tiana verwirrt. 
Das stimmte. Sie hatte sich vorgenommen noch über die verschiedenen Rassen sich zu informieren und über die verschiedenen Planetenarten die es gab. Sie hatte bis jetzt nur Grundlegende Sachen dazu herausfinden können in den ganzen Büchern von Nekra, welcher ihr diese lieh. 
"Das stimmt… Ich hatte jedoch nicht vor, euch so viele Schwierigkeiten zu bereiten mit den Dorfbewohnern… Ich möchte euch nicht weiter Probleme bereiten. Zudem halte ich’s einfach nicht mehr aus… dieses Geflüster immer, wenn ich das Dorf betrete… diese Blicke…", sagte sie langsam. Sie schaute nach wie vor auf das Essen, jedoch konzentrierte sich nicht mehr wirklich darauf weiter zu kochen. "Deswegen…ich halte es nicht mehr aus. Ich möchte lieber heute als morgen hier weg... Ich fühle mich auch nicht mehr sicher hier. Manche Floraner kommen teilweise nachts zu meinem Haus und sagen mir ich solle endlich verschwinden. Wenn ich bleibe würde ich nur noch mehr Unglück bringen.", sagte sie weiter und wurde immer leiser. Als sie zu den beiden schaute, versuchte sie zu lächeln, aber bekam kein wirkliches Lächeln zustande. Stattdessen wirkte es eher schmerzverzerrt. Sie konnte es selber nicht glauben, dass sie sowas je sagen würde. Und es verletzte sie, als sie dies realisierte. Beide standen wie angewurzelt da.  
"Ich werde vermutlich auch nicht zurückkehren. Ich würde sowieso nicht willkommen geheißen werden.", sagte sie zu den beiden. 
Nekra sagte als erster wieder etwas. „Und du bist dir wirklich sicher?“, sagte er ruhig. 
„Ja. Das bin ich.“, antwortete sie leise.  
„Dann ist es...", fing Nekra an zu sagen. Plötzlich hörte man ein rufen.

Alle drehten sich zur Tür, als diese plötzlich aufgeschlagen wurde. Dort stand nun eine Wache aus dem Dorf. "Greenfinger! Das Monster, es wurde in der Nähe des Dorfes gesichtet! Und es war auf dem Weg Richtung Dorf!", sagte die Wache völlig außer Atem.  
"Bitte was?!", sagte Nekra vollkommen aus der Fassung. Dann drehte er sich zu Tiana und Lilietta um, welche wie angewurzelt dastanden. "Ihr beide! Kommt mit!", sagte er schnell und ging daraufhin hinaus durch die Tür. 
 
Auf dem Weg zur Dorfmitte sahen sie überall Floraner, welche sich Kampfbereit machten.  
"Lilietta... bitte verlass das Dorf so schnell es geht.", sagte Nekra nun mit einer ernsten Stimme. "Nach heute werde ich dich nicht mehr in Schutz nehmen können. Also flieh, solange überall Verwirrtheit herrscht. Ich hatte dir schon einige Sachen ebenfalls ins Raumschiff bringen lassen, darunter Bücher, Essen und sonstige Sachen. Zusammen mit deinen Vorbereitungen solltest du eigentlich sofort Startklar sein.", sagte er und schaute zu ihr mit einem ernsten Gesicht. 
Sie schaute ihn an. Sie war überfordert von der ganzen Situation. "Ich...", fing sie an, jedoch wusste sie nicht, was sie sagen sollte. Letztendlich nickte sie nur, während sie weiter Richtung Dorfmitte unterwegs waren. 
"Tiana? Versammle bitte alle Dorfältesten in meinem Baum.", sagte er nun, und wandte sich an Tiana. Tiana schaute ihn an. Dann sah sie mit einem traurigem lächeln zu Lilietta. "Ich werde dich vermissen.", sagte sie schließlich und lief nun in eine andere Richtung weiter. 
"Ich dich auch...", sagte Lilietta leise vor sich hin. 
 
Dann waren sie in der Dorfmitte angekommen. Das Schiff stand noch dort, wie an dem Tag, wo sie es hier landeten. Sie blieben vor der offenen Lucke stehen. "Na los, rein mit dir. Wir haben nicht viel Zeit bis es auffällt, dass du dich aus dem Staub machen willst.", sagte er schnell zu ihr. Dann stieg zur Luke hinauf. Auf halben Weg blieb sie jedoch stehen und drehte sich zu Nekra um. 
"Vielen Dank Nekra... für alles.", sagte sie zu ihm. 
"Du brauchst mir für nichts zu danken. Ich hatte selber genug Spaß, mein Wissen weitergeben zu können an jemanden. Es ist Dank genug, wenn ich weiß, dass du dieses Wissen richtig anwendest.", sagte er ruhig zu ihr. "Und jetzt ab mit dir, los!" 
Daraufhin drehte sich Lilietta um, ging ins Raumschiff und schloss die Luke. Sie schaute sich kurz um, um nochmal zu überprüfen, ob alles Notwendige im Raumschiff war.  
"Sail? Bitte das Schiff soweit wie möglich startklar machen!", sagte sie laut. 
"Schiff wird startklar gemacht. Initialisiere die Startdüsen. Öffne Gebiets- und Sternenkarte auf dem vorderen Monitor. Schiff ist bereit zum Starten." 
Dann setzte sie sich in den Stuhl im vorderen Teil des Schiffes, welcher vor den Schalttafeln stand wo die Karten angezeigt wurden. Dann schob sie einen Hebel nach vorne und das Schiff bewegte sich. Sie hörte die lauten Startdüsen des Schiffes und merkte leicht, wie sie nach unten in den Sitz gedrückt wurde. Sie schaute nach vorne durch die große Frontscheibe uns sah, wie das Schiff langsam nach oben Flog.
Jetzt heißt es Abschied nehmen..., dachte sie im Stillem und fühlte, wie sich Traurigkeit in ihr ausbreitete. Nach einiger Zeit drückte sie auf einen Knopf, und sie wurde nach hinten in den Sitz gedrückt, während das Schiff immer weiter beschleunigte, um den Planeten zu verlassen. Nur wenige Momente später wurde es ganz ruhig und das Schiff hörte auf zu wackeln. Sie schaute erneut aus dem Frontfenster und sah, dass um sie herum nur das Schwarz des Weltalls war, und immer mal wieder darin farbige Punkte, was wohl Planeten sein müssten. 


"Schiff ist außerhalb der Laufbahn des Planeten angekommen, Düsen werden in den Standby-Modus umgestellt. Geben sie eine Route ein, um das Schiff zu einer neuen Position zu fliegen.", sagte das S.A.I.L. nach einiger Zeit der Stille.
Doch Lilietta war nicht danach, sich jetzt schon Gedanken darüber zu machen, wo sie hinwollte. Sie stand auf, ging in den mittleren Teil des Schiffes, wo die Betten in die Wand eingearbeitet waren und setzte sich auf das untere, nachdem sie es ein bisschen weiter aus der Wand gezogen hatte. Sie schaute sich etwas um. Und dann sah sie etwas. Eine Gitarre. Sie stand im hinteren Bereich des Schiffes. 
Lilietta hatte in der Zeit. nach dem Zwischenfall mit dem Wolf, zum Teil auch gelernt, mit der Gitarre zu spielen. Nekra meinte, es wäre eine gute Beschäftigung für lange Reisen im Weltall. Zumal es ziemlich ruhig und eintönig werden kann bei solchen. Deshalb hat er ihr auch beigebracht, wie man Gitarre spielt. 

 

Sie ging zu der Gitarre, nahm sie auf, und setzte sich wieder zurück auf das Bett.  
Das ist Nekras Gitarre..., bemerkte sie. Sie selber hatte nie eine eigene gehabt. Sie konnte immer nur mit seiner spielen. 
Und dann fing sie an die Saiten willkürlich zu zupfen. Sie machte so lange weiter, bis es eine Melodie ergab. Sie feilte immer weiter an der Melodie bis sie ihr gefiel. Ihr fielen immer weitere neue Erweiterungen für ihre Melodie ein. Es war eine ruhige und fast schon traurige Melodie. Doch genau jetzt war Lilietta danach, eine solche zu hören.

Und so vergingen die Stunden, während sie ohne wirkliches Ziel im Weltraum vor sich hin schwebte mit ihrem Schiff. 
 

Share this post


Link to post
Share on other sites

Kapitel 10

Eine gefährliche Macht


Sie wachte auf. Sie blieb erstmal noch liegen und drehte nur ihren Kopf, um sich umzuschauen. Es war ruhig. Sie fragte sich wo sie war.
Ach ja… stimmt…, dachte sie sich, als sie sich wieder langsam daran erinnerte, was am vorherigen Tag passiert war.
Sie richtete sich langsam auf im Bett und stand auf. Sie schaute sich etwas genauer im Schiff um und schaute in die verschiedenen Schränke während sie durch das Raumschiff wanderte.
Ich hab Hunger…, dachte sie nach einiger Zeit. Sie hatte am Vortag nicht wirklich viel gegessen gehabt.
Sie ging in den hinteren Teil des Schiffes und begann, sich etwas zu essen zu machen.

Nachdem sie gegessen hat ging sie in zum vorderen Teil.
„Sail? Wie groß sind die Treibstoffreserven? Zudem... zeig bitte die Sternenkarte auf dem großen Monitor an mit den darin enthaltenen Sonnensystemen. Auch mit Anzeigen, um welche Art von Sonnensystemen es sich handelt.", sagte sie schließlich und setzte sich auf den Pilotenstuhl.
"Treibstofftank ist zu 88,57% gefüllt. Werde nun die Sternenkarte anzeigen lassen.", sagte das S.A.I.L als Antwort. Dann wurde auf den Anzeigen von der Schalttafel vor ihr, die Sternenkarte abgebildet mit den vorhandenen Informationen zu den darauf abgebildeten Sonnensystemen.


Sie schaute sie sich lange an und überlegte, wo sie hinfliegen sollte. Sie war zu dem Schluss gekommen, dass es ihr nichts bringt nichts tuend im Raumschiff zu verweilen. Dafür hat sie nicht die letzten Monate mit Nekra zusammen trainiert. Sie wollte Reisen. Und das würde sie jetzt auch tuen.
Dann fiel ihr Blick auf ein Sonnensystem, welches am Rand der Sternenkarte angezeigt wurde. Es sah relativ klein aus, jedoch besaß es viele kleine Planeten, wovon der Großteil als "Bewohnbar" gekennzeichnet war.
Hm... das sieht interessant aus. Zudem sind die Planeten auch nicht so groß... vielleicht ein guter Start für diese Reise, dachte sie. "Sail? Bitte steuere das Schiff zu diesem Sonnensystem und lande anschließend auf diesem Planeten.", sagte sie schließlich und tippte mit einem Finger auf einen kleinen Planeten innerhalb des Sonnensystems.
"Okay. Richte Schiff in Richtung des ausgewählten Sonnensystems aus.", sagte das S.A.I.L., woraufhin sich das Schiff langsam anfing zu drehen. Als es wieder stoppte ertönte die Stimme des S.A.I.L.'s erneut. "Schiff wurde ausgerichtet. Starte nun die Rückdüsen. Die errechnete Reisezeit beträgt eine Stunde."
Okay... eine Stunde. Ich sollte schonmal Vorbereitungen treffen fürs Erkunden, überlegte sie und machte sich daran, einige Sachen in einen Rucksack zu packen während das Schiff immer mehr beschleunigte.

Sie hatte gerade ein paar Fackeln in den Rucksack gesteckt und wollte ihn zumachen, als das Schiff langsamer wurde.
"Schiff ist im Sonnensystem angekommen. Beginne nun, in die Umlaufbahn des genannten Planeten zu gelangen und in dessen Atmosphäre einzudringen. Schalte die Rückdüsen nun vollkommen aus." 
Als das S.A.I.L. dies sagte, beginn das Raumschiff zu wackeln. Sie war nicht darauf vorbereitet und fiel rückwärts auf den Boden.

"Aua... verdammt Sail! Hättest du mich nicht etwas früher warnen können?", zischelte sie etwas genervt. 
Sie richtete sie wieder auf, nachdem das Wackeln nach ein paar Minuten wieder aufgehört hatte.
"Aktiviere die Schwebedüsen. Schiff ist nun innerhalb der Atmosphäre des Planeten. Autopilot wird ausgeschaltet. Zeige geeignete Landepunkte auf der Gebietskarte an."
Sie ging zum Pilotenstuhl und setzte sich hin. Die Oberfläche des Planeten war mit grünem Gras und einigen kleinen Wäldern bedeckt. Dann sah sie etwas, was ihre Interesse weckte. Es war ein Bauwerk aus Stein. Sie hatte sowas noch nie gesehen. Es war von Moos bewachsen.
Was ist das? Ein Gebäude?
Sie wählte einen Landepunkt welcher halbwegs in der Nähe des Konstruktes und landete das Schiff. Die Landung war etwas unsanft, jedoch dachte sie, für ihre erste war sie gar nicht so schlecht. 
Nachdem sie ihre Rüstung angezogen schulterte sie den Rucksack und nahm ihr Schwert in die Hand.
"Sail, öffne die Luke.", sagte sie dann. Nachdem sich die Luke geöffnet hat ging sie hinaus und drückte draußen auf einen Knopf um sie wieder zu schließen. Dann machte sie sich auf den Weg.

 

Nach einiger Zeit erreichte sie schließlich das Konstrukt. Es hatte ein großes Loch in der Mitte, wodurch man ins Innere gelangen konnte. Sie ging langsam auf den Eingang zu um hineinzusehen. Sie konnte nicht weit hineinschauen, da das Licht von der Sonne nicht ausreichte um das Innere auszuleuchten. 
Lilietta überlegte kurz, ob sie lieber draußen bleiben sollte. Jedoch nahm sie nach kurzer Zeit eine Fackel aus ihrem Rucksack und zündete sie an. Dann ging sie auch schon hinein. Sie wollte herausfinden wieso so ein Ding mitten im Wald steht und was möglicherweise darin sein könnte. 

Innerhalb erstreckte sich das Konstrukt zu einem langem Gang, welcher ziemlich weit ins Innere führte. Der Boden war zum Teil dicht mit Gras bewachsen. In einiger Entfernung erkannte sie einen Altar, auf welchem sich eine Halterung für etwas befand. Diese war jedoch leer.

Sie beschloss sich den Altar näher anzuschauen und ging tiefer hinein. Dabei hielt sie ihr Schwert kampfbereit in der rechten Hand.
Als sie ein paar Meter gegangen war trat sie plötzlich auf einen Punkt am Boden, welcher sich absenkte als sie auftrat. Dann klickte es. Lilietta blieb stehen und traute sich nicht, sich von der Stelle zu bewegen.
Was war das?? Eine Falle?!, schoss es ihr durch den Kopf. Bevor sie noch einen weiteren Gedanken fassen konnte hörte sie den Klang von aneinander reibenden Steinen. Sie schaute sich schnell um, um herauszufinden, woher der Klang kam. Und dann sah sie es auch schon. Der Boden fing an in sich zusammen zu fallen nur wenige Zentimeter hinter ihren Füße.
Sie hatte nicht viel Zeit zum Reagieren. Sie sprang, soweit sie konnte aus dem Stand, nach vorne.

Sie sah wie der Boden unter ihr immer mehr in sich zusammenfiel, jedoch nur bis zu einem Punkt  ca. 3 Meter vor ihr. Sie ließ ihr Schwert fallen und steckte ihre Hand soweit es ging nach vorne. Sie landete mit ihrem Oberkörper auf dem harten Boden, merkte jedoch wie sie langsam nach hinten in das Loch rutschte. Sie griff in eine Rille vor ihr und zog sich langsam auf den festen Boden hoch. Sie blieb einen Moment lang liegen und drehte sich auf den Rücken. 
Ich lebe noch…!, ging es ihr durch den Kopf. Dann richtete sie sich langsam auf.
Dort wo sie vorhin noch stand war nun ein riesiges Loch in der Mitte des Ganges. Als sie das Loch hinunterschaute sah sie nicht mal den Boden. Es schien unendlich nach unten zu gehen.

Aber warum? Wieso ist hier eine Falle?, dachte sie sich verwirrt.

Sie drehte sich schließlich wieder zum Altar um. Als sie am Altar dann angekommen war musterte sie die Halterung. Es schien so, als ob sie für ein Schwert gewesen wäre. 
Aber wo ist das Schwert davon?, dachte sie sich.
Als sie grade den Altar umrunden wollte merkte sie, wie sie auf etwas drauftrat. Als sie runterblickte sah sie etwas Metallisches auf den Boden liegen eingehüllt in Gras. Sie beugte sich nach vorne und hob es auf. Es war ein Schwert, vermutlich das, aus der Halterung. 
Aber warum ist in diesem Gebäude nur dieses Schwert? Zusammen mit dieser Falle... was hat es damit auf sich?, dachte sie und schaute sich das Schwert genauer an. Es war etwas länger als das Schwert, was Nekra ihr geschenkt hatte. Es fühlte sich jedoch sehr viel leichter an. Der Griff war komplett weiß mit einem rotem Edelstein darauf und die Klinge war glänzend schwarz. 
Ich werde es einfach mitnehmen… Ich brauche sowieso eine neue Waffe, dachte sie sich und drehte sich um um wieder hinauszugehen.
Doch als sie sich umdrehte fand sie vor sich eine Nebelwand. Und es war schlagartig kälter geworden.
Ähm... was ist denn jetzt los?
Sie ging vorsichtig in die Richtung, aus welcher sie kam. Sie hatte gerade das Loch umrundet als sie einen Schrei hörte. Sie blieb kurz zögernd stehen, fing dann jedoch Richtung Ausgang zu laufen.
Was ist hier los??, schoss ihr durch den Kopf, während sie weiterlief. Draußen angekommen hörte sie noch einen weiteren Schrei. Sie blieb stehen und überlegte.
Soll ich nach der Quelle suchen oder zurück zum Schiff…, dachte sie.
"Aaaah! Verdammt!", rief sie plötzlich laut hinaus. Dann fing sie an in Richtung der Schreie zu rennen.
Egal wer da schreit er braucht wahrscheinlich Hilfe. Zudem… Ich würde sowieso in diesem Nebel nie den Weg zurück zum Schiff finden.


Als sie durch den Wald lief wurde der Nebel immer dichter und kälter. Zudem fielen Eisbrocken vom Himmel.
Was passiert hier? Ist das etwa normal hier?!, dachte sie, während sie ab und an den Eisbrocken auswich.
Und dann sah sie die Quelle der Schreie. Sie blieb wie angewurzelt stehen. Sie war am Rand einer etwas größeren Lichtung angekommen welche sich an einer Riesigen Steinwand befand.

An der Steinwand konnte sie 5 Gestalten erkennen.. Sie waren nicht weit entfernt, jedoch machte der Nebel es etwas schwer zu erkennen. Das sind diese Riesenvögel!, fiel ihr auf, nachdem sie etwas genauer hinschaute. Sie ging etwas näher heran, um besser erkennen zu können, was sie machten. Doch dann stieß ihr Fuß an etwas.
Als sie nach unten sah weiteten sich ihre Augen.

Vor ihr lag ein Avianer. Er war mit Frost überzogen. Um ihn herum war Blut, was gefroren schien und er hatte eine große Bisswunde am Bauch, welche auch vollkommen vereist war. Als sie sich genauer umsah, erkannte sie noch ein paar weitere Avianer, welche auf dem Boden lagen. Und sie sah auch einige Waffen auf dem Boden verteilt.
Was…??
Als sie sich genauer umschaute erkannte sie eine Gestalt, welche ebenfalls am Rand der Lichtung stand. Jedoch etwas entfernt von ihr. Sie sah aus wie ein Wolf.

Hat dieser Wolf sie etwas alle getötet? Wie...? Und vor allem warum?, kam ihr in den Kopf. Es sah weniger danach aus, als ob der Wolf zum Essen jagte. Dann hätte er sich mit einem oder zwei zufrieden gegeben. Aber sie zählte insgesamt 7 tote Körper am Boden.

Das ist einfach nur grausam...

Dann flog ein Objekt von hinter dem Wolf auf die Avianer zu. Sie hörte einen dumpfen Ton und einer der Avianer wurde an die Felswand geworfen und fiel dann zu Boden. Er blieb reglos am Boden liegen.
Hör auf…
Sie fühlte sich erinnert an den Wolf von damals. Dann die toten Avianer. Alles spielte sich wieder vor ihrem inneren Auge ab. Wie sie angegriffen wurde. Die Schmerzen. Die Scham und das Misstrauen.
Dann sah sie schon das nächste Projektil aus dem Nichts angeflogen.

"HÖR AUF!!!", fing sie plötzlich an zu schreien.


Sie handelte ohne wirklich nachzudenken. Irgendetwas in ihr sagte ihr genau, was sie zu tun hatte. Sie nahm ihr neues Schwert in beide Hände und holte über ihren Kopf für einen Schlag aus. Sie spürte plötzlich eine unheimliche Wärme um sich herum.Dann schlug sie so stark sie konnte einmal senkrecht durch die Luft.
Das was daraufhin passierte, hätte sie niemals für möglich gehalten. Sie hätte denjenigen ausgelacht, der ihr dies erzählt hätte, wenn sie es nicht jetzt mit eigenen Augen gesehen hätte. 
Vor ihr hatte sich eine riesige Feuerlinie gebildet, welche sich so verhielt, als wäre es eine Verlängerung ihres Schwertes, und sich einmal quer über die Lichtung gelegt. Die Klinge des Schwertes selbst war von Flammen umhüllt, jedoch konnte sie nach wie vor problemlos das Schwert halten. Der Griff fühlte sich für sie nur angenehm warm an.
Das Projektil, welches eben noch durch die Luft flog verdampfte, als es auf das Feuer traf.

Nach kurzer Zeit verschwanden dann die Flammen wieder. Zurückgeblieben war nur eine Linie aus verbranntem Gras und die rotglühende Klinge des Schwertes. Die Gestalten schauten zu ihr hinüber. Auch der Wolf schaute zu ihr. Dabei bemerkte sie die Cyanfarbenden Augen, welche sie durchbohrten.
Sie fühlte sich plötzlich ausgelaugt. Als ob etwas ihre ganze Energie ausgesaugt hätte.
Was…? Wie?, fing sie an zu denken, während sie verwirrt stehen blieb. Was ist gerade passiert?

Sie schüttelte sich einmal und beschloss, das jetzt nicht der richtige Zeitpunkt dafür ist, um über das nachzudenken.
Sie lief zwischen die Avianer und den Wolf. "Ihr da! Los, haut ab!", rief sie zu den übrigen 4 Avianern. Sie schauten sie erst nur verwirrt an.

Dann trat einer von ihnen nach vorne. "Ich werde nicht weglaufen! Dieses Monster hat meine Freunde getötet! Ich… ich werde dir helfen!", rief er daraufhin zurück. Er drehte sich nun zu den anderen 3 Avianern. "Ihr solltet aber gehen. Ihr seid verletzt. Ich schaff das hier schon!", sagte er mutig vor den anderen Avianern
"Und du bist dir sicher, dass sie es ebenfalls schaffen? Sie sind verletzt und brauchen jemanden, der sie beschützt!", sagte Lilietta daraufhin ernst. Als er dies hörte drehte er sich zu den 3 anderen Avianern. Alle 3 Avianer sahen mitgenommen aus und wären wohl nicht in der Lage sich selber verteidigen zu können. Der einzige, der noch fit genug aussah, war der, der vorgetreten war. "Du solltest mit ihnen mitgehen und sie beschützen, anstatt dich hier aufzuhalten!"
"Verdammt...", hörte sie ihn leise sagen. "Okay. Gut, ich werde sie hier wegbringen. Ich werde jedoch zurückkommen, sobald sie in Sicherheit sind! Ich heiße Flux! Wir werden uns wiedersehen!", sagte er und machte sich daraufhin so schnell es ging mit den anderen verletzen Avianern in eine Richtung auf.
Hoffentlich... denn allein werde ich vermutlich mein Schiff nie wiederfinden..., dachte sie im stillem zu sich selbst. Sie hatte beim suchen der Quelle der Schreie nicht darauf geachtet, wo sie hingelaufen war. Sie hatte vollkommen die Orientierung verloren.

Sie drehte sich nun wieder dem Wolfwesen zu. Es hatte ein weißes Fell, weshalb es nur schwer zu erkennen war. Jedoch merkte sie, wie es versuchte sie zu umrunden, um an die Avianer zu kommen. Diese waren mittlerweile schon im Nebel verschwunden.

Lilietta versuchte ihm den weg abzuschneiden.
"Lass sie in Ruhe!", rief sie ihm entgegen und sprang in die Richtung des Wolfes. "Was bist du überhaupt? Bist du sowas wie dieser Wolf mit dieser Metallischen Haut?? Was seid ihr für Wesen?", schrie sie nun laut heraus, eher zu sich selbst.
"Du solltest dich nicht in Angelegenheiten von anderen einmischen, Floranerin.", kam ihr eine Stimme aus dem Nebel entgegen. Es war eine ruhige weiblich klingende Stimme.
Es kann reden?! Was ist das für ein Wesen??, ging ihr durch den Kopf. Sie blieb wie angewurzelt stehen, während sie versuchte sich wieder zu sammeln. Sie hatte nicht mit einer Antwort gerechnet.
"Wieso? Wegen Wesen wie euch bin ich doch überhaupt jetzt hier! Weil ich auf diesem Metallischen Wolf getroffen war musste ich meinen Planeten verlassen und kann nie wieder zurück!", rief sie zurück in den Nebel, nachdem sie sich wieder gefasst hatte.
"Selber schuld, wenn du so närrisch bist und ihn angreifst.", antwortete die Stimme langsam.
"Angegriffen?? Ich habe ihn nicht angegriffen! Er hat mich angefallen!", rief sie daraufhin empört.
"Du hättest einfach flüchten sollen. Ihr Floraner steht schließlich nicht auf unserer Liste.", erwiderte die Stimme immer noch ruhig.
"Ich hatte nicht mal eine Chance zu flüchten, bevor er mich Angriff. Wäre ein Freund damals nicht bei mir gewesen wäre ich jetzt tot! Und was für eine Liste??“, rief sie wieder zurück. Sie war verwirrt.
"Haltet euch einfach fern von uns. Sonst werdet ihr es mit eurem Leben büßen.", sagte die Stimme und wurde mit jedem Wort leiser. Der Nebel lichtete sich auch langsam wieder.

 

Sie blieb noch für einige Minuten so stehen, mit dem immer noch glühendem Schwert in der Hand. Dann fiel sie auf die Knie. Ihr war schwindelig. Sie fühlte sich komplett erschöpft. Das Schwert fiel zu Boden und sie hörte ein Zischen. Als sie es nachschaute war die Klinge jedoch plötzlich ganz normal. Dabei hatte sie vor wenigen Sekunden in ihrer Hand noch Rot geglüht.

Was ist hier nur los...?

Ihre Sicht wurde immer dunkler. Sie schaute noch einmal in die Richtung, in welche der Wolf verschwand.
Dann kippte ihre Sicht zur Seite und alles wurde schwarz.

Jasmin, DragonsForce, Minka and 1 other like this

Share this post


Link to post
Share on other sites

Kapitel 11
Die Nacht der Fragen

 
Sie stand mitten in einem Wald. Sie schaute sich um. In einiger Entfernung lag ihr Schwert auf dem Boden. Sie ging los um es aufzuheben.  
Plötzlich fing das Schwert an zu brennen.

Das Feuer griff auf den Wald über und innerhalb von wenigen Sekunden war überall um sie herum der Wald am brennen. Sie blickte sich panisch um und sah aus dem Augenwinkel etwas aus den Flammen auf sie zustürmen. Dann wurde sie umgeworfen und über sich fand sie den grauen Wolf mit der metallischen Haut und den schwarzen Augen wieder. Sie war komplett verängstigt.

Sie wollte sich wehren, jedoch wollte ihr Körper sich nicht bewegen. Dann schoss der Kopf des Wolfes an ihrem vorbei. Als sie den Kopf zur Seite drehte, sah sie wie der Wolf sich in ihre Schulter festgebissen hat. Sie spürte jedoch keinen Schmerz... nur ein ungewöhnliches Gefühl, welches sie selber nicht beschreiben konnte.

Dann bemerkte sie, dass überall um sie herum die Floraner aus ihrem Dorf standen. Sie flüsterten alle zueinander, während sie misstrauisch und wütend zu ihr schauten, wie sie am Boden lag und der Wolf weiterhin sie in ihre Schulter biss. Anstatt in dem Wald befand sie sich nun im Dorf, welches jedoch ebenso am brennen war. Dann hallte eine ruhige Stimme in ihrem Kopf laut.  
"Du hättest einfach flüchten sollen." Es war die Stimme des weißen Wolfes. 
Dann wehte eine weiße Welle über sie hinüber. Das Gemurmel der Dorfbewohner verschwand. Der graue Wolf war ebenfalls verschwunden.

Sie merkte, dass sie ihren Körper wieder bewegen kann. Sie schaute zu ihrer Schulter, jedoch war nichts mehr davon zu sehen, dass der Wolf sie angegriffen hat. 
Sie richtete sich langsam auf und sah den weißen Wolf in einiger Entfernung Sie beobachten. Sie wollte ihm entgegengehen und ihn fragen, wieso das alles passiere.
"Haltet euch einfach fern von uns.", sagte die Stimme jedoch direkt. Dann merkte sie wie um sie herum einige Tote Avianer lagen. 
"Sonst werdet ihr es mit eurem Leben büßen."
Dann löste sich der Boden unter ihr auf und sie fiel hinunter. Um sie herum war nur Dunkelheit. Sie fiel immer tiefer und tiefer. 
Hilfe…. 
 
Dann riss sie ihre Augen auf. Sie lag auf dem Rücken und schaute in den Himmel. Es war Nacht und sie konnte die einzelnen Sterne sehen. Sie blieb so einfach liegen für den Moment. Sie versuchte zu verarbeiten, was passiert war.  
Es… war nur ein Traum… 
Sie richtete sich langsam auf. Sie merkte, dass um sie herum der Boden mit einem warmen, flackerndem Licht beleuchtet war. 
Sie befand sich immer noch auf der Lichtung. Dann erblickte sie ein Lagerfeuer. Es war nur eine Armlänge von ihr entfernt am brennen. Sie spürte die Wärme. Es war eine angenehme Wärme, wie die, welche von dem Schwert ausgegangen war. Auf der anderen Seite des Lagerfeuers saß jemand. 
"Ah, du bist endlich wach. Hast du irgendwo schmerzen?", sagte er. Es war ein Avianer. 
Diese Stimme… ist es der von der Gruppe?, überlegte sie. Sie schaute ihn genauer an. Dann tastete sie ihren Körper ab, fühlte jedoch nirgendwo schmerzen. Sie bemerkte dabei, dass sie auch noch ihre Rüstung trug.
"Äh… nein. Alles gut. Flux… das war dein Name, oder?", fragte sie langsam und schaute ihn wieder an. Er hatte ein größtenteils hellblaues Gefieder, nur sein Bauch und der Bereich um seinen Schnabel war weiß. Er trug eine Rüstung Metall. Sie war größtenteils einfach nur metallisch grau. Nur auf der Brust war eine Metallplatte, welche Rötlich war und auf dem Helm, auf welchem eine Rote Feder stand, war ein Edelstein aufgesetzt, welcher im Schein des Feuers glänzte. 
"Ja, das ist mein Name. Und wie heißt du?", fragte er zurück und ließ sie dabei nicht aus dem Auge. Dann merkte sie den Speer in seiner Hand. Er wirkte leicht angespannt. 
Er ist vorsichtig. Er traut mir nicht… vermutlich eine gute Entscheidung. Immerhin kennt er mich nicht., dachte sie zu sich und überlegte, dass sie sich vermutlich nicht anders verhalten würde.  
Dann schaute sie sich einmal kurz um, um herauszufinden, wo ihr Schwert lag. Aber sie fand es nicht. 
Verdammt... wo ist es hin?? Hat er es etwa? 
"Ich heiße Lilietta...", sagte sie langsam und drehte ihren Kopf wieder zu Flux. "Weißt du... vielleicht wo mein Schwert ist?", fragte sie anschließend vorsichtig. 
"Ja. Ich habe es hier bei mir. Und ich würde es auch noch gerne bei mir behalten... nimm es mir nicht übel... aber ich bin einfach nur vorsichtig gegenüber Fremden.", sagte er und zeigte neben sich auf den Boden. Dort lag ihr Schwert im Gras, außerhalb ihrer Reichweite.  
"Zudem... Ich würde dich auch gern was fragen.", fuhr er fort, und sie schaute wieder zu ihm 
"Und was?", fragte sie kurz. 
"Wieso zischelst du überhaupt nicht? Ich kenne zwar Floraner... jedoch habe ich noch nie von einem gehört, der nicht zischelte.", fragte Flux sie. 
Sie war erst leicht überrascht über die Frage und überlegte kurz. 
Wieso ich nicht zischle... eigentlich eine gute Frage..., dachte sie.

Sie wusste es selber nicht. Sie hatte sich bis jetzt auch nie groß Gedanken darüber gemacht. Sie hatte noch nie gezischelt gehabt. Für sie war es normal, nicht zu zischeln. Sie hatte sich auch daran gewöhnt gehabt, dass jeder andere aus dem Dorf zischelte, außer dem Greenfinger und später Tiana. 
Er wird sich vermutlich mit einem einfachen "Ich weiß es nicht" nicht zufrieden geben... verdammt... Sie überlegte weiter, bis ihr ein möglicher Grund einfiel.
"Ich... ich bin mir nicht sicher... Ich war oft mit der Assistentin unseres Greenfingers unterwegs und später auch viel mit dem Greenfinger selber. Die beiden zischeln ebenfalls nicht. Das kommt daher, weil sie sozusagen unsere Gelehrten sind aus dem Dorf. Mehr darüber, warum sie nicht zischeln weiß ich nicht. Aber vielleicht habe ich es mir deshalb früh abgewöhnt zu zischeln... sicher bin ich mir jedoch nicht.", sagte sie ihm.  
Sie war sich im Klaren, dass das nur ein Grund wäre, wenn sie erst später aufgehört hätte zu zischeln, jedoch viel ihr kein besserer mehr ein.

Vielleicht... sollte ich mir darüber auch mal Gedanken machen. Vielleicht kann ich ja etwas auf meiner Reise rausfinden..., überlegte sie sich.
"Hm... Greenfinger... na gut. Aber was machst du überhaupt hier?", fragte er daraufhin direkt seine nächste Frage.
"Ich bin hier vorbeigekommen auf einer Reise. Ich wollte diesen Planeten erkunden, und dabei habe ich euch getroffen... was das angeht... ich bin auch auf der Suche nach meinem Raumschiff. Leider habe ich die Orientierung verloren in dem dichten Nebel. Könntest du mir vielleicht helfen, mich wieder zurechtzufinden? Ich weiß den Weg noch von dem Punkt aus, wo der Nebel plötzlich aufgetaucht war.", fragte sie ihn.
Er schaute sie erst etwas verwirrt an, vermutlich von der plötzlichen Frage ihrerseits.
"Ich... äh... ja. Das könnte ich bestimmt machen. Ich kenn mich hier im Wald relativ gut aus. Aber möchtest du dich nicht vorher noch etwas ausruhen? Du siehst immer noch ziemlich erschöpft aus. Zudem ist es dunkel und ich würde nur ungern in die Tiefen des Waldes gehen mitten in der Nacht.", sagte er und schaute sich einmal um.
"Du hast vermutlich recht... ich werde mich dann noch etwas ausruhen. Wache schieben kann ich ja eh nicht ohne Waffe...", sagte sie ärgerlich und schaute auf das Schwert, welches Flux neben sich liegen hatte. Dann schaute sie mit einem genervten Gesicht zu Flux.
"Ich bin nur vorsichtig. Sobald wir uns wieder trennen kannst du es ruhig wiederhaben.", erwiderte Flux daraufhin.
Dann legte sie sich mit einem Seufzer wieder auf den Boden, drehte sich vom Lagerfeuer weg und schloss die Augen, blieb jedoch noch wach.
 
Es verging einige Zeit, in welcher sie darüber nachdachte, was passiert war und wie sie von dem Planeten wieder wegkommen könnte. Ob sie Flux vertrauen kann. Die ganze Zeit über knisterte das Lagerfeuer vor sich hin. Sie spürte, wie der Blick von Flux immer mal wieder zu ihr huschte, er jedoch schnell wieder anfing, die Umgebung zu beobachten.
Ich glaube ich kann ihm vertrauen. Er hat eigentlich keinen Grund, mir etwas Böses zu wollen und feindselig wirkt er auch nicht wirklich. Im Notfall kann ich immer noch versuchen ihn zu überrumpeln oder wegzulaufen. Ich muss aber irgendwie wieder zum Schiff kommen. Sonst sitz ich hier fest... 


Je länger sie nachdachte, desto müder wurde sie mit der Zeit. 
Ich glaub… ich kann ruhig noch etwas schlafen… 
Sie war nach wie vor erschöpft und ihr Körper fühlte sich an, als ob sie den ganzen Tag tonnenschwere Objekte herumgeschleppt hätte. 
Ich hoffe er kann mich wieder zum Schiff bringen… 
Und dann glitt sie wieder in die Welt der Träume. 
 

Share this post


Link to post
Share on other sites

Kapitel 12

Und die Reise beginnt

 

Als sie die Augen öffnete strahlte ihr das Sonnenlicht ins Gesicht. Sie musste erst ein paar Mal blinzeln, bis sich ihre Augen an das Licht gewöhnt hatten. Dann schaute sie sich um. Sie befand sich nach wie vor auf der Lichtung.
Das Lagerfeuer war aus. Auf der anderen Seite lag der Avianer Flux schlafend auf dem Boden. Er lag zusammengerollt auf dem Boden und schlief friedlich vor sich her. Sie musste bei dem Anblick schmunzeln. Der Speer lag umgefallen auf dem Boden.
Er muss wohl einfach eingeschlafen sein., dachte sie sich. Als nächstes schaute sie nach ihrem Schwert. Das Schwert lag ebenfalls noch dort auf dem Boden, wo es letzte Nacht auch schon lag. Dann schaute sie einmal entlang des Randes der Lichtung. Es war nichts zu sehen außer dem Wald.
Ein Wunder, dass keine Monster über uns hergefallen sind…, überlegte sie und stand langsam auf. Sie ging um das Lagerfeuer herum zu Flux. Sie seufzte.
"Wenn du dir schon vornimmst vorsichtig zu sein und mein Schwert mir abnimmst, dann bewach es wenigstens ordentlich...", murmelte sie leise vor sich hin, beugte sich nach vorne und hob das Schwert vorsichtig hoch. 
Sie ging dann an ihm vorbei, bewegte sich ruhig zu einem schattigen Ort bei der Steinwand und lehnte sich an sie. Dann ließ sie sich langsam auf den Boden gleiten. Von da aus behielt sie den Rand der Lichtung im Auge.
… Ich kann ihn ja schlecht hier einfach liegen lassen…

 

Und so verging die Zeit während sie Wache hielt und nachdachte. Sie versuchte immer noch zu verstehen, was mit dem Schwert passiert war. Es schien so eine Art von Schwert zu sein, wie das, was Nekra besaß. Jedenfalls hatte es ebenfalls irgendeine besondere Macht in sich.
Aber das es einem Energie entzieht… Und das so viel…?, ging ihr durch den Kopf und dachte daran, wie viel Energie es Nekra wohl entzogen haben muss, als er die Eiskalte Windwelle über sie hinweggeworfen hat. Das er danach einfach so weitermachen konnte. Er muss wirklich gut mit dem Schwert umgehen können oder er ist sehr viel stärker als sie es dachte. 
Bei den Gedanken mit der Eiskalten Luft und dem Frost kam ihr auch wieder der weiße Wolf in den Kopf mit der weiblichen Stimme. 
Sie schien ebenfalls besondere Kräfte zu besitzen welche vielleicht vergleichbar sind mit denen der Schwerter. Nur das die Kraft dieser Wesen um ein Vielfaches stärker wirken. Und was sie wohl meinte mit der Liste…
Sie dachte einige Zeit darüber nach und was es für Wesen sein könnten, dass sie so mächtige Kräfte haben und sogar reden können. Sie dachte auch über diese Liste nach, die der Wolf erwähnte.
Die Sonne wanderte in der Zwischenzeit weiter ihren Weg am Himmel entlang

 

Irgendwann bemerkte sie, wie Flux sich anfing zu bewegen. Sie beobachtete ihn einfach nur, wie er sich langsam aufsetzte. Er saß mit dem Rücken zu ihr. Dann schaute er zu der Stelle, wo sie geschlafen hatte. Das nächste was er tat war, dass er zu der Stelle griff, wo vorher das Schwert gelegen hatte. Sie schaute sich das Schauspiel, was sich vor ihr abspielte, still an. Er drehte den Kopf hektisch von rechts nach links und wieder zurück.
"Wo ist sie hin??", hörte sie ihn aufgeschreckt sagen.
Sie fing an zu grinsen.
"Hey du! Ich bin hier! Und wenn du das nächste Mal von jemanden seinen Besitz in Gewahrsam nimmst, dann pass darauf auch wenigstens ordentlich auf!", rief sie ihm entgegen. Er stand auf und drehte sich gleichzeitig blitzartig zu ihr um. Beim Aufstehen trat er unglücklich auf seinen Speer und viel nach hinten um in den Haufen Asche, welcher vom Lagerfeuer übrig geblieben ist. Der Speer rollte von ihm weg in ihre Richtung.
"Autsch... verdammt...", hörte sie ihn leise vor sich hin fluchen.
Sie stand langsam auf und ging auf ihn zu mit dem Schwert in der Hand. Er schaute sie erst an und schaute sich dann schnell nach dem Speer um, dieser lag jedoch zu weit weggerollt, um ihn zu erreichen.
"Du hast mein Schwert einfach unbewacht auf dem Boden liegen lassen...", sagte sie ruhig und schaute ihn direkt an.
"Ich, äh… Ich wollte dich damit nicht wütend machen…!", sagte er offensichtlich etwas erschrocken aber auch leicht ängstlich.
Sie ging langsam an dem Speer vorbei, weiter auf ihn zu. Als sie vor ihm angekommen war blieb sie stehen und hockte sich vor ihm hin.
"Manche würden dir die Kehle dafür aufreißen, dass du überhaupt ihre Waffen angefasst hast.", sagte sie ruhig, ging mit ihrem Gesicht näher an seines heran und grinste ihn an wobei sie ihre scharfen Zähne präsentierte. Er sah sie geschockt an.
"I…ich…" fing er an zu sagen, doch er stoppte, als sie ihren Kopf zurückzog und die Zähne wieder versteckte hinter ihren Lippen.
"Du hast Glück, das ich nich zu diesen Leuten gehöre…", sagte sie anschließend und streckte ihm eine Hand entgegen, um ihn wieder auf die Beine zu bringen.
Flux’s Blick zeigte erst Verwirrung und anschließend Erleichterung. Dann ergriff er ihre Hand und sie zog ihn wieder auf die Beine. Als er wieder fest auf dem Boden stand drehte sie sich um, um den Speer zu holen. Als sie beim Speer angekommen war blieb sie stehen und drehte den Kopf über die Schulter um ihn anzusehen.
"Trotzdem… ich nimms dir übel, dass du einfach eingeschlafen bist, obwohl du fürs Wache halten zuständig warst. Wir haben Glück, dass wir überhaupt noch leben. Deswegen bleibt mein Schwert jetzt auch bei mir. Allein schon, weil du zu schlampig warst darauf aufzupassen.", sagte Lilietta nun mit einem leicht genervten Ton. Dann hob sie den Speer auf, drehte sich wieder zu Flux und warf ihm den Speer zum Fangen entgegen. Er fing ihn aus der Luft auf, wirkte jedoch beschämt wegen seinem Fehler.
"Ich… war plötzlich so müde gewesen. Es tut mir leid.", entschuldigte er sich dann. Sie schaute ihn verwirrt an, überrascht von der plötzlichen Entschuldigung.
Er ist also vermutlich noch genau so jung, wie er aussieht… Und dementsprechend verhält er sich auch. Am Ende ist er eben doch noch ein Jüngling., dachte sie sich.
"Da das jetzt geklärt wär… Könntest du mir endlich helfen, zurück zu meinem Schiff zu kommen?", fragte sie ihn schließlich.
"Ähm… ja. Das kann ich. Es gibt nur eins, was ich vorher noch erledigen muss…", antwortete er langsam. Er schaute sich auf der Lichtung um.

 

Sie wanderten schon länger durch den Wald. Sie ging Flux die ganze Zeit hinterher. Er schien sich wirklich gut auszukennen. Sie hatte ihm die ungefähre Stelle zeigen können, wo sie die Lichtung betreten hatte und wie der Ort aussah, von welchem sie losgelaufen war. Zuvor hatten sie zusammen noch einige Löcher gegraben. Insgesamt 4. Sie waren alle als Gräber gedacht.
Flux wollte seine toten Freunde begraben. Er meinte zwar, dass normalerweise alle Avianer seines Dorfes auf einem Friedhof neben dem Dorf begraben werden, jedoch wäre der Transport von hier aus zu aufwändig und gefährlich. Deshalb wollte er sie wenigstens auf der Lichtung begraben. Er meinte, dass sein Dorf eine halbe Tagesreise von der Lichtung entfernt zwischen Klippen lag. Man gelinge nur über schmale Bergpfade dorthin, weshalb der Transport auch zu gefährlich gewesen wäre. Seid sie die Lichtung verlassen hatten war es sehr still gewesen.

 

Schließlich kamen sie an dem Ort an, von wo aus sie losgelaufen war.
"Das ist also der Ort?", fragte er, während er das Konstrukt betrachtete.
"Ja, das ist er. Geh besser nicht hinein. Eine Falle habe ich bereits aus Versehen ausgelöst und ich weiß nicht, ob es noch andere gibt", erwiderte sie, als sie Flux interessiert auf den Eingang schauen sah. Er schaute daraufhin sie mit einem leicht enttäuschten Gesicht an.
"Von hier aus weiß ich den Weg zurück zu meinem Schiff. Danke für deine Hilfe.", sagte sie mit einem freundlichen Lächeln nach kurzem warten.
"Nichts zu danken... immerhin hast du mir und ein paar meiner Freunde das Leben gerettet.", meinte er daraufhin. "Danke dafür... Ich muss mich jetzt auf den Weg machen, bevor es zu dunkel wird."
"Ja... nichts zu danken. Ich sollte mich auch auf den Weg zum Schiff machen. Nur eine Frage... du weißt nicht zufällig von anderen Floranerstämmen auf benachbarten Planeten, oder?", fragte sie ihn. Sie wollte versuchen rauszufinden, wieso sie nicht zischelt. Zudem wollte sie versuchen, wieder eine Heimat zu finden. Einen Ort, an den sie vielleicht zurückkehren kann nach einer Reise. Dieser Gedanke kam ihr, als Flux über sein eigenes Dorf geredet hat und hat sie daran erinnert, dass sie auch gerne eine Heimat wieder hätte, nachdem sie ihre alte verloren hat.
"Hm... nein. Leider weiß ich von nichts dergleichen. Tut mir leid. Wir werden nur selten von Reisenden besucht und selber haben wir kein Raumschiff im Dorf.", sagte Flux.
"Na gut... dann würd ich mal lebe wohl sagen. Vielleicht komm ich irgendwann mal dazu, diesen Planeten nochmal zu besuchen.", sagte sie.
"Ja. Dann vielleicht bis irgendwann!", sagte Flux schließlich und machte sich auf den Weg zurück durch den Wald.
Lilietta machte sich, nachdem Flux schließlich nicht mehr zu sehen war, ebenfalls auf, um vor der Dunkelheit am Schiff anzukommen.

Sie ging mit neuem Ziel den Weg zurück zu ihrem Schiff. Sie wusste nun, was sie tun wollte.

Share this post


Link to post
Share on other sites

Kapitel 13

Die erste Mission


Sie war kurz vor Anbruch der Dunkelheit an ihrem Schiff angekommen und war auch direkt abgehoben. 
Nachdem sie einige Zeit noch nachgedacht hatte legte sie sich schlafen. Es war ein langer
Tag gewesen und sie war immer noch leicht erschöpft vom Vortag.
Diesmal war es ein traumloser Schlaf.

 

Als sie aufwachte machte sie sich zuerst etwas zu essen. Sie hatte große Hunger dadurch, dass sie seit sie den Planeten betreten hatte nichts mehr gegessen hatte.
Als ihr Hunger schließlich gestillt war stand sie auf, nahm die Gitarre in die Hand und ging zum Pilotensitz.

Sie erstellte sich einen Route von Planet zu Planet mit Hilfe vom S.A.I.L., welchem sie immer sagte, wo es auf der Sternenkarte hinsteuern sollte, welche Planeten es genauer anzeigen soll und welche es schlussendlich auch zu der Route hinzufügen sollte. Sie wählte immer nur Planeten aus, welche bewohnbar seien könnten. Die ganze Zeit über spielte sie verschiedene Melodien auf der Gitarre, während sie die Anzeigen betrachtete und S.A.I.L. sagte, was es tun sollte. Und so vergingen die Stunden.

Nachdem sie ein paar Planeten sich ausgesucht hatte hörte sie auf. Die Planeten waren allesamt immer einige Tagereisen voneinander entfernt.
Und so fing sie ihre Reise an. Auf der Suche nach einer Heimat, jedoch auch nach Antworten auf ihre Fragen. 

 

Es vergingen ein paar Wochen seit sie ihre Reise begonnen hat. Sie hatte jedoch kein Glück gehabt mit ihrer Suche bis jetzt. Sie fand keine weiteren Dörfer oder ähnliches. Beim Erkunden der Planeten hat sie einige Pflanzen und Tiere gesehen, welche zum Teil so abstrakt aussahen, dass sie es nicht geglaubt hätte, dass sie existieren könnten, wenn sie sie nicht selbst gesehen hätte. Manchmal fand sie auch Ortschaften, welche wunderschön waren, sodass sie zum Teil einfach nur dastand und sie staunend betrachtete. 
Immer mal wieder, wenn mal etwas Zeit war und sie nichts zu tun hatte, übte sie etwas mit ihrem Schwert. Sie versuchte zu verstehen, wie man die Kraft des Schwertes kontrollieren kann.
Beim ersten Mal als sie diese Kraft benutze hatte sie ihre komplette Energie dabei aufgebraucht. 
Sie konnte die Kraft des Schwertes meist kaum bis überhaupt nicht kontrollieren und fiel anschließend immer erschöpft in ihr Bett. Einmal, als sie in ihrem Raumschiff geübt hat, hat sie fast alles in Flammen gesetzt. Sie konnte im letztem Moment die Kraft noch stoppen indem sie das Schwert weggeworfen hat und damit die Energiezufuhr unterbrach. Seitdem hat sie beschlossen, nie wieder im Schiff zu üben.
Sie übte immer wieder, jedoch schien sie fast keine Fortschritte zu machen. 

 

Sie kam gerade wieder von einer Erkundungstour zurück zu ihrem Schiff. Sie war auf einem dicht bewachsenen Planeten gelandet und hatte nach Dörfern gesucht. Sie hatte diesmal darauf verzichtet, mit dem Schwert zu üben, da sie sich nicht wieder komplett verausgaben wollte. Es war auch mittlerweile spät und dunkel geworden.
Hm... irgendwie hab ich echt kein Glück was meine Suche angeht... Naja, jetzt erstmal etwas essen und dann mal schauen, welcher Planet als nächstes dran ist., dachte sie zu sich, als sie auf ihr Schiff zuging.
Als sie das Schiff betrat bemerkte sie einen leisen Piepton und ein Blinken auf der Anzeige vom S.A.I.L.. Sie blieb erst verwirrt stehen, bewegte sich dann jedoch langsam zur Anzeige nachdem sie die Luke hinter sich geschlossen hatte.
Was ist das denn?, dachte sie verwirrt, als sie auf die Anzeige schaute, wo ein Ausrufezeichen abgebildet war.
Sie tippte einmal auf den Bildschirm. Daraufhin verschwand das Ausrufezeichen und die Stimme vom S.A.I.L. ertönte.
"Ein neuer Auftrag steht zur Verfügung. Er kam vor wenigen Minuten rein. Es handelt sich um eine Anfrage für einen Begleitschutz.", sagte das S.A.I.L., während sich ein kleiner Text auf der Anzeige langsam aufbaute. Darin stand, wie das S.A.I.L. schon sagte, dass es sich um eine Begleitmission handelt. Sie solle jemanden beschützen, welcher sich auf einem Planeten umschauen möchte. Darunter waren Koordinaten angegeben, welche vermutlich die des besagten Planeten sind.
"Möchtest du den Auftrag annehmen?", fragte das S.A.I.L. nach einiger Zeit.
Sie überlegte. Das wäre mein erster Auftrag... vielleicht mal eine gute Abwechslung von meiner Suche. Zudem... vielleicht kennt ja derjenige, den ich begleiten soll, ein Floranerdorf.
"Ich nehme ihn an", sagte sie schließlich. Damit verschwand der Text vom Bildschirm und es wurde wieder der grüne Kopf angezeigt, wie sonst auch.
"Auftrag wurde angenommen. Soll ich das Schiff direkt zu den angegebenen Koordinaten fliegen lassen?", fragte das S.A.I.L. sie nun.
"Ja, dass wäre nicht schlecht. Bitte tu das Sail.", antwortete sie. Danach ging sie zum hinterem Teil des Schiffes. Sie merkte, wie sich das Schiff bewegte, während es von dem Planeten abhob. Mittlerweile hatte sie sich jedoch an das Wackeln gewöhnt und konnte sich mühelos auf den Beinen halten. Während das Schiff sich auf den Weg zu den Koordinaten machte, machte sie sich etwas zu essen.
Sie dachte die ganze Zeit an den Auftrag, und wie es wohl ablaufen wird. Sie war gewissermaßen gespannt auf den anstehenden Auftrag. Sie hoffte, dass alles reibungslos ablaufen wird.
Nachdem sie gegessen hatte legte sie sich schließlich schlafen. Bis zur Ankunft dauerte es noch einige Zeit, da der Ort, wo sie hinmusste, ziemlich weit weg war.

 

Sie war schon einige Zeit lang wach, saß auf ihrem Bett und spielte auf der Gitarre zum Zeitvertreib als das S.A.I.L. anfing zu reden.
"Das Schiff ist nun im Sonnensystem angekommen und steuert den Planeten an, welcher in dem Auftrag angegeben wurde.", sagte es. Sie hörte auf zu spielen, stand auf und legte die Gitarre auf ihr Bett. Dann ging sie in den vorderen Teil des Schiffes und schaute aus der großen Glasfront hinaus. Nach kurzer Zeit erblickte sie ein anderes Schiff in der Entfernung. 
Das muss wohl das Schiff desjenigen sein, den ich begleitet soll., überlegte sie.
"Ein Anruf von dem anderem Schiff kommt rein. Soll ich die Sprachverbindung zulassen und den Anruf durchstellen?", fragte das S.A.I.L. sie wenige Momente später.
Sie schaute erst verwirrt. Dann erinnerte sie sich wieder, dass Nekra ihr mal etwas von diesem Anrufen erzählt hatte. Sie erinnerte sich auch, etwas darüber in einem Buch über das Schiff gelesen zu haben.
"Ähm… Ja, bitte tu das.", sagte sie schließlich leicht zögerlich. Sie hatte zwar davon gehört, jedoch fühlte sie sich trotzdem leicht unsicher.
"Sprachverbindung wird aufgebaut…", ertönte die Stimme vom S.A.I.L. zuerst.
Dann war ein lautes Knistern zu hören, welches jedoch mit der Zeit wieder leider wurde. Das nächste was sie hörte, nachdem das Knistern verschwand war eine unbekannte Stimme. Sie hörte sich sehr merkwürdig an.
"Hallo? Können Sie mich hören?", sagte die Stimme. Man konnte sie klar hören, als ob sie direkt neben einem wäre.
"Äh, ja. Ich kann sie hören.", antwortete sie.
"Ah, das ist sehr erfreulich! Kann ich annehmen, dass sie diejenige sind, welche den Auftrag angenommen hat?", fragte die Stimme sie.
"Ja, äh… Das können sie. Ich bin hier wegen des Auftrages.", sagte sie, etwas verwirrt von der merkwürdigen Ausdrucksweise der Stimme in Verbindung mit wie sich die Stimme anhört.
"Vorzüglich! Dann lasset uns auf den Planeten treffen. Ich glaube, das dies unsere Kommunikation verbessern wird.", sagte die Stimme.
"Ähm, ja. Fliegen sie vor und ich folge ihnen dann.", sagte sie daraufhin.
"Gut gut, dann werde ich dies tuen. Wir führen unser Gespräch dann dort fort. Ich erwarte sie dann.", erwiderte die Stimme anschließend. Danach wurde es still.
"Sprachverbindung wurde geschlossen.", sagte S.A.I.L. nun.
"Sail? Folg bitte dem Schiff und lande dann anschließend in dessen Nähe.", sagte sie woraufhin sich das Schiff in Bewegung setzte.
Was er wohl für eine Person ist… Also freundlich wirkte er jedenfalls. Nur die Stimme…, ging es ihr durch den Kopf, während das Schiff anfing zu wackeln, weil es in die Umlaufbahn des Planeten eintrat. 


Sie flogen einige Zeit über die Oberfläche des Planeten. Es war ein bewaldeter Planet, aber er besaß auch vielen große grüne Wiesen. Jedoch fiel ihr auf, dass einige Stellen abgebrannt waren und nur Asche übrig geblieben war auf den schwarzen Flecken. Sie fragte sich, was hier wohl passiert sein könnte.
Nach einiger Zeit landeten sie auf einer dieser kahlen schwarzen stellen.
Als sie landeten wirbelten Unmengen an Asche auf, sodass die Sicht stark beschränkt war für einen Moment.
Sie zog sich in der Zeit, in welcher sie wartete bis die Aschewolke sich wieder legte, ihre Rüstung an und machte sich bereit.
Als sich die Sicht wieder aufgeklärt hat öffnete sie die Luke und ging langsam hinaus. Draußen angekommen wartete sie nun auf die Person, welche sie beschützen soll. Während sie auf ihn wartete betrachtete sie sein Schiff. Es erinnerte sie an eine Sache aus den Büchern, welche sie von Nekra bekommen hatte.

Es dauerte noch ein paar Momente, bis sich die Luke des Schiffes schließlich öffnete. Und dann kam eine Gestalt heraus.
Was ist das?!, schoss es ihr durch den Kopf und sie schaute zugleich verwirrt, aber auch leicht geschockt der Gestalt entgegen.

Share this post


Link to post
Share on other sites

Kapitel 14

Eine gefährliche Überraschung

 

Sie schaute die Gestalt verwirrt an. Sie trug einen braunen Mantel aus Leder und eine kurze Stoffhose. Doch was sie so verwirrte war etwas anderes.  

Der Kopf und alles, was sie noch vom Körper sah bestand aus Metall und dort, wo die Augen wären war ein länglicher Bildschirm, worauf zwei Punkte abgebildet waren. Überall waren Nieten zu sehen, welche die Metallstücke, aus welchen der Körper bestand, zusammenhielt. An der Stelle, wo eigentlich der Mund wäre waren nur Löcher mit einem Gitter dahinter. Dafür jedoch, dass sein Körper aus Metall bestand, waren seine Bewegungen relativ fließend. 

Sie hatte schonmal in einem Buch gelesen, dass es solch Metallgestalten gäbe, jedoch fand sie die Vorstellung dazu immer zu abstrakt, um ihr Glauben zu können.

In dem Buch wurden sie immer als Glitch bezeichnet.  

Ist das wirklich einer dieser Glitch? 

 

"Schön, endlich persönlich mit Ihnen reden zu können.", sagte er schließlich. "Ich bin Lambert. Dürfte ich auch ihren Namen erfahren?", stellte er sich vor und zog sie mit der Frage wieder aus ihren Gedanken. 

"Ähm, ja. Ich bin Lilietta Flora.", antwortete sie. 

"Schön sie kennenlernen zu können Frau Flora. Wie ich sehe sind sie eine Floranerin, jedoch zischeln sie nicht. Kann ich annehmen, dass sie zu den Greenfingern unter den Floranern zählen?", fragte er sie. 

"Nein, ein Greenfingern bin ich nicht.", sagte Lilietta ihn. 

"Verstehe. Es hatte mich nur verwundert, dass sie nicht zischeln. Daher kam ich auf den Gedanken. Nun denn, sollen wir uns auf den Weg machen?", sagte er und deutete in eine Richtung, in welche er wohl gehen wollte.

Sie nickte und daraufhin machten sie sich auf den Weg.

 

Sie wanderten schon seit einiger Zeit ohne sich zu unterhalten. Sie merkte, wie die Anzahl der verbrannten Stellen immer größer wurde. Sie musste oft hinschauen, wohin sie trat, um nicht über die verkohlten Bäume zu stolpern, welche umgefallen waren. 

Sie überlegte schon länger, ob sie ihn einfach nach Hilfe bei ihrer Suche fragen sollte. Schließlich entschied sie sich, es einfach zu tun. 

"Lambert? Ich hätte eine Frage. Ich bin momentan auf der Suche nach einer neuen Heimat. Ein Floranerdorf. Wissen sie vielleicht von einem, welches ich aufsuchen könnte? Oder wissen Sie vielleicht von jemanden, der mir weiterhelfen könnte?", fragte Lilietta vorsichtig. 

"Ich kenne durchaus ein Floranerdorf. Zu ebendiesem sind wir momentan unterwegs. Ich weiß nur noch nicht, ob es Ihnen weiterhelfen wird bei ihrer Suche. Also erwarten sie bitte nicht zu viel.", sagte er. 

Was? Hier soll ein Floranerdorf sein?, fragte sie sich. Sie konnte es sich nur schwer vorstellen, hier eines zu finden. 

Und was meint er damit, dass er nicht weiß, ob ich es mir weiterhilft…? 

Sie überlegte die ganze Zeit weiter im Stillen, während sie weitergingen. 

 

Sie war gerade über einen etwas größeren Baum geklettert, nachdem sie Lambert hinübergeholfen hatte, als sie etwas sah, was ihren Atem stocken ließ. 

"Wir sind da. Und wie ich sehe bewahrheiten sich die Gerüchte, die ich gehört hatte…", sagte Lambert. 

Vor ihnen befanden sich die verbrannten Überreste eines Dorfes. Es war allem Anschein nach einmal ein Floranerdorf gewesen. Vermutlich das, von welchem Lambert geredet hatte. Ein paar große Bäume, welche als Wohnungen genutzt worden waren, lagen quer verteilt über den Überresten der Hütten. Alles war verkohlt und eingestürzt.

"Was ist hier passiert??", fragte sie geschockt aber auch gewissermaßen traurig von dem Anblick.

"Dies ist dem Angriff der Hylotl zu verschulden. Jedenfalls, wenn die Gerüchte stimmen.", sagte er. 

"Daran sind Hylotl schuld? Und was für Gerüchte?", fragte sie ihn verwirrt. 

"Ich verfolge den Weg der Verwüstung einer Hylotl-Flotte schon etwas länger, da ich den Kampf zwischen den Floranern und den Hylotl schon länger studiere. Als ich dann neulich, seit längerem mal wieder, Gerüchte gehört hatte, dass hier ebenfalls ein Dorf ausgelöscht worden sein sollte. Ich hatte es am Außenposten aufgeschnappt. Jedoch wollte ich mich selber davon überzeugen.", fuhr er fort. "Es tut mir leid, dass du dies jetzt ansehen musst. Es muss für dich bestimmt unangenehm sein."

"Passt schon…", sagte Lilietta langsam, während sie sich weiter umsah. Sie war immer noch leicht geschockt von dem Anblick und den Gedanken, was hier passiert war.

"Leider kann ich dir dann auch nicht weiterhelfen mit deiner Bitte. Jedoch…", fing Lambert an. 

Lilietta schaute ihn fragend an.  

"… vielleicht kann dir jemand am Außenposten weiterhelfen. Vielleicht könntest du dort fündig werden."

"Außenposten…? Was ist das?", fragte sie ihn. 

"Du weißt nicht, was der Außenposten ist? Er ist ein Treffpunkt unter Reisenden. Wenn du möchtest, kann ich dir die Koordinaten geben, die du brauchst um dorthin zu gelangen.", bot er ihr an. 

"Ja… gerne! Ich wäre dir sehr dankbar dafür.", sagte sie nach kurzen überlegen.

"Gut. Dann werde ich dir die Koordinaten geben, sobald wir wieder bei den Schiffen sind. Begleiten dorthin werde ich dich aber vermutlich nicht können.", erklärte er ihr. 

"Ich werd mich schon zurechtfinden. Vielen Dank.", sagte Lilietta freudig, fröhlich darüber einen möglichen Schritt weitergekommen zu sein bei ihrer Suche. 

"Gut gut… Dann werde ich mich beeilen um ein paar Sachen zu überprüfen und zu Dokumentieren. Wenn du dich hier unwohl fühlst, kannst du am Dorfrand auch warten. Ich glaube nicht, dass es hier wirklich gefährlich ist.", sagte Lambert und ging langsam weiter in das Dorf hinein 

"Alles gut. Ich werde dich begleiten.", erwiderte sie und folgte ihm. 

Gerade als sie losgingen spürte sie ein merkwürdiges Gefühl, so als würde jemand sie beobachten.  Dann gab es ein leises knacken, als ob jemand auf einen Trockenen Ast getreten war. Sie blieb stehen und drehte sich um. Hinter ihr befand sich nur der große Baum, über den sie vorhin geklettert war. Sonst war nichts zu sehen. 

Sie blieb so noch ein paar Sekunden stehen und beobachtete ihre Umgebung. Dann drehte sie sich schulterzuckend um und folgte Lambert wieder. 

Selbst wenn uns jemand beobachtet, er wird uns jetzt vermutlich noch nicht angreifen. Wenn dann erst im Wald, wo man uns besser auflauern kann und wenn es dunkler ist. Außerdem hab ich ja mein Schwert., dachte sie sich, während sie sich beeilte die Strecke, die Lambert bereits zurückgelegt hatte, aufzuholen. 

 

Es verging noch einige Zeit, bevor sie sich auf den Rückweg machten zu den Schiffen. Lambert hatte sich noch einige Zeit umgeschaut in dem Dorf und sich auf einem Zettel Notizen gemacht. Die ganze Zeit über schien jemand sie zu beobachten, jedoch tat Lilietta so, als ob sie es nicht bemerken würde. Einerseits um Lambert nicht zu verunsichern und andererseits, um dem Beobachter in Sicherheit zu wiegen. 

 

Sie waren schon einige Zeit wieder auf dem Weg zurück zu ihren Schiffen und es war schon etwas dunkel geworden, als es passierte. 

Von der Seite aus bemerkte sie eine schnelle Bewegung. Kurz darauf flog ihr ein Messer entgegen. 

Verdammt!!, schoss es ihr durch den Kopf, als das Messer sich in ihrem linkem Arm versenkte. 

Sie schaute sich die Stelle an, wo das Messer steckte und zog es schnell heraus. 

Das war das erste Mal, dass sie froh darüber war, nichts mehr spüren zu können in ihrem linken Arm seit dem Vorfall mit dem Metallischem Wolf. 

Sie zog Lambert hinter sich und suchte den Wald um sich herum ab. Dann sah sie eine Gestalt von vorne auf sie zustürmen. Sie hielt jeweils ein Messer in beiden Händen. 

"Na dann wolln wir mal etwas Spaß haben!", rief die Gestalt ihr entgegen. 

Sie ließ ihr Schwert sofort aufglühen, wodurch die Umgebung erhellt wurde. Nun konnte sie die Gestalt sehen. 

Das ist ein Hylotl!

Als der Hylotl das glühende Schwert sah blieb er ruckartig stehen und hielt Abstand. 

"Woah!? Hey hey hey! Das Grünzeug scheint ja nen nettes Spielzeug zu haben.", gab er von sich, als er sich wieder in Angriffsstellung brachte. 

Dann bemerkte sie eine weitere Bewegung von rechts am Rand ihres Blickfeldes. 

"Hey, du solltest dich besser umschauen kleines Pflänzchen! Jetzt komme ich!", kam eine neue Stimme aus der Richtung der Bewegung. 

Im nächstem Augenblick sprang ein weiterer Hylotl auf sie zu. Dieser jedoch war mit einem langen, dünnen Schwert bewaffnet. 

Es sind zwei??

"Nein! Pass auf!", rief der Hylotl, welcher sie vor ihr befand, plötzlich dem heranspringenden zu.

Sie holte aus mit ihrem Schwert in der rechten Hand und schlug in die Richtung des herranspringenden Hylotl. Er versuchte den Schlag mit seinem Schwert abzuwehren, jedoch schmolz dieses an der Stelle, wo Ihres Seins berührte und sie traf ihn an seinem Arm durch welchen das Schwert mit Leichtigkeit schnitt. Es zischte und rauchte, als das Schwert auf das Fleisch traf. 

Sie drehte sich zur Seite weg und der Hylotl flog an ihr vorbei, fiel zu Boden und rollte noch ein paar Meter durch den Schwung des Sprunges. Er blieb liegen, während er Schmerzensgeräusche von sich gab und sich die Stelle hielt, wo vorher sich noch sein Arm befand. 

Einer weniger… Das hätte auch schiefgehen können… Ich muss mehr aufpassen, dachte sie sich und wandte sich wieder dem anderen Hylotl zu. Dieser schaute geschockt zu seinem Freund.

Sie merkte bereits, wie ihre Energie immer weniger wurde. 

Ich muss vorsichtig sein… Ich darf nicht zu viel Energie verbrauchen…

"Dieser Idiot! Scheiße…!", hörte sie ihn fluchen. Dann stürmte er auf sie los. 

"Lambert, bitte nimm etwas Abstand.", sagte sie und stieß ihn schräg nach hinten weg. 

Sie holte erneut aus mit dem Schwert. Diesmal entflammte sie es und zog eine kleine Feuerwelle hinter dem Schwert her. 

Als die Feuerwelle dem Hylotl entgegenkam, sprang dieser über sie hinweg.  

Was?!?, schoss ihr durch den Kopf. Kurz darauf merkte sie, wie sie immer Erschöpfter wurde. 

Das ist nicht gut... wenn ich noch mehr Energie verliere wird das ganz schnell ein schlechtes Ende nehmen..., dachte sie sich und zwang sich, die Energiezufuhr zum Schwert zu unterbrechen. Das Schwert hörte auf zu brennen und zu glühen. Es wurde schlagartig dunkler.  

Gleichzeitig versuchte sie das Schwert hochzureißen, um den anstürmenden Hylotl abzuwehren.  

Sie schaffte es gerade noch ein Messer zu parieren und versuchte dem anderem mit einem Seitwärtsschritt auszuweichen. Er erwischte sie trotzdem mit dem einem Messer an der Hüfte. Sie stöhnte kurz auf wegen dem Schmerz.  

Der Hylotl stolperte seinerseits durch das unerwartete Ausweichmanöver von Lilietta und fiel auf den Boden. Er hatte wohl damit gerechnet, dass sie wie bei seinem Freund ebenfalls angreift, anstatt auszuweichen. Er richtete sich schnell wieder auf und stellte sich schützend vor den verletzten Hylotl. Lilietta stellte sich Kampfbereit hin, hielt sich jedoch mit der linken Hand die Wunde an ihrer Hüfte.

"Du verdammte Pflanze…!", fing er wütend an zu sagen. 

"Bevor du redest, überleg, wer zuerst angegriffen hat!", schnitt sie seine Worte harsch ab. Sie versuchte es sich nicht ansehen zu lassen, dass sie erschöpft war. 

"Pff… Ihr seid selber schuld, wenn ihr auf diesem Planeten landet. Floraner haben hier nichts zu suchen. Das hier ist Floranerfreies Gebiet. Dafür hatten wir hart gekämpft.", sagte er trotzig. 

"Also habt ihr das Floranerdorf zerstört?", fragte sie ihn. 

"Ja klar. Vor knapp 4 Jahren schon mit unserer Flotte. Wir haben alle getötet…", sagte er mit einem Grinsen auf dem Gesicht. Sie schaute ihn geschockt an.

Ihr flogen die Bilder vom zerstörtem Dorf noch einmal durch den Kopf.

"Bis auf eine… Ich erinnre mich noch gut daran, wie zwei feige Pflanzen zu einem Schiff geflohen waren. Einen von ihnen haben wir noch bekommen. Er hat sich, ach so tapfer, geopfert. Es war witzig mit anzusehen, wie er versuchte sich zu wehren. Hat sogar ein paar von meinen Kumpeln umlegen können dieser Mistkerl… die andere konnte deshalb jedoch leider abhauen.", fuhr er fort mit einem genervten Blick. Sie schaute ihn angewidert an und spürte leicht, wie irgendetwas ihr weiter Energie raubte, jedoch war es ihr egal. Sie war wütend. 

"Was? Bist du jetzt sauer? Ich hab dir doch nur geantwortet kleines Pflänzchen.", sagte er hochnäsig und grinste sie dabei an. 

Ihr Schwert fing wieder an zu glühen und Grinsen in seinem Gesicht verschwand wieder.

Dann spürte sie etwas auf ihrer rechten Schulter. 

"Lasst euch nicht unnötig aufregen Frau Flora.", hörte sie Lamberts Stimme hinter sich. "Wenn Sie jetzt etwas Unüberlegtes tun, wird es nur noch schlimmer…"

Es vergingen ein paar Sekunden. 

Dann seufzte sie einmal laut, merklich genervt und das Glühen verschwand. Sie wusste, dass er recht hat.

"Tse... du hast echt Glück. Ich möchte nicht unnötig weiterkämpfen. Wir werden jetzt einfach gehen. Also hilf deinem Freund, und bete, dass wir uns nie wiedersehen. Wenn du uns folgst passiert dir was noch Schlimmeres als ihm.", drohte sie ihm, immer noch gereizt und wütend. Jedoch wusste sie, dass sie einen weiteren Kampf vermutlich nicht gewinnen würde.

"Du hast eher Glück, dass mein Kumpel so bescheuert war... aber gut. Belassen wir es dabei...", erwiderte er genervt, ging zu seinem Freund und hockte sich neben ihn hin um die Wunden zu betrachten, schaute jedoch immer wieder misstrauisch zu ihr hinüber.

"Los… Wir gehen.", sagte sie schließlich und drehte sich zu Lambert. 

Dann machten sich beide wieder auf den Weg zurück zu ihren Schiffen und ließen die beiden Hylotl hinter sich.

Olaxis, Minka and DragonsForce like this

Share this post


Link to post
Share on other sites

Kapitel 15

Der Außenposten

 

„Ich hoffe es dauert nicht mehr allzu lange…“, seufzte Lilietta leise vor sich hin während sie auf ihrer Gitarre vor sich hin spielte auf ihrem Bett. 

Es waren schon einige Stunden vergangen, seit sie sich auf den Weg zum Außenposten gemacht hat. Sie hatte sich in der Zwischenzeit viele Gedanken dazu gemacht, wie der Außenposten wohl aussehen würde und ob sie dort wirklich fündig werden würde mit ihrer Suche. 

Ich sollte mich glaube ich schlafen legen und mich ausruhen. Laut Sail dauert der Flug sowieso noch mehrere Tage., dachte sie sich und legte die Gitarre schließlich weg, nachdem sie bereits ein paar Stunden einfach nur vor sich hin gespielt hatte. 

Sie seufzte ein weiteres Mal und legte sich schließlich hin und schloss ihre Augen. Sie war aufgeregt und gespannt darauf, endlich anzukommen. 

Sie konnte es kaum erwarten. 

 

Lambert und Lilietta waren ohne weitere Vorkommnisse zu ihren Schiffen gegangen. Dort hatte Lambert ihr anschließen die Koordinaten für den Ort namens Außenposten gegeben sowie die Bezahlung für den Auftrag. Als Bezahlung hat er ihr einen Beutel voller kleiner Würfel gegeben, welche er als Pixel bezeichnete. Sie hatte noch nie von Pixeln gehört und auf ihre Nachfrage hin, was das sei, erklärte er ihr, dass dies eine weit verbreitete Währung im Universum ist. Er hatte ihr ungefähr beschrieben, wie es am Außenposten aussieht, wo sie was finden kann und worauf sie achten sollte, da es dort angeblich auch unangenehme Zeitgenossen geben solle. Danach hatte sie sich direkt auf den Weg dorthin gemacht um keine Zeit zu verlieren. 

 

"In wenigen Minuten sollte der Außenposten in Sicht kommen. Ich bereite die Systeme auf die Landung vor", hörte sie S.A.I.L. sagen, als sie gerade dabei war schmutziges Geschirr vom Essen, welches sie kurz zuvor gegessen hat, sauber zu machen und wieder wegzuräumen. Es waren bereits einige Tage vergangen, seit sie sich von Lambert verabschiedet hatte. 

"Was? Wirklich?", sagte sie freudig überrascht und huschte schnell zum vorderen Teil des Schiffes um aus der Glasfront hinauszuschauen. 

Vor dem Schiff befanden sich momentan noch einige mittelgroße Asteroiden, welche im Universum umherschwebten. Nachdem ein etwas größerer vor ihrem Schiff vorbeigeflogen war, welcher ihr zuvor die Sicht versperrt hatte, sah sie schließlich ihr Ziel. 

"Das ist also der Außenposten!", sagte sie freudig, als sich vor ihr ein riesiger Asteroid mit flacher Oberfläche aufzeigte auf welchem sie Lichter scheinen sah. Als sie dem Asteroiden näher kam konnte sie langsam die Umrisse von einzelnen Konstrukten erkennen. 

Auf diesem Asteroiden befand sich ein großes Gebäude und darum herum waren ein paar kleinere Stände und Geschäfte aufgebaut. Sie sah auch direkt vor einem kleineren Gebäude eine etwas größere freie Fläche, wo schon zwei andere Raumschiffe standen. Es war aber noch genug Platz für ihr Raumschiff auf der Fläche neben den anderen beiden Raumschiffen. 

Ich hätte aber irgendwie gedacht, dass er größer wäre..., dachte sie im Stillen. Dafür, dass das hier angeblich der bekannteste Treffpunkt unter Reisenden sein soll, wie Lambert meinte. 

"Sail? Bitte lande vor diesem etwas kleinerem Gebäude mit dem großen Schild und wo auch schon die anderen Raumschiffe stehen.", beauftragte sie das S.A.I.L.. 

Das Schiff steuerte langsam hinüber zu dem Gebäude und stoppte einige Meter davor ab und setzte an zum Landen. Die ganze Zeit über schaute sie aus der Glasfront hinaus und konnte auch schon einige andere Gestalten umherlaufen auf der Oberfläche.

Sie erkannte darunter ein paar wenige Glitch und Avianer jedoch größtenteils sah sie Gestalten von der Rasse Mensch, welche sie bisher nur von den Büchern aus Nekras Baum kannte und aus denen, welche er ihr mitgegeben hatte.

Und sie sah noch eine Rasse... 

… Hylotl., dachte sie während sie seufzte. Naja, solange sie mich nicht angreifen oder mich beleidigen hab ich ja eigentlich nichts gegen diese Fischmenschen. 

Als das Schiff auf der Oberfläche schließlich aufkam gab es einen dumpfen Ton und es wackelte kurz. Dann  war es wieder ruhig. 

Sie ging wieder von der Fensterscheibe weg und bewegte sich zu ihrem Bett hinüber. 

Ich sollte mir irgendetwas anziehen…, dachte sie während sie sich umschaute. Ihr Blick schweifte zu ihrer Rüstung. Dann schüttelte sie den Kopf.

Nee… Ich will mich ja nur umhören. Ich glaube eine Rüstung würde einen falschen Eindruck erwecken., überlegte sie, kniete sich auf ihr Bett und suchte nun nach etwas anderem zum anziehen. 

„Wo sind denn…?“, stieß sie genervt hervor, nachdem sie schon mehrere Minuten auf ihrem Bett zwischen verschiedenen Sachen, die sich über die Zeit dort angesammelt hatten, nach ihren Anziehsachen wühlte. 

"Ah, na endlich!!", rief sie erfreut hervor, und riss dabei einen Arm in die Luft, in welchem sie ihr Stoffkleidung festhielt, welche sie noch von ihrer alten Heimat mitgenommen hatte. Sie war ein bisschen größer und bedeckte ein bisschen mehr Haut, als ihre alte, welche sie sonst früher immer anhatte. Diese hatte sie jedoch schon sehr lange gehabt, weshalb sie sich kurz vor ihrer Flucht noch neue geholt hatte. 

Lilietta zog sich schnell die Stoffteile über ihre Brust und über ihre Hüfte und machte sich bereit um nach draußen zu gehen. Sie ließ ihr Schwert neben ihrer Rüstung liegen, jedoch hängte sie ein Messer in ihr Hüfttuch ein für den Notfall. 

Ich hab zwar nicht vor einen Kampf zu starten, aber sicher ist sicher..., dachte sie sich, während sie es sich an die Hüfte hängte mithilfe des Stofftuches. Danach drehte sie sich zur Luke hin. 

"Sail? Öffne bitte die Luke.", sagte sie, während sie hinüber zur Luke ging, welche sich daraufhin langsam öffnete. 

Dann setzte sie ihren ersten Schritt nach draußen... 

 

Share this post


Link to post
Share on other sites

Create an account or sign in to comment

You need to be a member in order to leave a comment

Create an account

Sign up for a new account in our community. It's easy!

Register a new account

Sign in

Already have an account? Sign in here.

Sign In Now