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Ein Leben im "Exil"

 

Elsa erwachte. Offensichtlich ist sie in ihrem Käfig wieder ohnmächtig geworden. Sie war geschockt von den Ereignissen, spürte jedoch keine Schmerzen mehr an ihrem Rücken. Sie schaute sich um und bemerkte, dass sie in einem Bett lag. Ein kleines gemütliches Holzbett mit rot-weiß karrierter Bettwäsche. Sie befand sich in einem kleinen Raum aus Steinmauern. Es gabg drei kleine Kachelfenster, auf welchen verschiedene Wildblumen wie Mohn und Gänseblümchen standen. Ein Fenster lag direkt am anderen Ende des Raumes, die beiden Anderen and der linken Wand von ihr aus gesehen. Auf der rechten Seite war eine kleine Holztür. Der Boden war ebenfalls aus Holzdielen. Ein kleines Feuer knisterte neben dem Bett in einem Ofen. Ansonsten gab es hier nicht mehr zu sehen außer zwei Stühle, einen runden Holztisch in der Mitte des Raumes und ein Bücherregal mit einem Schaukelstuhl am anderen Ende neben dem Fenster.

 

Elsa hatte nicht die geringste Ahnung wo sie war oder was ihr passiert war. Jedoch bemerkte sie, dass ihre Haare fettig waren und ihr Hemd durchgeschwitzt war. Sie konnte sich selber nicht riechen und stand auf um aus einem Fenster zu blicken. Sie sah hinaus und blickte auf einen tiefen, grünen Wald. Ihr Zimmer lag auf gleicher Höhe zu den Baumkronen und Elsa konnte das Zwitschern der Vögel hören.

 

Auf einmal klopfte es an der Tür. Elsa ging in nichts weiter als einem Hemd bekleidet zu der Tür und machte diese auf. Vor ihr Stand eine alte Frau in einem schwarz-weißen Gewand, welches sie zum Teil verhüllte. Ihr Gesicht drückte ein liebevolles, aber auch besorgtes Lächeln aus.

 

Guten Morgen Kindchen. Hier hast du einen Eimer mit warmen Wasser und etwas zu anziehen. Husch Husch! Die anderen warten schon.

 

Elsa tat wie ihr gesagt und wusch sich von ihrem Schmutz und ihrem Gestank. Schließlich betrachtete sie das Kleid, welches ihr die Frau gegeben hatte. Es war ein blaues Kleid aus Wolle mit einer schwarzen Wollweste und braunen Schuhen dazu. Sie blickte nochmal in den Raum und entdeckte einen Kamm und einen Handspiegel auf dem Tisch. SIe beschloss sich die Haare zu kämmen um wenigstens etwas gepflegt ihre neue Umgebung kenne zu lernen. Sie erblickte sich im Spiegel und wurde von sich selbst überrascht. Aus dem zuvor über 1000-Jahre altem Engel war augenscheinlich ein ca. 16 jähriges Mädchen geworden mit. Sie schaute noch einmal kurz aus dem Fenster und überlegte. Jedoch wollte ihr kein Gedanke im Kopf bleiben. Plötzlich klopfte es wieder.

 

Nicht tröddeln Kindchen sonst kommen wir noch zu spät zum Essen. Mutter Hildegard wartet schon aus uns.

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Elsa nahm den Eimer mit dem schmutzigen Wasser und machte die Tür auf. Die Frau nahm ihr den Eimer ab und die beiden gingen einen schmallen Flur entlang. Die Wände waren weiß, an den Wänden hingen ein paar Kerzen zur Beleuchtung und auf jeder Seite waren in etwa weitere vier Türen. Am Ende machte der Flur einen Knick nach Rechts wo eine Treppe hinunter führte. Unten angekommen erwartete Elsa eine weitere alte Frau in der gleichen Kleidung wie die Erste.

 

Guten Morgen. Was für eine Schönheit du bist! Ich bin Mutter Hildegard und das ist Schwester Anne-Marie. Willkommen in unserem bescheidenen Kloster. Magst du mir deinen Namen verraten Kind?

 

Ich bin Elsa.

 

Was für ein hübscher Name. Und wie ist dein Nachname?

 

I.. Ich..

 

Wenn du es uns nicht sagen möchtest musst du es auch nicht. Elsa reicht uns vollkommen. Du hast uns erst einen schrecken eingejagd. Als dich die Wache gestern zu uns brachte dachten wir erst, dass du es nicht schaffen würdest so blutverschmiert wie du warst. Doch du hattest keinen Kratzer an dir.

 

Keinen Kratzer?!

 

Keinen Einzigen. Aber was ist dir denn passiert Kind? Warum bist du des Nachts zu diesen Tagen nur in einem Unterkleid im Wald spazieren. Wenn Er dich gefunden hätte...

 

Er? Ich wollte niemandem Ärger machen. Ich weiß nicht was passiert ist. Verzeihen Sie bitte...

 

Och Kindchen, sag ruhig "Du" zu uns. Wir sind doch keine Autoritätspersonen. Erst Recht nicht für eine junge Dame wie dich.

 

Verzeihung, jedenfalls wo bin ich hier genau?

 

In unserem Kloster. Etwa eine viertel Stunde von Buchenhain entfernt. Wir sind Nonnen. Und von wo kommst du?

 

Elsa schwieg. Sie schaute sich mit abwesendem Blick den Raum an. Es war anscheinend ein Esszimmer. In der Mitte stand ein großer Holztisch mit etwa neun Stühlen auf jeder Seite. Zwei große Fenster, gegenüber der Treppe und ein bescheidener Kronleuchter spendeten dem Raum genügend Licht. Der Boden war aus Holzdielen, welche sehr laut knarrten wenn man auf ihnen lief. Ein großer Rahmen ohne Tür stellte den Ausgang zu dem Raum da. Ansonsten entdeckte sie nichts besonderes mehr.

 

Ich verstehe... Du bist von zu Hause weggelaufen stimmts? Hat jemand in deiner Familie versucht die zu missbrauchen? Kommt daher das ganze Blut? Ist auch egal. Du hast hier Asyl und bist willkommen. Niemand hat das Recht eine Seele einfach zu missbrauchen. Hier bist du sicher.

 

Mutter, die anderen Schwestern warten schon. Wir sollten nun gehen.

 

Ist gut. Komm Elsa. Wir stellen dich jetzt den restlichen Schwestern vor. Ach und keine Sorge. Nur weil du jetzt hier lebst musst du noch lange keine Nonne werden. Es ist unsere Pflicht vor Gott einer armen Seele wir dir Zuflucht zu gewähren.

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Mutter Hildegard führte Elsa eine Treppe hinunter in einen Kirchensaal. Hier saßen bereits andere Nonnen und beteten.

 

Guten Morgen Schwestern. Dies hier ist unser neuer Gast Elsa. Sie wird für einnige Zeit bei uns verweilen.

 

Die Nonnen lächelten zu Elsa, welche dies erwiederte. Elsa sah sich die Gesichter der Frauen an. Die meisten waren schon in einem höheren Alter, jedoch keineswegs alterschwach. Mutter Hildegard rief zum Essen, woraufhin alle durch das Kloster eielten und mit Geschirr und Besteck in der Speiseraum kammen. Alle setzten sich an den Tisch, während Schwester Anne-Marie Krüge mit Milch und Schüsseln mit Haferbrei auf dem Tisch verteielte. Nun falteten alle ihre Hände und Mutter Hildegard sprach ein Tischgebet. Elsa überkam dabei ein Lächeln. Sie freute sich über die Liebe und die Wärme, mit welcher ihr die Schwestern begegneten. Schließlich war das Gebet zu Ende und alle nahmen sich Haferbrei und Milch. Zu ihrer Überraschung schmeckte dieses simple Essen Elsa hervorragend. Alle unterhielten sich miteinander über alltägliche Dinge. Und auch Elsa konnte einniges über sich erzählen, als eine Schwester danach fragte.

 

Nun ich bin jetzt 16 Jahre alt und war noch nie zuvor in Buchenhain...

 

Elsa wusste nicht wie sie weiter machen sollte. Zu ihrem Glück hatten im selben Moment alle fertig gegessen. Schwester Anne-Marie kam mit einem Tablett und räumte ab, während die anderen Schwestern den Raum verließen um ihrer alltäglichen Arbeit im Klostergarten oder im Kloster selber nachzugehen. Elsa stand auf und half Anne-Marie selbstständig beim abräumen, wodurch sie ein warmes Lächeln zurück bekam. Schließlich ging sie zu Mutter Hildegard welche immernoch am Tisch saß.

 

Mutter Hildegard, du sagtest ich wurde von "der Wache" hier hergebracht?

 

Ja, es war der junge Alexander (Aussprache wie im Englischen :3 ). Er sagte er hätte im Wald nach dem rechten gesehen und dich dabei gefunden. Das Kloster hätte wohl näher gelegen als die Stadt an sich, weshalb er dich zu uns trug. Wir boten ihm an hier zu übernachten doch er musste gehen.

 

Wo finde ich diesen Alexander? Ich würde mich gerne bei ihm bedanken.

 

Oh Kindchen, das ist wirklich lieb von dir. Er wohnt am Rand der Stadt auf einem kleinen Hof mit seiner Großmutter. Er ging zur Wache um für sie und sich sorgen zu können. Seit dem ist er selbstbewusst und kräftig geworden. Ich gehe heute selber in die Stadt und kann dich gerne mitnehmen wenn du magst. Es dauert ca. 15 minuten zu Fuß.

 

Gerne. Ich würde ihm gerne etwas schenken. Weißt du was ein angemessenes Geschenk wäre?

 

Och wie süß. Wenn du durch den Kirchensaal durch die große Tür rausgehst kommts du direkt auf einen Hügel. Dort wachsen viele bunte Blumen und du kannst die Stadt von dort aus sehen. Aber fall nicht den Hügel hinunter.

 

Ich verspreche ich bin vorsichtig. Vielen Dank.

 

So ging Elsa, wie ihr Mutter Hildegard sagte auf den Hügel und pflückte ein paar Blumen. Von hier konnte man tatsächlich die Stadt sehen. Sie war klein, mittelalterlich und versteckt in einem Wald. In der Mitte ragte ein Turm mit Uhr heraus, vermutlich das Rathaus. Drum rum sah Elsa noch einnige Schornsteine aus denen Rauch heraus kam. Der Rest war in einem Wald versteckt. Der Wald selber sah jedoch nicht sonderlich gesund aus. Es hingen nur vereinzelt grüne Blätter an den Buchen, nach welchen offensichtlich dieser Ort benannt wurde. Das Wetter war auch nicht das aller Beste. Graue Wolken verliehen diesem Anblick etwas Unheimliches. Auf einmal hörte Elsa Mutter Hildegard ihren Namen rufen. Sofort lief sie zu ihr und die beiden brachen in RIchtung Stadt auf...

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Auf dem Weg in die Stadt bemerkte Elsa, dass die meisten Bäume nahezu tot waren. Am Wegrand lagen hin und wieder tote Tiere und es war kein einziger Vogel zu hören. Schließlich erreichten beide nach wortlosen 15 Minuten das Zentrum der Stadt. In der mitte befand sich ein innaktiver Sringbrunnen auf einem gepflasterten Marktplatz, umgeben von einer Taverne, einigen Händlern und dem Rathaus. Aufgrund eines leichten Nebels, welcher die Sonne blockierte waren in der Stadt selbst am Vormittag alle Straßenlaternen mit Feuer beleuchtet. Mutter Hildegard erklärte Elsa den Weg zum Hof der Wache, welche sie gerettet hatte und verschwand dann im Rathaus.

 

Elsa befolgte die Wegbeschreibung und ging verschiedene Straßen entlang. Es waren nicht viele Leute draußen aber wenn sie welche traff, dann wurde sie von Jenen begrüßt. Die Häuser waren alle samt Fachwerkhäuser, meist mit Ranken verziert. Ab und zu stand auch mal eine halbtoter Baum am Straßenrand oder ein Pferd trapte durch die Stadt. Nach zehn Minuten kam Elsa schließlich am Rand der Stadt an, wo sie den Hof bereits sehen konnte. Es war ein kleines Fachwerkhaus am Waldrand mit einem Strohdach und einem kleinen Feld auf dem verschiedenes Grünzeug wuchs. Ein kleiner Trampelpfad führte zur Eingangstür. Durch die Fenster konnte man das Flackern von Kerzen und einige Holzmöbel erkennen.

 

Elsa klopfte an der Tür und trat dann einen Schritt zurück. Eine alte Frau machte ihr auf.

 

Hallo gute Frau, wohnt hier ein Alexander?

 

Guten Tag junge Dame. Alex ist zur Zeit nicht hier. Möchtest du auf eine Tasse Tee und ein paar Plätzchen hinein kommen?

 

Sehr gern.

 

Die beiden traten in das kleine Haus ein. Elsa fand sich wieder in einem kleinen, gemütlichen Wohnzimmer, welches gleichzeitig die Rolle der Küche und eines Schlaffzimmers übernahm. Ein kleiner Kamin spendete dem Raum licht und Wärme, als auch die möglichkeit etwas zu Kochen. Daneben stand ein kleiner Ofen welcher über eine Art Rohr mit dem Kamin verbunden war. Die alte Frau weiste Elsa in einem mit Fell bezogenen Sessel und setzte sich dann in einen ähnlichen. Dazwischen stand eine heiße Kanne mit Kamillentee, zwei Tassen und ein paar Mürbeplätzchen mit getrockneten Früchten drinne.

 

Hier Fräulein. Trink eine heiße Tasse Tee um dich aufzuwärmen. In deinem Kleid holst du dir noch einen Schnupfen. Du sagst du wolltest meinen Enkel Alex treffen?

 

Nun, lassen sie mich bitte von vorne Anfangen. Nennen sie mich bitte Elsa. So wie ich hörte hat ihr Enkel mir letzte Nacht das Leben gerettet. Ich war ohnmächtig und er hätte mich laut Mutter Hildegard zum Kloster oben auf dem Hügel gebracht. Ich wollte mich mit den Blumen bei ihm bedanken.

 

Oh das ist sehr lieb von dir Elsa. Nenn mich ruhig Oma. Das machen alle jüngeren in der Stadt. Alex hatte mir heute Morgen von dir erzählt. Bleib noch einen Moment und wärm dich auf. Danach kannst du dich bei ihm persöhnlich bedanken. Er ist grade bestimmt in der Taverne auf der Suche nach einer Bekanntschaft fürs Leben. Du musst wissen, es gibt nicht mehr sehr viele so junge und hübsche Damen wie dich. Und es wäre schade wenn ihr euch verpassen würdet.

 

Elsa wurde das Gespräch etwas unangenehm. Sie trank den heißen Tee so schnell sie konnte, wobei sie sich die Zunge leicht verbrannte.

 

Ich sollte nun gehen. Vielen Dank für den Tee.

 

Warte noch kurz Elsa.

 

Die Frau stand auf und ging zu einer Truhe, welche sie mit einem Knarren öffnete. Heraus holte sie einen braunen Wollumhang mit Kapuze.

 

Nimm ihn bei der Kälte lieber mit. Du kannst ihn auch ruhig behalten. Er hat eine ausgezeichnete Qualität und hälte dich bei jedem Wetter warm. Bei mir würde er nur noch zu Staub zerfallen.

 

Elsa legte den Umhang um und bedankte sich bei "Oma". Sie verließ das Haus und ging mit ihrem neuen Umhang den Weg zurück, welchen sie gekommen war. Inzwischen wurde es auch Nachmittag und Elsa bekam hunger. Sie tastete die Innentaschen ihres Umhangs ab und fand dort ein paar Goldtaler. Wenn sie schonmal auf dem Weg zur Taverne war, könnte sie auch gleich etwas essen und trinken....

 

 

 

 

 

 

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Auf dem Marktplatz konnte Elsa bereits die Musik und das Lachen aus der Taverne hören. Sie öffnete die Tür und fand sich wieder in einem Haufen aus Leuten. Sie lachten, aßen, tranken und tanzten. Mehrere Tische befanden sich in der Mitte des Raumes. Ein großer Kamin mit unzähligen Jagdtrophähen darüber prasselte gemütlich neben eine Theke, an welcher ein alter Mann mit seiner Frau bedienten. Daneben wiederrum spielten ein drei Leute ihre Instrumente, während eine Frau dazu sang.

 

Als Elsa durch die bunte Menge schaute stellte sie schnell fest, dass sie hier vom Aussehen her die Jüngste war. Das viel auch dem Mann an der Theke auf, welcher zu ihr schaute und sie her wank. Elsa folgte der Aufforderung und setzte sich zu ihm an die Theke.

 

Willkommen Fräulein. Was darfs für dich sein? Ich hab dich hier noch nie gesehen, zu deinem Glück. Das erste Mal im Ratsweinkeller geht für JEDEN aufs Haus.

 

Was könnten sie mir den empfehlen?

 

Pfifferlinge mit Rahmsauce, ner Hühnerkäule und n paar Bratkartoffeln sind heute das Tagesangebot.

 

Dann nehme ich die gerne.

 

Darfs auch was zu trinken sein? N Bier oder nen Krug warme Milch?

 

Ein Bier hört sich verlockend an. Danke.

 

Der Mann verschwand durch einen Durchgang hinter der Theke für kurze Zeit. Elsa legte ihre Blumen auf die Theke und schaute sich dann um. Etwa die Hälfte der Leute hier mussten Wachen sein. Sie trugen alle Rüstungen. Sehr viele von ihnen mussten so um die 30 sein. Einnige schauten Elsa auch an. Sie zwinkerten ihr zu und deuteten mit Gesten an, dass sie rüber kommen wollen. Elsa jedoch lehnte diese "Einladungen" vorerst ab.

 

Hier Fräulein. Dein Essen und einen fetten Krug Bier. Guten Appetit.

 

Danke.

 

Das Essen roch verlockend. Es dampfte noch heiß, im Gegensatz zu ihrem Bier welches eiskalt war.

 

Du kommst nicht von hier oder?

 

Nein nicht wirklich. Ich möchte nicht unhöflich sein, aber es ist meine Sache woher ich kommen.

 

Schon gut Fräulein. Ich bin Morris. Meine Frau Helga und ich kamen vor zwei Jahren hier her und eröffneten den Laden. Jetzt ist es der beste Platz der Stadt um sich den Bauch zu füllen oder mit Freunden zu feiern. Hier ist fast jeder willkommen.

 

Ich bin Elsa und bin kürzlich erst hier her gekommen. Zur Zeit verweile ich oben im Kloster mit dem Segen von Mutter Hildegard und... ich kam eigentlich hier her weil ich jemanden suche.

 

Wen denn? Ich kenne jeden in der Stadt.

 

Ich suche Alexander. Ich komme grade von seiner Großmutter. Sie sagte er wäre bestimmt hier.

 

Ach Alex. Logisch, dass du nach ihm suchst. Er ist der einzige Bursche in der Stadt der ungefähr in deinem Alter sein könnte. Er sitzt dort drüben in der Sitzecke und macht dir bereits schöne Augen.

 

Elsa versuchte unauffällig sich umzudrehen. In der Sitzecke befand sich ein doch älterer Bursche als sie selbst. Er trug ein ärmelloses Hemd, eine Lederweste mit Leinhose und Stiefeln. Auch wenn sie eigentlich nur kurz luckte, konnte sie sein Grinsen, seinen 3-Tage-Bart und seine kurzen braunen Haare immernoch sehen. Sie musste nochmal gucken. Jetzt bemerkte sie auch seine Muskeln, welche offensichtlich den Grund darstellten, dass er ein ärmelloses Hemd trug, trotzt der Kälte. Er stand auf und ging richtung Theke. Gleichzeitig hatte die Frau aufgehört zu singen. Alle räumten die Tische aus der Mitte der Taverne und schoben sie an die Seite. Ein neue Sänger ging nun auf die "Bühne" und wollte anfangen an zu singen. Einnige der Kerle suchten sich eine Frau zum tanzen. Die "Band" wartete noch einen Moment bis die neue Tanzfläche voll wäre. Eine Sekunde später stand er auch schon neben Elsa.

 

Guten Tag. Ich hab dich hier noch nie gesehen. Und trozdem kommt mir dein Gesicht bekannt vor.

 

Du bist Alexander oder?

 

Bitte, nenn mich Alex. Das tun hier alle.

 

Ich bin Elsa und ich habe dich bereits gesucht. Du hast mich letzte nacht im Wald gefunden oder?

 

Ehm... oh.. das warst du... ICH MEINE selbstverständlich. Brauchst dich auch nicht zu bedanken. Schöne Mädchen wie dich rette ich doch gerne.

 

Schade, jetzt hatte ich dir extra diese Blumen mitgebracht als Dankeschön.

 

Sie reichte ihm die Blumen, von denen die meisten inzwischen angewelkt waren. Er nahm eine Mohnblume aus dem kleinen Strauß heraus und steckte sie Elsa in die Haare.

 

Ich weiß wie du dich bei mir bedanken könnstest. Magst du mit mir tanzen?

 

 

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Elsa nickte etwas schüchtern, als sie schon mit einem Schwung von der Theke auf die Tanzfläche gezogen wurde. Jetzt begann die Band zu spielen. Sie spielten einen schnellen Walzer, zu welchem alle Ausenstehenden mitklatschten. In der gesamten Taverne entstand eine Atmosphäre von Spaß und Gemeinschaft und nach einem Walzer folgte der Nächste...

 

Nach einer halben Stunde war Elsa jedoch erschöpft vom Tanzen, Drehen, Springen und Lachen. Sie setzte sich wieder an ihren Platz an der Theke wo Morris ihr bereits ein weiteres kaltes Bier hingestellt hatte. Durchgeschwitzt genoß sie ihr kühles Getränk, während um die Tanzfläche bereits ein Kreis aus Leuten in entstand. In der Mitte jeweils zwei Kerle, welche gegeneinander tanzten. Die Leute drum rum klatschen fröhlich im Takt der Musik mit, welche immer schneller wurde und auch hier folgten auf ein Tanzduell viele Weitere, in welchen sich auch andere Teilnehmer einbrachten.

 

Auf die Tanzduelle folgten wiederum andere kleine Wettkämpfe wie Armdrücken oder Weitspucken. Die Menschenkreis drum rum musste sich dabei immer weiter vergrößern und ausdenen, damit die Kontrahenten in der Mitte genug Platz hatten für immer schwierigere Wettkämpfe. Elsa hatte sich inzwischen auch in den Kreis begeben und feuerte die Kerle mit an. Sie hatte solch ein spaßiges Erlebniss noch nie zuvor erlebt.

 

Nach eine Runde Kopfnüsse folgte schließlich Gewichte heben. Hierbei ging auch Alexander in die Mitte und trat gegen irgendeinen Proll an, welcher damit prahlte wie stark er sei. Beide hoben verschiedenste Dinge hoch von Stühlen, über Tische bis hin zu vollen Weinfässern. Als beide mit den Fässern fertig waren, und sie nichts Schwereres finden konnten, kam Alexander schließlich auf Elsa zu, zog sie aus dem Kreis und hob sie auf seine linke Schulter, wobei sie wirklich auf seiner Schulter saß. Während er damit prahlte wie stark er sei, hielt er Elsa mit einer Hand an den Beinen fest. Sie wiederum hielt sich mit einer Hand an seinem Arm fest und versuchte sich sicher auf Alexanders Schulter zu balancieren. Den anderen Arm legte sie zur sicherheit auf seine rechte Schulter. Als sie sich ausbalanciert hatte überlegte sie jedoch: Soll das jetzt heißen ich bin schwerer als ein Weinfass? Alexanders Kontrahent jedoch protestierte.

 

Wie du dir mal wieder die schönsten Mädchen aus der Mitte ziehst um sie zu beeindrucken.

 

Dann holte er sich zwei ältere Damen aus dem Publikum und versuchte beide gleichzeitig auf seinen Schulter zu tragen. Das klappte für zwei Sekunden. Danach kippte er mit beladenen Schultern nach hinten um.

 

Das ist nicht fair. Gieb mir die Blonde!!! Ich kann sie zehnmal höher heben als du!

 

Alex setzte Elsa wieder von seiner Schulter. Als der andere Typ nach Elsa's Arm griff zog sie ihn weg, wodurch er ins wanken geriet und wieder hinfiel.

 

Du Miststück!

 

Er rappelte sich wieder auf und wollte Elsa eine Ohrfeige geben. Jedoch bekam er eine Sekunde davor die Faust von Alexander in sein Gesicht. Und auf den einen Schlag folgte der Andere... Eine wunderbare Schlägerei entstand in der sich fast alle jungen Kerle beteilligten. Elsa stand nur entsetzt da. Morris stellte sich mit zwie Krügen Bier neben Elsa und gab ihr einen davon.

 

Leute... das ist doch nicht nötig... ihr... seid doch alle irgendworin die stärksten..

 

Lass sie Elsa. Die hälfte von denen ist eh schon betrunken. Solange sie die Tische und das Geschirr nicht zerschlagen können die machen was sie wollen.

 

Beide gingen wieder an die Theke und unterhielten sich über die Typen und ihre Wettkämpfe.

 

Als dann nach eine weiteren halben Stunde auch der letzte Schlag gefallen war, hatte etwa die hälfte der Männer ein blaues Auge oder eine gebrochene Nase. Auch Alexander war fertig mit Schlagen und setzte sich neben Elsa an die Theke. Seine Nase blutete, seine Arme waren voller Blutergüße und vermutlich hatte er sich seine Hand gebrochen.

 

Ach herrlich. Es gibt doch nicht über ne schöne Kneipenschlägerei.

 

Jaaaa.... ich sollte jetzt lieber gehen.

 

Hast recht. Ich komm auch direkt mit. Sonst breche ich mir vielleicht noch mehr als nur ne Hand...

 

Die beiden verabschiedeten sich von allen, auch wenn Elsa eigentlich nur Morris näher kannte. Draußen bemerkte Elsa jedoch erst, dass es bereits nacht war. Sie hatte bei all dem Spaß anscheinend die Zeit vergessen.

 

Ich sollte jetzt lieber zurück zu Mutter Hildegard ins Kloster gehen. Danke für den tollen Abend.

 

Warte Elsa. Es ist zu gefährlich um die Zeit, bei der Dunkelheit alleine durch den Wald zu gehen. Komm mit zu mir. Du kannst die Nacht bei uns schlafen. Mutter Hildegard wird es verstehen keine Sorge.

 

Warum? Was ist so gefährlich im Wald?

 

Hat es dir noch keiner erzählt? Komm wir gehen schnell zum Hof. Über sowas sollte man nicht in der Öffentlichkeit reden...

 

 

 

 

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Der Schwarze Mann

Die beiden gingen den Weg durch die rabenschwarze Nacht zurück zum Hof. Oma schlief bereits, als sie eintraten. Sie lag in einer Ecke am Ofen. Alex gab Elsa und sich ein Tierfell zum schlafen. Sie legten es beide an den Kamin und schauten in die kleinen Flamen.

 

Dir ist vielleicht aufgefallen, dass hier nie die Sonne scheint und die Bäume nicht mehr richtig grün werden. Grund dafür ist der Schwarze Mann. Niemand weiß woher er kommt oder was genau er ist. Vor ein paar Monaten ging ich meine alltägliche Rute durch den Wald, um nach dem Rechten zu sehen. Da hörte ich auf einmal einen Schrei und ein verstörendes Lachen. Ich folgte den Geräuschen und entdeckte nur noch die Überreste einen Mädchens. Inzwischen hat der Schwarze Mann schon 13 Leute brutal ermordet und gegessen. Ein Bettler, welcher inzwischen auch von ihm getötet wurde sagte:

 

Er hätte eine grüne Haut mit wiederlichen Bäulen drauf. Seine Augen sind so schwarz wie seine Seele, sein Körper sei verkrüppelt . Das Letzte was du hörst wären zwei lachende Stimmen. Eine von ihm. Verrückt und verstörrend wie der Kanibale der er ist. Die andere vom Teufel, welcher selber nur sein Vater sein kann.

 

Er hat den Wald vergiftet, die Ernte verdorben und die Stadt in ewige Düsterniss getränkt. Wenn du sein Lachen hörst dann lauf so schnell du kannst! Niemand traut sich mehr in den Wald.

 

Aber... wenn er ein Kanibale ist, dann muss er doch trozdem irgendwo im Wald hausen.

 

Das tut er auch. Aus seinen Opfern hat er sich einen Knochenhaufen errichtet, welcher den Eingang zu seiner Höhle verdeckt.

 

Elsa zitterte. Sie wusste es beim Blick in Alexanders Augen. Dieser Blick zeigte keinen Dummen-Jungen-Streich. Es war die Angst eines junges Mannes und die Angst einer ganzen Stadt.

 

Du zitterst ja. Ich wollte dir keine angst machen. Er wird dich hier nicht holen. Er traut sich nicht in die Stadt. Außerdem bin ich da, um dich zu beschützen.

 

Wurden die Leute alle nachts angegriffen?

 

Ja, nachts im Wald. Allerdings würde ich auch nur ungern tagsüber dort hinein gehen. Die Tiere sind wahnsinnig gewurden. Sie töten sich gegnseitig, weil sie keine Nahrung mehr finden. Und auch die Stadt leidet. Wir leben grade von den Vorräten der letzten Jahre. Doch bald kommt der Winter. Bis dahin wird es nicht für alle reichen.

 

Gibt es keinen Weg den Schwarzen Mann zu töten?

 

Das weiß keiner. Alle die es probieren wollten sind jetzt tot.

 

Beide schwiegen für einen Moment. Sie wussten sie würden beide keinen Schlaf mehr in dieser Nacht finden. Elsa nahm ihren Mantel und zog sich die Kapuze drüber.

 

Wo willst du hin?

 

In den Wald

 

Bist du verrückt?

 

Wenn da ein Kanibale ist, dann werde ich ihn finden. Du kannst mich nicht am gehen hindern.

 

Aber ich kann mit dir kommen.

 

Alexander zog sich ebenfalls einen Mantel drüber, stecke sein Kurzschwert ein und folgte Elsa in den Wald. Beide gingen ganz langsam. Der gesamte Wald war dunkel und in Nebel gehüllt. Bereits nach wenigen Schritten konnten sie die Lichter der Stadt nicht mehr sehen.

 

Mehrere Stunden irrten die beiden durch den Wald. Sie sprachen nicht miteinander um zu hören, was sie hören könnten: Das Jaulen des Windes, hin und wieder ein Knacken von einem Ast und dann plötzlich einen Schrei und ein Lachen.

 

Beide rannten los, den Stimmen entgegen. Sie kamen an eine Lichtung. Hier wuchs nichteinmal mehr Gras. Hinter Büschen versteckt schauten beide was sich vor ihnen abspielte. Und da sahen sie ihn, den Schwarzen Mann. Er war genau so wie Alexander ihn beschrieben hatte. Sein Körper war so mager wie ein abgenagter Hühnerknochen. Unter ihm befand sich eine Frau, eine der Nonnen. Sie stieß einen letztes Schrei aus, als er ihr den Kopf abbiss und ihren Körper dann mit einer Blutspur hinter sich herzog. Alex und Elsa folgten der Blutspur mit großen Abstand. Nach geraumer Zeit kamen sie an einen Berg. Die Blutspur endete genau vor dem Berg und einem Haufen aus Knochen. Plötzlich wurde es heller. Eine kleine Lücke im dichten Wolkenfeld am Himmel ließ den Mond direkt auf den Knochenhaufen scheinen. Alexander und Elsa standen direkt davor.

 

Hier ist sein Versteck.

 

Oh mein Gott! Alex... schau dir die Bäume hier an. Aus ihnen läuft Blut raus.

 

Das muss ein weiterer seiner Flüche sein. Aber wie kommen wir jetzt darunter?

 

Hast du keine Angst, dass er uns tötet? Hast du keine Angst vor dem was dort unten aufs uns wartet?

 

Ich bin ein Mann und kein Feigling

 

Alex sagte das nur, um Elsa zu beeindrucken. Er zog sein Schwert und stach in den Knochenhaufen. Dieser öffnete sich wie ein Tor und ein Loch nach unten erschien. Beide schauten runter, konnten aber nichts erkennen.

 

Also... Mann vorran!!!

 

Mit diesem Satz sprang Alex in die Tiefe. Elsa wartete einen Moment und schaute sich nochmal um. Dann stieg sie auch vorsichtig in das Loch. Mit ihren Armen hielt sie sich am Rand fest und schaute nach unten. Nichts als Finsterniss.

 

Anscheinend habe ich keine Wahl...

 

Sie ließ los und viel kurz, dann jedoch rutschte sie eine Art Tunnel entlang und landete kurz darauf auf Alex.

 

Tut mir Leid.

 

Schon gut. Das muss seine Höhle sein.

 

Die beiden gingen den schmallen Erdtunnel entlang. An den Wänden und auf dem Boden lagen und hingen Skelette, einnige noch blutverschmiert. Unter ihren Mänteln versteckt schlichen die Beiden den Tunnel entlang, bis sie in einer Sackgasse landeten. Verwirrt schauten sich beide um und wurden dann von einem irren Lachen überrascht.

 

Hinter ihnen stand er... der Schwarze Mann...

 

Er stürzte sich sofort aus Alex und fügte ihm seinen Kneipenverletzungen schwere Kratzer und Bisse zu. Alex versuchte sich gleichzeitig irgendwie zu wehren. Der Schwarze Mann lag aus Alex und lachte von Freude auf seine neue Beute. Elsa war geschockt vom Anblick dieses Dämons und versuchte Alex irgendwie zu helfen. Sie packte den Schwarzen Mann und versuchte ihn von Alex loszureißen. Der Dämon selber schrie, weil er an den Stellen wo Elsa ihn berührt hatte anfing zu brennen. Das Feuer überkam bald seinen ganzen Körper und mit einer Mischung aus lachen und kreischen verbrannte er vor den Augen von Elsa und Alex. Geschockt umarmten die beiden sich. Gleichzeitig hörten sie ein Beben. Die Höhle wurde instabil und drohte einzustürzen. Sofort realisierten beide die Gefahr und rannten den schmallen Tunnel zurück. Jedoch viel Elsa beim Rennen hin und knickte mit ihrem Fuß um. Alexander rannte zu Elsa zurück, nahm sie in den Arm und trug sie so schnell es ging. Am anderen Ende angekommen versuchte er die Erdrutsche mit voller Kraft und Elsa auf dem Arm hochzuklettern. Er schaffte es...

 

Oben angekommen stürzte auch der Knochenhaufen ein. Alex legte Elsa auf einem nahegelegenen Fels ab. Gleichzeitig mussten beide in den Wald starren: Die Sonne ging auf, die Wolken hatten sich verzogen, Vögel flogen durch die Luft und der Wald war wieder grün...

 

 

 

 

 

 

 

 

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Es ist also war... Der Schwarze Mann hatte den Wald vergiftet.

 

Geht es dir gut?

 

Es sind nur ein paar Kratzer.

 

Deine halbe Brust ist aufgeschlizt wurden. Deine Hand ist immernoch verstaucht oder gebrochen und du hast einige Bisswunden. Tiefe Bisswunden.

 

Ist halb so wild. Wie geht es deinem Fuß?

 

Erst jetzt merkte Elsa, dass ihr Fuß nicht mehr schmerzte. Sie hatte zwar ihre Flügel verloren, aber keine anderen Merkmale eines Engels.

 

Moment! Wie kann dein Fuß schon verheilt sein. Du bist brutal umgeknickt! Es dauert mindestens drei Tage bis sowas verheilt. Und wo wir schon dabei sind: Wie konntest du den Schwarzen Mann einfach so verbrennen? Ich will dir nichts vorwerfen, aber du hast ihn einfach berührt und verbrannt. Wie?!

 

Es ist kompliziert. Setzt dich zu mir.

 

Alexander setzte sich zu Elsa auf den Felsen. Sie berührte ihn an seinen Wunden, wodurch diese brannten. Jedoch schmerzte das Feuer nicht. Es brannte die Wunden nur aus und heilte diese sofort.

 

Danke... Wie... Wie machst du das?

 

Es ist eine Gabe.

 

Eine Gabe Gottes. Mutter Hildegard hat uns allen häufig von Wundern erzählt. Wenn wir zu Gott beten würden, dann würde auch einmal ein Wunder geschehen. Ist es war? Hat Gott dich aus dem Himmel zu uns geschickt?

 

Es ist sehr viel komplizierter... eines Tages kann ich es dir vielleicht erzählen.

 

Du hast bereits Männer im Krieg gesehen oder? Männer die dort gestorben sind. Du weißt, dass es schlimmere Dinge als den Schwarzen Mann gibt oder? Ich kenne sonst niemanden, der bei seinem Anblick nicht in panick gerieht.

 

Elsa schwieg. Sie stand auf und ging mit Blick zum Boden dem Sonnenaufgang entgegen. Alex folgte ihr Wortlos. Er sagte ihr im Wald nur hin und wieder, wohin sie in richtung Stadt müssten. Nach einer Stunde des Schweigens kamen sie an. In der Stadt selber waren alle auf den Straßen. Sie freuten sich wieder die Sonne zu sehen. Als sie Alex und Elsa aus dem Wald kommen sahen, wurden diese auch sofort von ihren Nächtens begrüßt.

 

Mutter Hildegard empfing Elsa auf dem Marktplatz mit offenen Armen.

 

Elsa schau! Unsere Gebete wurden erhört. Gott hat uns die Sonne zurück geschenkt.

 

Dann hat der Herr es aber über Alexander getan. Er hat den Schwarzen Mann in seinem Versteckt enthauptet und den Fluch gebrochen. Ich habe es mit eigenen Augen gesehen! Nicht einmal einen Kratzer hat der Dämon an ihm anrichten können!

 

Diese Neuigkeit verbreitete sich in der Stadt rassend schnell und schon bald stand der Bürgermeister vor Alex und gratlierte ihm zu seiner überraschenden Beförderung zum Hauptmann der Wache. Alle feierten den Vormittag. Alle außer Elsa und die Nonnen des Klosters. Elsa hatte Mutter Hildegard nämlich gesagt was noch passiert sei. Sie traffen sich im Kloster und beteten für das Wohl der Nonne, welche letzte Nacht noch von Schwarzen Mann ermordet wurde. Ihr Name war Schwester Lazarus. Sie war die Heilerin in der Stadt und pflegte im Kloster alle Schwerkranken oder machte Hausbesuche.

 

Jetzt wo sie im Himmel ist muss Jemand Anderes ihre Aufgaben übernehmen.

 

Ich kann es tun. Ich kenne mich aus mit Heilkräutern und anderen Aspekten der Medizin.

 

Elsa hatte gelogen. Sie hatte keine Ahnung von medizinischen Instrumenten. Jedoch wollte sie es lernen und auch irgendeine sinnvolle Aufgabe im Kloster und in der Stadt haben. Und weil es sonst niemand Freiwilligen gab bekam Elsa die Arbeit als Heillerin. Nach der Trauerfeier ging Elsa zu bett. SIe schlief bis zum späten Nachmittag, an welchem sie ihre Kleider gewaschen und getrocknet auf dem Tisch in ihrem Zimmer fand. Beim Anblick wunderte sie sich nur ob es wirklich das gleiche Kleid war oder ob die Nonnen einfach extrem gut im Kleider trocknen sind.

 

Am Abend traffen sich alle möglichen Leute in der Taverne und feierten Alexanders Triumph über den Schwarzen Mann. Auch Elsa betrat etwas später die Taverne und wurde von der Menge sofort zu Alexander geschoben.

 

Sie wollen, dass wir tanzen. Ich glaube du hast keine Wahl.

 

Alle bildeten einen Kreis um Alex und Elsa, welche wieder walzer Tanzten. Elsa tat dies wiederwillig. Sie wollte eigentlich nur vorbei schauen und nicht direkt der Mittelpunkt von Allem werden. Ihr war die ganze Situation sehr unangenehm. Alex flüsterte ihr entgegen:

 

Danke für meine Beförderung. Ich werde mich bei dir revangieren.

 

Im gleichen Moment kniete er vor Elsa nieder...

 

 

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Elsa... willst du mich heiraten?

 

Die nächste Sekunde kam Elsa wie eine Ewigkeit vor. Sofort schoßen ihr die Bilder ihrer Vergangenheit durch den Kopf. Sie nahm Alex an die Hand und zog ihn in eine stillere Ecke der Taverne.

 

Alex... Wir kenne uns doch kaum. Klar ich weiß du bist jetzt ein Held der Stadt und mein Retter, doch... was bist du für ein Mensch. Oder kennst du mich überhaupt genauer? Wir wissen doch kaum etwas von einander. Wir waren nicht einmal miteinander zusammen.

 

Aber Elsa. Spürst du denn nicht auch dieses Kribbeln im Bauch? Noch nie habe ich jemanden wie dich erlebt. Du bist etwas Besonderes...

 

Gute Nacht Alex. Ich weiß nicht was ich dir sagen soll...

 

Elsa rannte aus der Taverne zurück ins Kloster. Auf dem Weg in ihr Zimmer grüßte sie keine Schwester, wenn diese ihr auf dem Gang begegneten. Sie stellte sich an ein Fenster und starrte auf den Sonnenuntergang. Gleichzeitig bemerkte sie ein Jucken an ihrem Rücken. Mit ihren Händen konnte sie Federn ertasten. Ein Schock nach dem Anderen für sie. Ihrer Flügel wuchsen durch ihre Selbstheilungskräfte nach und sie müsste sich als etwas Anderes, als das junge Mädchen zu erkennen geben. Gleichzeitig drohte sie einen ihrer wenigen Freunde in der Stadt zu verlieren.

 

Inzwischen wurde es komplett dunkel und der Mond schien in Elsa's  Zimmer. Auf einmal klopfte es an der Tür.

 

Elsa? Ich bin es. Ist alles ok bei dir? Wir haben dich beim Abendessen vermisst.

 

Lass mich bitte allein.

 

Ich habe gehört was in der Taverne passiert ist. Bitte lass mich rein kommen.

 

Mutter Hildegard öffnete die Tür. Gleichzeitig setzte sich Elsa auf ihr Bett und schaute in das Feuer des Kamins.

 

Kind du brauchst dich nicht dafür zu schämen. Niemand erwartet von dir, dass du ihn heiratest.

 

Elsa selber war mit ihren Gedanken jedoch ganz woanders. Sie erinnerte sich an den Verrat ihrer Schwester. Wie Àveline ihr grundlos die Flügel abtrennte und aus dem Himmel verbannte. Wenige Tränen liefen ihr über das Gesicht.

 

Aber Elsa, was hast du denn?

 

Glaubst du an Engel Mutter Hildegard? Glaubst du an den Himmel?

 

Aber natürlich. Hast du jemanden verloren, den du geliebt hast?

 

Nicht wirklich. Aber was ich dir erzählen müsste, damit du meine Lage verstehst könnte dir den Verstand rauben.

 

Was es auch ist. Ich werde versuchen es zu verstehen. Und der Herr wird es verstehen. Es bleibt zwischen dir, mir und Gott.

 

Was glaubst du wie alt ich bin?

 

Um die 15 Jahre.

 

Ich bin um einiges älter als du glaubst. Über 1000 Jahre...

 

Aber... wie ist das möglich? Ich kenne keine Technologie im Universum die so etwas ermöglicht.

 

Ich bin kein Mensch, sondern ein Engel...

 

Elsa erzählte Mutter Hildegard ihre ganze Geschichte. Vom aller ersten Krieg bis hin zum verrat von Àveline. Sie drehte kurz den Rücken zu ihr und zeigte ihr die Federn auf ihrem Rücken als Beweis. Während der ganzen Geschichte musste Elsa weinen.

 

Deshalb weiß ich nicht ob ich Alexander heiraten sollte. Er sieht gut aus, ist inzwischen sogar wohlhabend und scheint auch nicht von der dummen Sorte aber, ich weiß nicht ob ich auf ewig hier bleiben werde oder sollte.

 

Kind... nicht mehr weinen. Ich glaube dir. Aber warum hat deine Schwester dich denn verstoßen?

 

Ich weiß es nicht. Aber eines Tages werde ich sie dafür zur Rechenschaft ziehen. Sie hätte mir lieber den Kopf abschlagen sollen.

 

Elsa... Gott sagt, wir sollen unsere Sünden und Rachegelüste in die Tiefen des Ozeans werfen.

 

Ich weiß nicht ob der Ozean tief genug ist...

 

Nun bald wird die Stadt wissen, dass du ein Engel bist. Aber wir können es vielleicht irgendwie vertuschen, damit du nicht in dieser misslichen Lage bleibst.

 

Und was hast du vor?

 

Du bleibst im Kloster, bis deine Flügel nachgewachsen sind. Wenn es soweit ist werde ich allen sagen, dass du ein Schutzengel bist den Gott uns geschickt hat. Du must wissen: Niemand außer mir hier weiß was Strom ist. Diese Stadt ist eine andere Generation als wir beide. Ich bin damals knapp von der Erde entkommen. Mit ein paar andere Überlebenden bauten wir diese Stadt auf und sorgten für eine neue Generation. Jedoch bin ich jetzt die Letzte. Als wir hörten, dass Ruin zerstört wurde sagte mir ein Freund, dass Gott dies getan habe. Deshalb gründete ich das Kloster. Ich wollte eine Stadt aufbauen welche immer im Schutze Gottes gedeien kann. Dann kam der Schwarze Mann und ließ viele am Worte Gottes zweifeln. Doch jetzt da ich weiß, dass du, der stärkste Engel im Universum Ruin zerstört hat und nun hier bei uns ist...

 

Nein. Ich werde mich als Engel zu erkennen geben müssen. Aber nicht als Schutzengel der über die Stadt wacht. Die Leute würden ihre Selbstständigkeit verlieren und nur noch an mich glauben. Es ist deine Stadt, dein Glaube.

 

Sag Elsa, glaubst du denn nicht an den Herrn im Himmel? Du, die du selber im Himmel warst.

 

Mein ganzes Leben hatte ich die Verantwortung über andere. Ich musste Leute retten, weil ich mehr Macht hatte als Andere. Im alten Spielburg gab es einen Krieg, weil wir nicht an den Tod glaubten. Und sein Entdecker musste mit dem Leben dafür zahlen. Von mir aus gibt es einen Gott. Allerdings ist er für mich ein perverser Spinner. Warum erschafft er sonst uns Engel und setzt die Saat der Lügen und der Dunkelheit in den Himmel?

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine Woche verging. Elsa versuchte mit großen Mänteln ihre wachsenden Flügel zu verdecken, während ihr Alltag daraus bestand die Kranken und Schwachen in der Stadt zu pflegen und zu heilen. Dabei verzichtete sie jedoch nicht auf ihre Kräfte. Gleichzeitig plagte sie das schlechte Gewissen, dass sie Alex ohne Antwort zurück ließ. Sie verstand seine Hoffnungen in einer Ehe mit ihr. Jedoch konnte sie fürs Erste nicht einwilligen in die Heirat. Schließlich kam der Sonntag, andem ihre Flügel wieder voll nachgewachsen waren. Es kamen alle aus der Stadt in die Kapelle zum Gottesdienst.

 

Als Mutter Hildegard grade das erste Lied mit der Gemeinde gesungen hatte, öffnete Elsa in einem weißen Kleid und offenen Haaren die Tür und trat nach vorne zum Altar. Alle waren erstaunt und knieten zuerst vor ihr nieder. Elsa selber drehte sich zur Gemeinde und erzählte ihnen, sie sei ein Engel und sie bräuchte die Hilfe der Stadt. Um übrezeugender rüber zu kommen erzählte sie von den positiven Seiten des Himmels, auch bekannt als Ätheria.

 

Liebe Menschen. Ich benötige eure Hilfe. Ich muss weg von dieser Welt in eine andere. Wisst ihr wie man diesen Planeten verlassen kann?

 

Wenn du ein Engel bist und in den Himmel must, dann flieg doch einfach nach oben in die Wolken.

 

So einfach ist das nicht. Wir sind hier auf einem Planeten, einem runden Himmelskörper. Man brauchst jedoch mehr als Flügel um von hier fort zu kommen.

 

Die Leute schauten sie verwundert an. Sie wollten ihr helfen aber sie wussten nicht, was Elsa wollte. Somit verließ Elsa den Gottesdienst, spreizte ihre Flügel und versuchte zu fliegen. Sie flog über die tiefen Wälder der Stadt und weit darüber hinaus. Nichts als Wald und Berge. Sie flog bis zum Abend und schaute sich auf der Planetenoberfläche als auch am Himmel nach andere Städten oder Raumschiffen um. Gleichzeitig dachte sie über viele Rätsel aus ihrer Vergangenheit nach. Warum hätte Àveline sie verbannen sollen? Was meinte Madeleine bei dem Tunier mit "Ruin wird wiederkehren"?

 

Inzwischen wurde es wieder dunkel und Elsa wurde hungrig. Sie kehrte richtung Stadt um, kam aber erst am nächten Morgen erschöpft an. Es hatte keinen Sinn auf einer isolierten Welt nach Raumschiffen oder modernen Städten zu suchen. Sie merkte, sie müsste für die nächste Zeit hier leben. Und in dieser Zeit sollte sie lieber keinen Groll haben.

 

Am selbigen Tag besuchte sie Alex. Er hieß sie mit einem bescheidenen Lächeln willkommen und zog seinen Antrag zurück. Elsa's neues Erscheinungsbild würde ihm als Grund reichen ihn nicht zu heiraten. Elsa dankte ihm und verließ seinen Hof auf kurz darauf.

 

Weitere Wochen der Langeweile vergingen für Elsa. Zwar ging sie hin und wieder in die Taverne, jedoch behandelte sie Keiner mehr wie ein attraktives junges Mädchen sondern eher wie das jüngste Gericht voller Ehrfurcht. Nach und nach erkannte Elsa die Sackgasse, in welcher sie angekommen war. Um ihr zu entfliehen müsste sie ein Wunder ereilen. Und dieses ließ auch nicht all zu lange aus Sich warten.....

 

Ende des Kapitels

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