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Ein gefundenes Tagebuch


Samuel

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Im Gegensatz zur heutigen Technologie und den Logbüchern, findet ihr ein Tagebuch vor. Ein roter Ledereinband mit schwarzem Band - vermutlich als Lesezeichen. Auf der Vorderseite war mal das Bild eines Tieres ... Etwas mit einer Mähne? Ihr wisst es nicht. Es ist zu unkenntlich geworden. Das Buch ist in erstaunlich guter Verfassung. Als ihr euch im Raum umblinkt - oder eher das, was davon noch übrig ist, seht ihr auch eine schwarze Rüstung mit rotem Umhang. Diese scheint jedoch nicht mehr brauchbar zu sein, höchstens zum einschmelzen. Der innere Abenteurer in euch ruft und voller Neugierde öffnet ihr vorsichtig das Buch, wischt vorsichtig den Staub weg und beginnt zu lesen ...

14.06.

 

Wertes Tagebuch,

heute wurde ich Vater. Meine Frau gebar eine Tochter. Stolzer könnte ich kaum sein. Grüne Augen, vermutlich von ihrer Mutter.
Leider fehlt mir die Zeit diesen Moment lange zu feiern. Morgen müssen die neuen Rekruten trainiert werden und wenn beide Ausbilder wegfallen, funktioniert das wohl schlecht. Ich frage mich wo mein Stellvertreter zur Zeit ist? ... Wir haben alle viel um die Ohren, in letzter Zeit.

Von den Rekruten sticht nur einer wirklich heraus, dieser wird auch die Prüfung ablegen. Ob er danach noch immer so entschlossen ist? Für einen Floraner hat er jedenfalls mächtig was im Köpfchen. Ob meine Tochter auch mal so wird? Vermutlich. Sie soll ein normales Leben führen, doch den Schwertkampf ... Den werde ich sie lehren. Irgendwie muss sie sich ja verteidigen können. Und ich bin mir sicher, sie wird die Abenteuerlust ihres Vaters geerbt haben, sowie die Neugierde ihrer Mutter.

Genug geschrieben. Für heute mache ich Schluss.
Wir sehen uns morgen wieder.

Gezeichnet,

S.

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Als ihr die Seite umblättert um fortzufahren, wirbelt ihr etwas Staub vom Schreibtisch auf. Hier war wirklich lange niemand mehr. Gerade als ihr euren Arm hebt um weiter lesen zu können, hört ihr hinter euch die Tür zufallen. Ein kurzer aber wachsamer Blick durch den Raum erfolgt ... Niemand zu sehen. Vielleicht bloß ein Windstoß? ... Frei von jeglicher Störung hebt ihr erneut den Arm und beginnt die nächste Seite zu lesen.

16.06.

Verzeih mir.
Ich sagte zwar 'morgen' doch meine Arbeit nimmt mehr Zeit in Anspruch als ich für Gut halte ... Am Abend war ich noch auf der Krankenstation, bei meiner Frau und meiner Tochter. Die Kleine strotzt vor Gesundheit und die Ärzte meinten, aus ihr würde eine formidable Soldatin werden wenn sie mal Groß ist.
Doch ist es das, was ich für sie will? Ein Leben in den Fußstapfen ihrer Eltern? ... Ich glaube nicht, dass ich diese Art von Erbe weiterreichen möchte. Darüber werde ich jedoch auch noch mal mit meiner Frau reden. Vielleicht sieht sie das anders.

 

Ein paar Kaffeeflecken befinden sich auf der unteren Hälfte der Seite und lassen ein paar der Wörter verschwommen erscheinen.

Ach, verflucht. Jetzt habe ich mit dem Kaffee gekleckert. Nun, was soll's, hauptsache man kann es noch lesen. Natürlich lacht meine Frau mich aus und die Kleine lacht mit. Es tut gut ab und zu mal ein freundliches Gelächter zu hören, statt ständig nur den trockenen, diplomatischen Ton der gehobenen Gesellschaft.

Die Seite geht lagsam zu Ende. Ich glaube, ich habe erst Mal genug geschrieben.

Gezeichnet,

S.

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Eure Seelenspiegel schwenken nach rechts, als ihr die nächste Seite lesen wollt. Verunsichert, schaut ihr auf. Hatte sich da gerade etwas in den Schatten bewegt? Hinter dem Bücherregal? ... Eine kurze Weile noch schaut ihr euch um und spitzt die Ohren - Nichts ungewöhnliches. Eure Sicherheit kehrt langsam zurück, immerhin habt ihr den Weg bis hierhin auch überlebt. Erneut beginnt ihr zu lesen.

20.06.

 

Die Abstände werden größer, aber was soll man schon machen als Anführer der Truppen? ... Der Floraner von dem ich sprach, hat die Prüfung mit Bravur gemeistert. Er hätte wirklich gutes Potential mal Vize zu werden, wenn ich mal in den Ruhestand gehe und mein Vize der Anführer unserer Truppen wird. Aber genug vom Beruf. Meine Frau durfte das Krankenhaus gestern verlassen und nahm unsere Kleine natürlich mit. Sie gewöhnte sich schnell an die neue Umgebung und auch ihr Kinderzimmer schien ihr gut zu gefallen. Die erste Nacht war härter als manch meine Einsätze ... Alle zwei Stunden aufstehen, weil die Tochter Hunger oder Durst hat oder eine neue Windel braucht.

 

Ich werde mir Morgen wohl frei nehmen um ein bisschen Zeit mit der Familie zu verbringen. Vielleicht kann ich endlich den neuen Nano Ofen ausprobieren, der bereits seit Tagen in der Gartenlaube herum steht.

Gezeichnet,

S.

Ein wenig mehr Zeit mit der Familie tut dir wirklich mal gut, mein Schatz. Da du dich mit Frau unleserlich so gut verstehst, solltest du öfter nach Urlaub fragen.
Lieb' dich!

Posted

Die nächsten Minuten verbringt ihr nur damit die nächsten Seiten zu lesen, jedoch findet ihr nichts wirklich wichtiges was euch interessieren könnte. Nur Geschichten darüber, wie die Tochter der beiden Personen aufgewachsen ist und mittlerweile seid ihr euch auch sicher, dass der Schreiber des Tagebuches eine Art militärischer Ausbilder war. Vielleicht eine Art von General. Die Frau wird jedoch weniger beschrieben ... Nach etlichen Minuten des blätterns, stoßt ihr auf eine recht interessante Seite. Scheinbar wurde sie gut 6 Jahre später geschrieben.

09.03.

 

Unsere Heimat wird angegriffen und ich muss zur Verteidigung eilen. Dies könnte mein letzter Eintrag sein ... meine Frau hat meine Tochter mitgenommen, in eine Welt, fernab unseres Verstandes. Aber sie sind dort sicher. Nun liegt es an mir und meinen Löwen unsere Rexxblxx zu verteidigen. Leider wurden die Späher getötet, wir wissen also nicht ein Mal womit wir es hier zu tun haben. Ich hoffe die Sxxatxrex konnten fliehen und ihre Kolonien retten.

Sollte dieses Tagebuch jemals gefunden werden ... Mein Name ist Samuel und ich bin der Anführer der Oxxxlöxxn. Meine Aufgabe war es die Rxpuxxk zu schützen. Vermutlich habe ich versagt, sonst würdet ihr diese Zeilen nicht lesen können. Solltet ihr ein Mal auf einen Dämon treffen, so fürchtet euch nicht. Sie sind netter als die meisten denken. Und falls du es bist, Sxtxxnx, geliebte Tochter, welche diese Zeilen liest ... so pass auf dich auf und wisse, dass wir dich immer geliebt haben.

Gezeichnet,

Samuel

 

Ein paar der Wörter wurden versucht, unleserlich durchzustreichen. Ihr seid euch nicht sicher warum, doch es scheinen nur bestimmte Wörter zu sein. Was der Schreiber mit 'Dämon' meint, wisst ihr ebenfalls nicht, immerhin existieren solche Kreaturen doch gar nicht? Ein letztes Mal schaut ihr euch im Raum um - geht sicher, das niemand außer euch hier ist. Das Buch wird zugeklappt und eingesteckt. Langsam geht ihr zur Treppe, werft einen letzten Blick auf die schwarze Rüstung und macht euch auf den Weg zurück zur Oberfläche ... Hinter euch fällt die Tür zu und ihr geht einfach weiter nach oben.

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